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art KARLSRUHE 13. bis 16. Februar 2020
Eine Veranstaltung der

Galerie Schlichtenmaier

Kleiner Schlossplatz 11, 70173 Stuttgart
Schloss Dätzingen, 71120 Grafenau
Deutschland

Hallenplan

art KARLSRUHE 2020 Klassische Moderne und Gegenwartskunst Hallenplan (Halle 3): Stand H3/G05

Geländeplan

art KARLSRUHE 2020 Klassische Moderne und Gegenwartskunst Geländeplan: Halle 3

Ansprechpartner

Dr. Bert Schlichtenmaier

Kay Kromeier

Telefon
+49 175 591 08 07

E-Mail
messe@schlichtenmaier.de

Dr. Kuno Schlichtenmaier

Dr. Günter Baumann

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Künstlerdetails

Kategorie: One-Artist-Show, Gegenwartskunst

Anna Bittersohl

›Wenn die Hand ins Ufer fällt‹
 
Anna Bittersohl schildert von heutiger Warte aus nicht nur das, was sie vor sich sieht, sondern explizit das, was sie in sich sieht. Diese Erkenntnis – so formuliert von dem Erzromantiker Caspar David Friederich – mag sich romantischer Vorstellungen bedienen. Sie bekennt sich zugleich zu einer erzählerischen Haltung unter posthistorischen Prämissen, welche auch die Romantik in neuem Licht erscheinen lässt. Die Malerin hat die Faszination einer reinen Peinture, wie sie ihr einstiger Professor Ralph Fleck pflegt, um ein narratives Moment erweitert, wodurch sich die Wahl-Leipzigerin erfolgreich mit den KollegInnen in der Nachfolge Neo Rauchs messen kann.
 
Anna Bittersohl entwirft in ihrer Bildsprache eine multiple Welt, in die sie den Menschen stellt, der zwar gestalterisch auf seine Umwelt eingeht, diese aber kaum noch als Ganzheit erfassen kann. Sie reagiert damit rein malerisch auf die komplexen Wahrnehmungszwänge unserer Wirklichkeit: Im digitalen Zeitalter werden wir stetig konfrontiert von Überlagerungen natürlicher und virtueller Eindrücke. Statt sich selbst digitaler Techniken zu bedienen, verarbeitet sie ihre Erkenntnisse mittels der klassischen Ölmalerei auf Leinwand bzw. - im kleinen Format - auf Holz. Private Erinnerungen und Erlebnisse vermischen sich mit märchen- und sagenhaften Elementen; naturhafte Darstellungen wechseln mit abstrakt-expressiven Farb-Interventionen. Souverän versteht es die Künstlerin, die verschiedenen Wahrnehmungsschichten durch Übermalungen, scheinbar entmaterialisierte Malvorgänge und simultane Szenerien (etwa zeitlich oder räumlich unterschiedlicher Handlungen) darzustellen. Darüber hinaus versetzt Anna Bittersohl den Menschen wie auch eine artenvielfältige Fauna (insbesondere Pferde, Vögel) in eine dschungelhafte, schwer zugängliche und wilde Natur, welche gleichsam die rational kaum mehr zu durchdringende Außenwirklichkeit und die fragile, vielverzweigte Innerlichkeit des Menschen wiedergibt. Die auftretenden Menschen selbst - Ritter, Pilger, Abenteurer, Heilige, Träumer oder Wächter und Grenzgänger (mal männlich oder weiblich oder divers ausgeprägt) - neigen subjektiv gesehen zum Scheitern, signalisieren aber nicht minder ein Sehnen und Hoffen. Letztlich geht es um die Frage der Identität, die jeder Mensch nur für sich beantworten kann. Die Künstlerin versteht ihre Aufgabe nicht darin, Sinn zu stiften oder ihn in Frage zu stellen, sondern darin, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, den Sinn jeglicher Existenz zu hinterfragen. Die Lust an der puren Malerei verwischt etwaige Befindlichkeiten auf eine Weise, die technische Brillanz und malerische Schönheit eint.
 
Die Karlsruher Präsentation hat Anna Bittersohl unter den poetischen Slogan gestellt: »Wenn die Hand ins Ufer fällt«. Die grammatische und semantische Unkorrektheit ist Programm: Das eine zielt auf einen Bruch mit Konventionen bzw. Erwartungshaltungen, das andere auf die Überlagerung verschiedener Bildebenen, hier dem symbolischen Unschärfebereich von Wasser und Land. Diese Regelverstöße gehen einher mit Bildern, die sich oftmals eher in Serien spiegeln, als dass sie sich innerhalb der einzelnen Arbeiten erschließen. Dahinter verbirgt sich eine Sicht auf die Welt, die in der Summe schlüssig erscheint, während sie in der Detailbetrachtung offen bleibt. Im Puls unserer Zeit ist das nicht wenig.
 

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Galerie-Information

»Lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom: Stillstand bedeutet Rückschritt!« (Erich Kästner).

Unter diesem Motto arbeiten seit 1979 die drei Brüder Bert, Harry und Kuno Schlichtenmaier, nachdem sie die 1969 von ihrem Vater Herbert Schlichtenmaier gegründete Galerie übernommen haben. Im ehemaligen Malteserschloss in Dätzingen (Gemeinde Grafenau), südlich von Stuttgart, fanden sie den geeigneten Standort für die zukünftige Weiterentwicklung eines Kunsthandels zu einer Ausstellungsgalerie. Indem die drei Kunsthistoriker nach der Fertigstellung ihrer Promotionen im Fach Kunstgeschichte an der Universität Tübingen 1982 und 1983, noch weit entfernt von der Moderne, ihre kunstwissenschaftlichen Kenntnisse zunächst im ererbten Programm mit alten Meistern des 17. bis 19. Jahrhunderts fortsetzten, konnten sie auf einer soliden Basis aufbauen. Zu diesen Wurzeln gesellten sich schon bald auch Maler von kunstgeschichtlich überregionaler Bedeutung, wie Carl Rottmann, Adolf von Menzel und Lovis Corinth, neben ausgewählten Künstlern mit regionalerem Bezug, wie Friedrich von Keller oder die wichtigen Vertreter der schwäbischen Freilichtmalerei wie Christian Landenberger, Hermann Pleuer und Otto Reiniger. Damit war die Schwelle ins 20. Jahrhundert überschritten und der Weg in die Geschichte der beiden in Baden-Württemberg gegründeten Kunstakademien in Karlsruhe und Stuttgart geöffnet, worin die drei Kunsthistoriker neue Aufgaben erkannten. Was mit Galeriekatalogen zur Buchmalerei des 14. und 15. Jahrhunderts begann, führte in den 1980er Jahren zu programmatischen Ausstellungsthemen wie der Stuttgarter Neuen Sezession, der Stuttgarter Sezession oder der Üecht-Gruppe mit ihren gegensätzlichen künstlerischen Positionen. Ausstellungen der Wegbereiter dieser Zeit, Heinrich Altherr und Adolf Hölzel, schufen die Grundlage für die Auseinandersetzung mit späteren Vertretern der klassischen Moderne, wie Willi Baumeister, Julius Bissier oder Oskar Schlemmer, welche die Galerie bis heute vertritt.

Ein weiterer Schritt in die 1950er Jahre bestimmte schon bald das Galerieprogramm, mit Ausstellungen, welche nicht nur Baumeisters große Bedeutung in der deutschen Nachkriegskunst herausstellten, sondern auch seine Wirkung auf eine künstlerische Avantgarde, die nach 1945 zu neuen Positionen in der Abstraktion fand und sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei weit über den deutschen Südwesten hinaus internationale Bedeutung erreichte - wogegen der von HAP Grieshaber und seinen Schülern (z. B. Horst Antes) in Karlsruhe beschrittene Weg von der abstrahierenden Gestaltung zur Figuration führte.

Seitdem 2003 die Galerie am Kleinen Schlossplatz in Stuttgart eröffnet wurde, zeichnete sich auch dort die prozessuale Weiterentwicklung des Galerieprogramms in der Erweiterung um neu besetzte Positionen in der Kunst der Moderne und der Gegenwart nach 1945 ab. Allein die Liste der Künstler, zu deren Ausstellungen der Bestand von inzwischen auf 188 in der Edition Schlichtenmaier erschienenen Kataloge in dieser Zeit erweitert wurde, ist beträchtlich: Willi Baumeister, Julius Bissier, Emil Cimiotti, Winfred Gaul, Karl Otto Götz, Peter Brüning, Adolf Hölzel, Camill Leberer, Ernst Wilhelm Nay, Werner Pokorny, Paul Reich, Emil Schumacher. Zu Künstlern, die seit längerem im Galerieprogramm integriert sind, erschienen weitere Katalogeditionen, wie zu Max Ackermann, Horst Antes, Otto Baum, Gerlinde Beck, Jürgen Brodwolf, Adolf Fleischmann, HAP Grieshaber, Otto Herbert Hajek, Erich Hauser, Fritz Klemm, Thomas Lenk, Wilhem Loth, Martinmüller, Georg Karl Pfahler oder Heinz Schanz. 2019, steht ein Jubiläum bevor, dann wird die Galerie auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken und ihr Programm in Zusammenarbeit mit dem durch Günter Baumann und Kay Kromeier erweiterten und verjüngten Galeristenteam, weiterhin nach »vorne« orientieren.

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Unternehmensdaten

Gründungsjahr

1969