Menu
art KARLSRUHE 13. bis 16. Februar 2020
Eine Veranstaltung der

Galerie Bernd Bentler

Friedrichstraße 55, 53111 Bonn
Deutschland
Telefon +49 228 312380
Fax +49 228 310984
berndbentler@berndbentler.de

Hallenplan

art KARLSRUHE 2020 Klassische Moderne und Gegenwartskunst Hallenplan (Halle 3): Stand H3/H13

Geländeplan

art KARLSRUHE 2020 Klassische Moderne und Gegenwartskunst Geländeplan: Halle 3

Ansprechpartner

Bernd Bentler

Telefon
+49176 21033306

E-Mail
berndbentler@berndbentler.de

Jenny Geißler

Telefon
+49176 80378443

E-Mail
jennygeissler@berndbentler.de

Anne Espenkott

Künstlerdetails

Kategorie: Gegenwartskunst

Stephan Balkenhol

1957 geboren in Fritzlar, Hessen
Er lebt und arbeitet in Karlsruhe, Berlin und Meisenthal, Lothringen
1976 – 1982 Studium an der Hochschule der Bildenden Künste in Hamburg bei Ulrich Rückriem
1983 Karl-Schmidt Rottluff Stipendium
1990 – 1991 Lehrauftrag an der Hochschule der Bildenden Künste in Frankfurt/Mail (Städelschule)
1992 Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe
2014 Erhalt des Ordre des Arts et des Lettres, verliehen durch Aurélie Filippetti, die französische Ministerin für Kultur und Kommunikation

Stephan Balkenhol ist Anfang der achtziger Jahre mit Arbeiten bekannt geworden, die ihn scheinbar außerhalb der Tradition der Moderne stellen. Seine Skulpturen sind nicht nur figurativ, sondern werden in einem traditionellen handwerklichen Prozess aus Holz geschlagen. Viele seiner Figuren sind Variationen eines Grundtypus: der ruhig aufrecht stehende Mann, bekleidet mit weißem Hemd und dunkler Hose. Auch glättet er die Oberflächen seiner Arbeiten immer nur so weit, daß die charakteristischen Spuren der Holzbearbeitung noch erhalten bleiben. Dadurch vermeidet Balkenhol einen Illusionismus, der den Betrachter vergessen lassen könnte, daß er hier Figuren gegenübersteht.
In einem Gespräch mit Thomas Schütte hat Stephan Balkenhol einmal eingestanden, er habe zunächst immer versucht, den Ausdruck seiner Figuren möglichst ambivalent zu gestalten und sie damit offen für verschiedene Interpretationen unterschiedlicher Betrachter zu halten.

Stephan Balkenhol: „Zum einen ist die menschliche Figur der Anlaß, das Thema, das ich mir stelle, mit dem ich mich auseinandersetze, das ich studiere und das mir auch einen gewissen Widerstand bietet; ich mag gerne diese Art von Herausforderung … Dann geht es auch darum, ein Bild zu schaffen. Es ist dann nicht nur die Figur, die wichtig ist, wenn man sie in einem Raum sieht und erlebt, sondern davon ausgehend, kann sie alles mögliche transportieren. Es ist wichtig, daß man nicht an der Oberfläche kleben bleibt, sondern daß wie bei einem Spiegel andere Dinge reflektiert werden können …, Stimmungen, Gefühle, Ideen. Meine Arbeiten sind keine Porträts im konkreten Sinne, sie stellen niemand Bestimmtes dar, sind aber auch nicht nur Zeichen oder Symbol für ‚Mensch‘.“

 

Mehr Weniger

Kategorie: One-Artist-Show

Michael Cleff

1961 geboren in Bochum
1990 – 96 Bildhauerstudium, Kunstakademie Düsseldorf,
Meisterschüler bei Prof. Fritz Schwegler
lebt und arbeitet in Bochum und Mülheim an der Ruhr

Die Plastiken von Michael Cleff beeindrucken seit vielen Jahren durch ihre konzentrierte Kraft, die sie aus ihrer Schlichtheit beziehen, aus ihrer Geschlossenheit und aus der Stringenz, mit der Cleff seine Konzeption verfolgt und immer weiter vorantreibt, diese dabei studierend, daraus neue Schlüsse ziehend und weiterführende Erkenntnisse gewinnend.
Wenige formale Bestandteile werden mit Bedacht variiert und in immer neue Beziehungen gebracht. Cleffs minimalistisches Konzept fußt dabei auf wiederkehrenden geometrischen Grundformen – Kreis, Quadrat, Rechteck, Ellipse – und einer reduzierten, monochromen Farbgebung. Es ist, als habe er sich für bestimmte Töne oder eine gewisse Anzahl von Silben entschieden, aus deren unterschiedlicher Kombination er nun immer neue Tonfolgen fügt oder Verszeilen baut. Insbesondere wenn man mehrere von Cleffs Arbeiten zugleich betrachten kann, hat dies ein meditatives Gleichmaß; das ruhige Gleichmaß dessen, der die Phänomene durch die immer neue Deklination des Beobachteten zu begreifen sucht.
Gabi Dewald, Journalistin

Ausstellungen (Auswahl)

2019 Der Wand entlang zum Beckenrand, mit André Schweers, Galerie Bernd Bentler, Bonn
Michael Cleff – Mischung, Kunstforum Solothurn (E)
Sichtweiten, Osthaus Museum Hagen
2018 An den Rändern, Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Baden-Baden (E)
Gefäss/Skulptur 3, Grassi Museum, Leipzig
2017 Liquids, Centre céramique contemporaine, La Borne (E)
An den Rändern, Kunstmuseum Ahlen (E)
2016 sechs, Galerie Christine Hölz, Düsseldorf
2015 Bochumerkünstler 2015, Kunstmuseum Bochum
Contemporary Ceramics, Galerie Officine Saffi, Milano
2014 Shifting, Carlernst Kürten Stiftung, Unna (E)
Über fast rechte Winkel, Landesmuseum Oldenburg (E)
European Ceramic Context 2014, Bornholm Art Museum
2013 Fotografie und neue Medien, Kunstmuseum Mülheim
2012 Sculptures Céramiques, Galerie Hélène Porée, Paris (E)
Shifting Paradigms in Contemporary Ceramics, Museum of Fine Arts, Houston

Arbeiten in Museen (Auswahl)

American Craft Museum, New York
Long Beach Museum, Long Beach, California
Mint Museum of Art and Design, Charlotte, North Carolina
Newark Museum, New Jersey
Racine Art Museum, Racine, Wisconsin
The Museum of Fine Arts, Houston, Texas
Charles A. Wustum Museum of Fine Arts, Racine, Wisconsin
Museum of Modern Ceramic Art, Mino (Japan)
World Ceramic Center, Icheon City (Korea)
Musée Nationale de Céramique, Sèvres
Musée Magnelli, Vallauris
Museo Internazionale delle Ceramiche, Faenza
Musée Ariana, Genf
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe
Grassimuseum, Leipzig
Museum Angewandte Kunst, Frankfurt
Keramikmuseum Berlin
Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen
Keramion, Museum für Zeitgenössische Keramik, Frechen
Kunstmuseum Ahlen/Westfalen
Kunstgewerbemuseum Schloß Pillnitz, Dresden
Kunstsammlungen Veste Coburg, Coburg
Kunsthalle Mannheim
Städtische Museen Stadt Landshut
Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart

 

Mehr Weniger

Kategorie: One-Artist-Show

Bettina Hachmann

1967 geboren in Geldern
1973-1983 aufgewachsen in Flensburg
Seit 2004 Atelier für Malerei auf Schloss-Wissen, Weeze
Mitglied im BBK (Berufsverband Bildender Künstler)
Arbeiten im öffentlichem Besitz und Firmenankäufe u.a: Bundeszentrale für Arbeit Bonn, Volksbank Niederrhein e.G, Sparkasse Krefeld, LINEG Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft, Kamp-Lintfort
Seit 1999 Ausstellungen im In - und Ausland, unter anderem in den Niederlanden, Marokko, Frankreich, Dänemark und der Schweiz

Bettina Hachmann beschreibt ihre Kunst folgendermaßen:
Gerne möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch: Leben in der Malerei, von Emil Schumacher beginnen. „…Das Bild ist keine vollständige Tatsache, sondern etwas, das sich stetig entwickelt, damit es uns zu immer neuen Entdeckungen verhilft… Es muss jederzeit etwas sagen und die Intensität der Entstehung widerspiegeln, damit es uns auch später noch anspricht. Je mehr vom Künstler investiert wurde, umso stärker profitieren wir als Empfänger davon.“
Weiter sagt sie: “Mir ist es immer wieder ein Anliegen, in dieser Intensität meine Bilder zu bearbeiten. In vielen Schichten trage ich Farbe auf und auch wieder ab, kratze, ja verletzte die Leinwand stellenweise sogar, um dann in der weiteren Bearbeitung wieder Ruhe in das Bild zu bringen. Bilder als Spiegel gelebten Lebens, nicht gefällig, sondern vielschichtig. Vielschichtig wie das Leben selbst.“
So erzählt sie in Ihren wunderschönen, kraftvollen Arbeiten vom Vergehen der Zeit, von Verletzung und Heilung der menschlichen Seele, vom Auf und Ab der Lebenswege. In ihrer auf wenige Linien reduzierten Form sind sie leichte und trotzdem ausdrucksstarke und positive Begleiter im täglichen Leben, genügen aber in jeder Beziehung auch höchsten ästhetischen Ansprüchen.

Einzelausstellungen (Auswahl)

2019 CAR, contemporary art ruhr, vertreten durch Galerie Atélier d‘Art Belvès
Wechselwirkung, Raumbezogenes Ausstellungsprojekt im Mühlenturm der
Stadt Geldern
ARTMUC, Kunstmesse München, Isarforum, Deutsches Museum
Discovery Art Fair.Köln, vertreten durch Galerie Flow Fine Art
ARTMUC, Kunstmesse München, Isarforum, Deutsches Museum
One Artist Show Art Karlsruhe, Galerie Bernd Bentler Bonn
2018 Flächenbewegung, Malerei und Grafik, Galerie Kunst & Werk, Ingelheim
Einschnitte, Malerei und Grafik, Galerie Palz, Saarlouis
Über die Dingen des Lebens, Galerie Bernd Bentler, Bonn
ARTMUC,Kunstmesse München, Isarforum, Deutsches Museum
Kölner Liste, XPOST Köln, vertreten durch Galerie Flow Fine Art
KO-OP: KUNST HILFT 2018, Galerie Kunstkomplex, Wuppertal
Galerie Flow Fine Art, Leverkusen
ART e Sindelfingen ,Galerie Unique,Turin
2017 ART MUC, München
Art Sylt, vertreten durch Galerie Bernd Bentler
Ruhe-Weite-Landschaft, Galerie Stötzel-Tiedt, Goslar( G )
Begegnung, Galerie Bernd Bentler Bonn ( G )
Kölner Liste, XPOST Köln
2016 Galerie Schürmann, Kamp-Lintfort ( E )
Art Sylt ( G )
Art-Stuttgart ( G )
Arbeitsaufenthalt in Paris, Entwicklung und Druck von Carborundum-
Radierung,3 und 4
Galerie Bernd Bentler, Bad Godesberg ( E )
2015 Arbeitsaufenthalt in Paris, Entwicklung der Carberundum Radierung,1 und 2
Galerie Duo, Bad Godesberg ( E )
Achtzig - Galerie für zeitgenössische Kunst, Berlin ( G )
COOP Bank, St.Gallen, Schweiz ( G )
2014 Galerie Kunst und Werk, Ingelheim ( E )
Galerie Flow Fine Art, Künstlerinnen der Einfachheit, Leverkusen – Hitdorf ( G )
Lichtinstallation, Verbindung - Begegnung, Schloss Wissen ( E )
art`pul-2014, Messe für zeitgenössische Kunst ( G )
Festival International Art, Chateau de Bougey,Frankreich ( G )
Vernissage Kunstmesse Hamburg , Kulturkirche Altona (G ).
Gewölbekeller Kloster Kamp, Vergessen und Erinnern, Galerie Schürmann ( E )
2013 Kunstverein Lübbecke, Beruhigte Risse - Unruhige Flächen ( E )
Orangerie Schloss Glücksburg, Galerie Dalype Art International ( G )
Kunstroute Maasduinen, „DE SMAAK VAN KUNST“ , Niederlande ( G )
Galerie Kocken, Art for Afrika, Kevelaer ( G )
2. Vernissage Künstlermesse, Schloss Schwetzingen ( G )
Galerie Dalype Art International, Helnæs, Dänemark ( G )
art’pul - 2013 | Messe für zeitgenössische Kunst ( G )
Galerie Flow Fine Art, Leverkusen- Hitdorf ( G )
2012 Galerie Peerlings, Krefeld ( G )
Galerie Flow Fine Art, Leverkusen- Hitdorf ( G )
1.Vernissage Künstlerforum 2012, Schwetzingen ( G )
2011 Rondom Marokko 2011, Museum Agadir, ( G )
Galerie Bastion Bab Marrakech, Essaouira ( G )
2010 Galerie Duo, Bonn und Bad Godesberg ( E )
Contemporary Art Ruhr Zeche Zollverein Essen, Galerie Schürmann ( G )
Galerie Kocken, mit temporärer Sonderausstellung im Kabinett des
Niederrheinischen Museums Kevelaer ( E )
Schachtzeichen, Zeche Zweckel, Gladbeck ( E )



 


Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Markus Lüpertz

1941 geboren in Liberec, Böhmen (heute Tschechische Republik)
Lüpertz lebt und arbeitet in Berlin, Karlsruhe, Düsseldorf und Florenz.
1948 Flüchtet die Familie in den Westen. Lüpertz wächst im Rheinland auf.
1956-61 Studium an der Werkkunstschule Krefeld bei Laurens Goosens und Kunstakademie in Düsseldorf
1961 Lüpertz lässt sich als freischaffender Künstler in Düsseldorf nieder
1962 Übersiedlung nach Berlin; Beginn der sogenannten „dithyrambischen Malerei“
1962 – 1969 Wohnt in Berlin und betreibt seit 1964 die Galerie Großgörschen
1970 Einjähriger Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz
1975 Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe
seit 1982 Entwürfe für Bühnenbilder in den Opernhäusern von Kassel, Ulm, Salzburg, Bremen, Düsseldorf
1984 Reise nach New York
1986 Er nimmt einen Lehrstuhl an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf an und wird 1988 bis 2009 deren Rektor
1989 – 1990 15 Fenster für die Kathedrale in Nevers
2000 Präsentation des Zyklus: Vesper in Hannover

Markus Lüpertz vereint Legende und Geschichte zugleich.
Während sich seine Zeitgenossen dem Informel und Tachismus hingeben, bleibt Lüpertz, nach seiner Ausbildung an der Werkkunstschule in Krefeld und der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf, der gegenständlichen Malerei treu. Am Anfang seines Schaffens steht die „dithyrambische Malerei“ deren philosophischer als auch mythologischer Ansatz sich auf Nitzsche und den Gott Dionysos stützt. Seine geheimnisvollen Elemente, kombiniert mit überdimensionaler gegenständlicher Malerei, erzeugen eine euphorische Begeisterung im Betrachter. In den 70er Jahren folgt eine intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte in den „deutschen Motiven“. Stillebenartige militärische Gegenstände sollen in einer neuen Aura an den vergangenen Krieg erinnern.
Seit 1980 betätigt sich Lüpertz auch als Bildhauer und entwirft Skulpturen. Mythologische oder literarische Helden erwachen in einem neuen Antlitz aus Bronze. Die Versehrtheit der unvollkommenen und nach antikem Vorbild farbig bemalten Skulpturen soll die Erinnerung an das einst Erhabene und Vollkommene der Kunst aufrechterhalten.
Neben seiner Tätigkeit als Maler arbeitet Lüpertz als Bühnenbildner, Dichter, Theaterproduzent und war von 1986 – 2003 Direktor der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Er vereint in seinem Werk seinen persönlichen Sinn für Humor mit seiner rebellischen Art, Regeln zu brechen. Ein geheimnisvolles Gesamtwerk ist entstanden, das sich gleichzeitig als Weltzugang und Weltdeutung eignet.

Mehr Weniger

Kategorie: Nachkriegskunst

Heinz Mack

1931 geboren im hessischen Lollar
Mack lebt und arbeitet in Mönchengladbach und auf Ibiza.
1950-1953 Studium mit Staatsexamen an der Kunstakademie Düsseldorf
1956 Staatexamen in Philosophie an der Universität Köln
1957 gemeinsame Gründung mit Otto Piene der Gruppe ZERO in Düsseldorf.
Ein Jahr später nimmt Mack an der Documenta II in Kassel teil und erhält den Kunstpreis der Stadt Krefeld.
Mack erhält den Premio Marzotto.
1964 – 1966 unterhält Mack ein Atelier in New York und nimmt an der Documenta III teil.
1965 wird der Künstler mit dem 1. Prix arts plastiques der 4. Biennale de Paris geehrt.
1970 erhält er eine Professur für einen Lehrauftrag in Osaka (Japan) und wird ordentliches Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, der er bis 1992 angehört. Auf der XXXV. Biennale in Venedig vertritt er im gleichen Jahr mit Uecker, Pfahler und Lenk die Bundesrepublik Deutschland.
1962-1968 und 1976 folgen größere Arbeitsexpeditionen in die Algerische Wüste und in die Arktis.
Den 1. Preis des internationalen Wettbewerbs Licht 79 der Niederlande erhält er 1979.
1992 folgt der Große Kulturpreis des Rheinischen Sparkassen-Verbandes.
2004 erhält der Künstler das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland als Anerkennung für sein Werk und sein Wirken als Botschafter der Kulturen.

Heinz Mack – Künstler, Konstrukteur, Erfinder und Entdecker. Ende der 1950er Jahre gründet der deutsche Künstler in Düsseldorf die ZERO-Gruppe und kreiert gemeinsam mit Otto Piene und Günther Uecker eine neue Avantgarde, die großen Einfluss auf die Kunstentwicklung in Europa und Amerika nimmt. Sein zentrales künstlerisches Thema ist das Licht. Gegenstandslose Bilder und Skulpturen werden durch Licht zum Leben erweckt. Das facettenreiche Gesamtwerk führt über die Malerei hinaus zu Lichtreliefs und Lichtkuben und bis heute zu einer enormen Vielfalt von unterschiedlichen Skulpturen wie Stelen, Rotoren, Reliefs, Spiegel, Skulpturprojekten in unberührten Landschaften oder künstliche Lichtenvironments. Sein Sahara Projekt zählt zu den ersten Beispielen der Land Art.
Seit 1990 wendet sich Mack wieder der reinen Farbe in seiner Malerei zu, welche er selbst als „chromatische Konstellationen“ bezeichnet. In seinen Farbräumen entsteht ein dynamisches Prinzip aus Licht und Farbe, welches zugleich Spannung und Harmonie erzeugt. Getreu dem Motto des Künstlers wird Farbe zu Licht und Licht zu Farbe.

 

Mehr Weniger

Kategorie: Nachkriegskunst

Otto Piene

1928 am 18. April geboren als Otto Ludwig Wilhelm Hermann Leonhard Piene im westfälischen Laasphe
1949-1950 Studium der Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München
1950-1953 Studium der Malerei und Kunsterziehung an der Kunstakademie in Düsseldorf
1951-1964 Dozent an der Modeschule in Düsseldorf
1953-1957 Studium der Philosophie an der Universität in Köln, Abschluss Staatsexamen
1957 am 11. April gründet er zusammen mit Heinz Mack in Düsseldorf die später international einflussreiche Künstlergruppe ZERO
1964 Gastprofessur an der University of Pennsylvania
1968-1971 Fellow des 1967 von Gyorgy Kepes gegründeten Center for Advanced Visual Studies (CAVS)
1972 Professor of Visual Design for Environmental Art (Professor der Umweltkunst) am Massachusetts Institute of Technology
1974 Direktor des CAVS dessen Leitung er bis 1994 innehatte
2008 Gründung der ZERO Foundation zusammen mit Heinz Mack, Günther Uecker und der Stiftung Museum Kunstpalast
2014 am 17. Juli verstorben in Berlin

Die bei der Gründung der Gruppe „ZERO“ vorherrschende Idee war ein von der Ebene „Null“ ausgehender kompletter Neubeginn in der Malerei und die Einbeziehung in das künstlerische Schaffen von Licht (und Schatten) sowie – für Piene – auch von Feuer. Ihre Anschauung verbreiteten Mack und Piene bis 1961 in der Zeitschrift „ZERO“. Die traumatischen Zeiten ohne Licht während des zweiten Weltkriegs bringen ihn dazu, das Licht zu seinem Medium zu machen. Der ZERO-Künstler ist sehr darauf bedacht, anti-museale und demokratische Kunst zu schaffen.
Im Jahr 1959 entwarf Piene unter Bezugnahme auf elementare Naturenergien Lichtballette und Rauchbilder. Die Spuren von Feuer und Rauch sind wichtige Elemente dieser Werke. Er experimentierte außerdem mit Multimedia-Kombinationen (1960). Bekannt ist Piene insbesondere durch das Lichtballett und weitere lichtkinetische Arbeiten. Außerdem schuf er aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit Licht und Bewegung Luft- und Lichtskulpturen. Der mehrfache Documenta Teilnehmer benennt den Himmel als sein Vorbild und seine Inspiration, da dieses sich ständig verändert. Otto Piene lässt in seinem Lichtballett das Licht malen, bei seinen Feuergouachen werden die Flammen zu seinem Pinsel und bei seinen Skyprojekten wird der Himmel zur Leinwand. Seine Kunst überzeugt durch eine Verbindung von Kunst, Natur, Wissenschaft und Technik. Einer der bekannten Werk-Zyklen von Otto Piene steht unter dem Titel „Blue Planet / Blauer Planet”. Piene setzt sich damit für den Erhalt unseres Blauen Planeten ein, indem er fordert: „Keep the Blue Planet green! / Der Blaue Planet soll grün bleiben!“ Bis zum Jahr 2009 schuf Otto Piene auf der Basis dieses Mottos jährlich neu die Trophäe des Internationalen Blue Planet Awards der Stiftung ethecon (Ethik und Ökonomie)als Unikat.


Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Gerhard Richter

1932 geboren in Dresden
Richter lebt und arbeitet in Köln.
1951-1956  1.Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden
1957-1961 als Meisterschüler an der Akademie und als freier Maler mit Staatsaufträgen der DDR tätig
1961 Flüchtet nach Westdeutschland
1961-1963  2.Studium an der Kunstakademie Düsseldorf
Richters Werk bewegt sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Anfänglich wurde er in seinem Schaffen vom Informel inspiriert.
1963 entstanden erste Arbeiten mit Unschärfetechniken, die er nach photographischen Vorlagen anfertigte.
1966 Entwicklung der Werkgruppe „Farbtafeln“ sowie „4 Glasscheiben“
1967-1975 Entstehung der „Grauen Bilder“. Dabei widmete er sich in einer Reihe einem bestimmten Einzelmotiv.
1971 bis 1993 Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf
1972 vertritt Richter Deutschland auf der Biennale in Venedig mit der Serie „48 Portraits“
1977 Entwicklung farbintensiver, abstrakter Werke
1980 Entstehung seines ersten abstrakten Rakelbildes
Einer der jüngsten Wege, die Richter im Zuge seiner Erforschung von Abstraktion und Farbe eingeschlagen hat, ist seine Arbeit mit Streifen
Gerhard Richter zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Bereits in jungen Jahren verspürt Richter das Bedürfnis zu malen und entschließt sich, eine Ausbildung als Schriften-, Werbe- und Bühnenmaler zu machen. Danach fängt er sein Studium an der Dresdener Kunstakademie an. Ab 1957 fertigt er Öl- und Wandgemälde im Stil des sozialistischen Realismus für die DDR an, gleichzeitig entstehen Privatporträts von seiner Familie. Beeindruckt von einem Besuch auf der documenta II, wo er auf ihn friedlich wirkende abstrakte Werke von Jackson Pollock, Jean Fautrier und Lucio Fontana stößt, entschließt sich Richter 1961, seine Heimat zu verlassen und flieht nach Westdeutschland.
In Westdeutschland angekommen stellt Richter schnell fest, dass er fortan ein „freier“ Künstler ist. Sein Kunststudium kann er an der Düsseldorfer Kunstakademie beenden und beginnt währenddessen das Verhältnis von Malerei und fotografischen Quellen zu erforschen. Diese Pionierleistung der Nachkriegskunst öffnet Richter die Türen in den deutschen Kunsthandel. Sofort stellen die Größen der Galeriewelt, wie z.B. Alfred Schmela oder René Block, seine Werke aus. In den kommenden Jahren variiert Richter seine „unscharfe Malerei“ durch verschiedenen Themenkomplexe. Die 70er Jahre stehen unter dem Oberbegriff der Abstraktion und werden von einer Vielzahl an Rasterbildern dominiert. Dennoch hört Richter mit Beginn der 1970er-Jahre nicht auf, figurativ zu malen. Eine wilde Odyssee durch Abstraktion und Gegenständlichkeit beginnt und schafft letztendlich eines der facettenreichsten Gesamtwerke der Gegenwart.

Mehr Weniger

Kategorie: One-Artist-Show

André Schweers

1963 geboren in Mülheim an der Ruhr
1985-90 Studium Kunst und Geografie an der Universität Duisburg                                                
Studium der Bildhauerei bei Kurt Sandweg
1990-94 Aufbau und Leitung der Papierwerkstatt im Fachbereich Kunst der Uni   Duisburg
1994-98 Arbeitsaufenthalte an archäologischen Ausgrabungsstätten in Italien,  Griechenland, der Türkei und Frankreich
Seit 1992 Ausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Projekte im In- und Ausland
Seit 2010 Ausstellungskonzepte und kuratorische Tätigkeit.

Der Plastiker André Schweers gestaltet seine bildkünstlerischen Objekte in der Hauptsache mit Papiermasse unter Einbeziehung anderer Materialien wie Paraffin und Pigmente. Die Verwendung dieser spezifischen Materialien beinhaltet jedoch nicht unmittelbar eine direkte Auseinandersetzung mit dem Element Papier, sondern versteht sich in seiner Materialität als Element der Aneignung von Spur, Hinterlassenschaft und Setzung. Die Papiere, genauer die Papiermassen, die der Künstler verwendet, sind denn auch plastisch gesetzt und verdichten die unterschiedlichen Inhalte der künstlerischen Arbeit in Farb- und Formelementen.

Einzelausstellungen/Ausstellungsbeteiligungen/Projekte

2019 10 Jahre Neue Galerie im Museum Haus Beda, Bitburg
Cumuli, Verband der Papierhersteller im Haus der Papierindustrie, Bonn (E)
Papier-Farbe-Malerei, Verein für aktuelle Kunst, Oberhausen
2018    Von Albers bis Zangs, Kunsthalle Viersen
White Noise, Kunstraum im Mercatorhaus, Duisburg
Gulliver, Filmprojekt im Rahmen der Akzente Duisburg
2017 Künstler des Forums Kunst/Architektur Essen im Institut Barcelonès Artistic d´Art, Barcelona
2016 Transfer, Hafenmuseum Bremen (E)
Streiflichter, Kreismuseum Peine
Prolog, Kunstverein Peschkenhaus, Moers (E)
2015 Memoria, Kunstforum Lüdinghausen (E)
2014 weiß-schwarz, Museum Alte Post, Mülheim a. d. Ruhr
Schichten, Kunstverein Rotenburg/Wümme (E)
2013 Weiß – Grau, Grau – Weiß, Galerie Ohse, Bremen
disPOSITIONEN, Städt. Museum Herne Schloss Strünkede (E)
2012 Kreuz, Galerie Ohse, Bremen und Diözesanmuseum Osnabrück
Intra Muros, Gewölbekeller Kloster Kamp, Galerie Schürmann, Kamp-Lintfort (E)
2011 Landwärts, Städt. Museum Kalkar und Niederrheinischer Kunstverein (E)
Geordnete Welten, Installation in St. Clemens, Wissel (E)
Zeichnung,  Museum Alte Post, Mülheim/Ruhr
2010 Kunstbunker, Mönchengladbach (E)            
Ruhr2010: Starke Orte, div. Ausstellungsprojekte im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres




Mehr Weniger

Kategorie: One-Artist-Show

Marius Singer

1959 geboren in Bergisch Gladbach
1980 Abitur, Köln
1981 – 86 Studium der Freien Kunst an der Fachhochschule für Kunst und Design, Köln
Studienaufenthalte in Italien, Frankreich, Australien und Südafrika

Marius Singer erhielt verschiedene Stipendien und Kunstpreise, u.a. auch von der Stadt Bonn. Er stellt seit Jahren seine Werke auf den großen nationalen Kunstmessen (u.a. art Karlsruhe, ART COLOGNE, ART.FAIR Köln), aber auch international aus (u.a. ART FLORIDA, ART Breda/NL, ART FAIR Brüssel).
Seine Werke sind weltweit in wichtigen öffentlichen Museen (u.a. Melbourne Museum, Museo National Valencia, Museum van Bommel an Dam Venlo/NL), sowie in privaten Sammlungen (u.a. New York, Paris, Kapstadt, Amsterdam, Berlin) vertreten.

Die abstrakte Malerei von Marius Singer ist Ergebnis eines kontinuierlichen Prozesses, der gleichermaßen von Werden und Vergehen, von Impulsivität und Kontemplation geprägt ist:
Großzügig aufgetragene Schichten bei denen Farben von Ebene zu Ebene wechseln, ineinander und übereinander verlaufen, sich verdichten oder abgetragen und abgewischt werden. In nicht enden wollenden Bewegungen wird das Medium Malerei exzessiv vorangetrieben und seine Möglichkeiten und Grenzen immer wieder aufs Neue ausgelotet.
Marius Singers genuin spontaner Malgestus ist motivisch frei und doch formal strukturiert. Seine Bilder suggerieren Landschaften und bleiben doch konkreten Themen und Motiven fern. Seine zuweilen strengen, vertikal oder horizontal angelegten Kompositionen zeigen rhythmisch angeordnete Linien, die opake und lasurartige Farbfelder bilden. Dabei können sowohl kalte, als auch warme Farben dominieren oder ein Wechsel dieser Spektren und Kontraste stattfinden. Insbesondere die durch das Ablösen älterer Farbschichten transluzent verwischten Flächen erwecken oftmals den Eindruck von Lichtbrechungen und Spiegelungen und geben Einblicke auf darunter liegende Farbschichten frei. Assoziationen von weiten Horizonten und Wasseroberflächen werden wach und zeigen einmal mehr die Einzigartigkeit, die die Malerei von Marius Singer auszeichnet: Farbe und Licht ergeben ein derart differenziertes Zusammenspiel, dass Fläche und Raum sowie Nähe und Ferne – trotz aller Abstraktion – imaginiert werden können.
In seinen jüngsten Werken trägt Marius Singer die Farben mit einem Spachtel in unzähligen, feinen Schraffuren auf die darunter liegenden vielfältigen Farbschichten auf. Durch diese besondere Technik entstehen unscharfe Verwischungen, die an photographische Motive erinnern, bei denen Bewegungsmomente, mit längerer Belichtungszeit festgehalten werden. In Verbindung mit den dichten und diaphanen Bildsequenzen wirken diese schimmernd-linearen Strukturen dynamisch bewegt und auf besondere Weise vibrierend. Marius Singer bewirkt mit dieser virtuosen Ausformung seiner sich stets weiterentwickelnden Maltechnik eine Durchbrechung der Farboberfläche, die der des Lichts ähnelt. Im steten Wechsel von Reflexion und Absorption eröffnet er das ganze Spektrum der Farben und entfaltet auf diese Weise eine grenzenlose Welt der Assoziationen. (Text: Alexandra Wendorf, Chefredakteurin barton Zeitungsmagazin)

Einzelausstellungen/Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)


2019 ART KARLSRUHE Galerie Bernd Bentler (E) One-Artist-Show
Contemporary ART FAIR Paris, Art Gallery Gaudi (G)
Galerie Z, Landau, Gemälde, Skulpturen, mit Performance (E)
Art Gallery Gaudi Madrid (G)
2018 Art Fair Brüssel (G)
Galeria Gaudi, Madrid (G)
Kunstmesse Sylt (G)
ART SYLT (G)
Galerie Bernd Bentler Bonn (G u. E)
2017 Galerie graefe art.concept, Berlin (E)
Galerie VANLIT-DILUCA ART, Den Haag/NL (E)
Kunstmesse ART.3000 , List auf Sylt(G)
Kunstmesse ART.SYLT (G)
2016 Kunstmesse ArtPalmBeach Florida/USA (G)
Gallery Continuum, Königswinter (E)
Kunstmesse ART.SYLT (G)
Galerie Bernd Bentler Bonn (E)
Kunstmesse ART.FAIR Köln (G)
2015 Kunstmesse art Karlsruhe (ONE-ARTIST-SHOW) (E)
Kunstmesse ART.FAIR Köln (G)
Kunstmesse ART BREDA/NL (G)
Kunstmesse artexpo, Hamm (G)
2014 Gallery Continuum, Königswinter (G)
Kunstmesse ART BREDA/NL (G)
Kunstmesse ART.FAIR Köln (G)
Kunstmesse art KARLSRUHE (ONE-ARTIST-SHOW) (E)
2013 - 2017 Gerling-Quartier Köln (E)
2013 - 2014 Gesellschaft für Kunstförderung und Sponsoring, Bad Honnef (E)
2014 Kunstmesse ART.FAIR Köln (G)
2013 Spichernhöfe, Köln (G) (P)
Charity „Hoffnung“ Verein zur Förderung der Senologie“, Düsseldorf-Bonn (G) Galerie Sassen, Bonn (G)
2012  Galerie Duo, Bonn (G)
Einzelausstellung Gemälde Galerie Joungblood, Kapstadt
2011 Red, Gemälde und Performance, FJK e.V., Bad Honnef
2010 Performance/Lichtinstallation Residenz, München

Mehr Weniger

Kategorie: Nachkriegskunst

Günther Uecker

1930 geb. in Wendorf bei Crivitz
1949 bis 1953 Studium der Malerei in Wismar und an der Kunstakademie in Berlin-Weißensee
1955 bis 1957 Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Otto Pankok
Günther Uecker lebt und arbeitet in Düsseldorf-Oberkassel und St. Gallen

1961 trat Günther Uecker der Künstlergruppe ZERO bei. Die Gruppe war von Heinz Mack und Otto Piene gegründet worden. ZERO steht hier für „die Stunde null“. Man fand, die Kunst sei zu befrachtet und es bräuchte eine Befreiung, einen Neuanfang. Die Gruppe betrachtete ihre Kunst als einen Übergang, einen Moment zwischen zwei Zuständen. Sie realisierten zusammen faszinierende lichtkinetische Objekte und fanden so neuartige Wege der Darstellung. In diesem Rahmen kam es auch zu der kontrovers diskutierten Aufführung des sogenannten „Terrororchester“ in der Kunsthalle Basel. Günther Uecker inszenierte eine Lärmmaschine mit mehr als 20 lauten Maschinen wie z.B. Staubsaugern.

Günther Uecker ist es gelungen, die Ziele der Gruppe ZERO umzusetzen und die Kunst durch neue Impulse zu bereichern. Er arbeitete mit ungewöhnlichen Materialien, denen er eine überraschende Wirkung verlieh: Es wäre beispielsweise naheliegend gewesen, Nägel für die spaltenden oder zerstörerischen Prozesse eines aggressiven Kunststils zu nutzen. Stattdessen schuf Günther Uecker aus dem Bauzubehör faszinierende Oberflächen, die teilweise eine meditative Aura entfalten und den Betrachter zu einer veränderten Sichtweise einladen.

Spiritualität vieler Arbeiten des Künstlers Günther Uecker ist seit den 1980er Jahren stark vom Zen-Buddhismus geprägt. Auf Grund von vielen Reisen in den fernen Osten entwickelt er eine Empathie zum Zen, einer japanischen Ausprägung der buddhistischen Strömung. Besonders seine Aufenthalte in Peru, Tibet und japanischen Zen-Gärten haben sein Werk stark beeinflusst. Es entstand die Idee der Beweglichkeit, welche gleichzeitig Unbeweglich ist. Durch seine Rotationen, Spiralen oder Sandmühlen nimmt der Künstler Bezug auf die sich stetig erneuernde und verändernde Schönheit der Natur und deren Erscheinung. Die ewige Verwandlung seiner beweglichen Skulpturen wird zum Synonym der Natur. Außerdem spiegelt sich in seinen Werken der Fokus auf die Mitte, der Befreiung von sich selbst, welche durch Hilfe von Meditation gelingt, wieder. Eine wichtige Symbolkraft im Zusammenhang mit der Zen Tradition trägt für Uecker das Motiv der Spirale. Die Spirale, in ihrer gleichmäßigen, ruhigen Kraft, die sowohl nach innen, wie außen leitet, nimmt somit den Grundgedanken auf, dass äußere Einflüsse einen genauso prägen wie Innere. Die Spirale symbolisiert somit die Freiheit des Bewusstseins. Immer wieder nimmt der Künstler Bezug in seinem Gesamtwerk auf diese Lebensphilosophie und das Motiv. Neben seinen Nagelbildern und Prägedrucken schafft Uecker aufwendige kinetische Objekte, die mit Hilfe von Motoren rotieren. Auch hier bekommt das Motiv der Spirale eine wichtige Rolle. Große runde Platten, die mit Spiralen aus Nägeln versehen sind, bewegen sich im Kreis und beginnen ein Spiel mit dem sich auf den Nägeln reflektierenden Licht – die Rotation ist geboren. Das bewegliche Nagelrelief assoziiert in dem Betrachter eine Serie aus verschiedenen Bildern, welche nach Uecker spirituelles Potential hat. Somit wird aus der gleichmäßigen Rotation der Spirale eine spirituelle Praxis. Günther Uecker wechselt bei dem Titel seiner Prägedrucke zwischen „Spirale“ und „Rotation“, da er sich bei der Graphik entweder von seinen Nagelbildern oder von seinen kinetischen Objekten hat inspirieren lassen. Die Begriffe Spirale und Rotation unterscheiden sich somit nicht im Motiv, sondern stammen aus unterschiedlichen Werkgattungen des Künstlers, welche sich aber auf die gleiche Philosophie beziehen.

Nach seiner Präsenz auf der Biennale von Venedig im Jahr 1970 widmete er sich verstärkt inspirierenden Reisen, die ihn unter anderem nach Japan, Sibirien und Island führten. Ab den 1980ern setzte sich Uecker zunehmend mit politischen Themen auseinander. International bedeutend ist der Zyklus „Aschebilder“, der sich mit der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl befasst. Ein Ort der Toleranz schwebte dem bekennenden Pazifist vor, als er 1999 den Andachtsraum des Berliner Reichstagsgebäudes gestaltete. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern, verdeutlichen Ueckers Relevanz für die moderne Kunstgeschichte. Er selbst setzt sich dafür ein, dass Nachwuchskünstler ihre innovativen Ideen in die Tat umsetzen können.

2008 gründete Uecker zusammen mit den ZERO-Künstlern Heinz Mack und Otto Pinie die „Zero foundation“. Auch die Stiftung Museum Kunstpalast, sowie die Landeshauptstadt Düsseldorf, ist an der „Zero foundation“ beteiligt. Die Stiftung hat ihren Sitz in Düsseldorf. Zu den Zielen gehört es, die ZERO Bewegung zu erhalten und zu fördern.

 

 

Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Bernar Venet

1941 geboren in Château-Arnoux, Frankreich
1958-1959 Studium an der städtischen Schule für Gestaltende Kunst, EMAP Villa Thiole, in Nizza, Frankreich
1959-1961 Bühnenbildner an der Oper Nizza, Frankreich
1961-1962 Wehrdienst bei der Französischen Armee
1966 Umzug nach New York, USA
1988 Design Award für Bildhauerei, Norfolk, USA
1990 Grand Prix des Arts de La Ville de Paris, France
1996 Chevalier des Arts et Lettres
1997 Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Salzburg, Österreich
2005 Chevalier de la Légion d’Honneur
2005/2006 Robert-Jacobsen-Preis

Bernar Venet hat es geschafft, eine völlig eigenständige Formensprache zu entwickeln, und gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart. Durch seine unverwechselbaren Stahlskulpturen ist er weltweit präsent. In Deutschland wurde er 1987 durch den vom französischen Staat anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins geschenkten 20m hohen schwarzen Metallbogen "ARC 124,5" bekannt.
Bevor Venet mit den freistehenden monumentalen Stahlskulpturen beginnt, nutzt er verschiedenste Materialien, Techniken und Medien. Er malt mit Teer auf Leinwand, mit schwarzem Lack auf Zeitungspapiercollagen, verschraubt dicke Wellpappe zu Reliefs, denen er einen einfarbigen Lackanstrich gibt, häuft Kohle zu Materialassemblagen, fotografiert, filmt, entwirft Bühnenbilder und experimentiert mit Geräuschaufnahmen und lotet so die unterschiedlichen künstlerischen Bereiche aus. 2012 verwandelt er einen exklusiven Bugatti Sportwagen in ein Kunstobjekt. Er lässt die Karosserie in den Farben von Cortenstahl mit Formeln zur Errechnung der Leistungskraft des Motors lackieren und überträgt sie auf den Innenraum des Fahrzeugs.
"Künstler sein heißt zu suchen,
auf die Gefahr hin, dass man sich verläuft . . .
Allein auf dem falschen Weg zu sein,
ist besser als mit den anderen zu gehen." *

* Bernar Venet, Retrospektive 1963 – 1993, Ausstellungskatalog Musée d'Art Moderne et d'Art Contemporain Nice, 25. Juni – 12. September 1993, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen am Rhein, 25. September – 7. November 1993, S. 51

 

Mehr Weniger

Unsere Künstler

Über uns

Galerie-Information

In der City von Bonn finden Sie die Galerie Bernd Bentler in repräsentativen Räumen am Rande der Fußgängerzone in unmittelbarer Nähe zum Geburtshaus Ludwig van Beethovens. Auch Bonns große Museen wie die Bundeskunsthalle und das Städtische Kunstmuseum sind von hier aus schnell zu erreichen.
Die Galerie Bernd Bentler ist seit den späten 80-er Jahren im traditionellen Kunsthandel tätig und hat sich auf zeitgenössische Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute, schwerpunktmäßig auf ZERO-Kunst, spezialisiert.
Thematisch gliedern sich diese Positionen in die Fragestellungen der Galerie ein: Die Frage nach dem Licht in der Kunst, nach der dritten Dimension in Malerei und Grafik und nach neuen Ausdrucksformen.
Vor allem mit den Künstlerinnen und Künstlern Michael Cleff, Bettina Hachmann, Martin Noël, Thomas Röthel, André Schweers und Marius Singer sind wir auf einem sehr erfolgreichen Weg. Aber auch andere, jüngere Positionen werden wir auf diesem Weg der Förderung und Unterstützung durch Messeauftritte und Ausstellungen begleiten.
Motivation und Grundlage unseres Handelns aber ist die Freude. Die Freude an der Kunst, die wir in der Galerie präsentieren, und die Freude am Umgang mit den vielen Menschen, denen wir auf unserem Weg begegnen und die die Freude an der Kunst mit uns teilen.

Mehr Weniger

Unternehmensdaten

Gründungsjahr

1981