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art KARLSRUHE
Eine Veranstaltung der

Galerie Georg Nothelfer

Corneliusstraße 3, 10787 Berlin
Deutschland

Standort

  •   Halle 1 / H1/C15

Ansprechpartner

Vera Ehe

Telefon
0308814405

E-Mail
nothelfer@galerie-nothelfer.de

Unsere Künstler

Künstlerdetails

Kategorie: Klassische Moderne, One-Artist-Show

Emil Schumacher

Emil Schumacher (1912-1999) erfährt als einer der bedeutendsten Vertreter des Deutschen Informel auch international hohe Anerkennung.
In seiner Malerei spürte er Materie und Farbe in besonderem Maße nach. Er trug Farbe dick als Materialschicht auf den Bildträger auf, in sie hinein zog er fließende Liniengerüste aus Gäben und Furchen, die das Bild durchströmen, wie wilde Flüsse das Erdreich, die die Erdkruste aufreißen und den Bildern  eruptive Kraft, aber auch Verwundbarkeit verleihen. Als poetische Bildsubstanz kamen allerdings auch alltägliche Materialien wie Drahtgeflechte, zerknülltes Papier, Steine, Stroh, Metall oder Sand zum Einsatz. So erinnern Schumachers Bilder immer wieder an Erdgeschichte, an urzeitlich geologische Zustände der erkalteten Erde, an vulkanische Verkrustungen mit hochgetriebenen Horizonten. Mitte der 1970er Jahre fing er an Asphaltbrocken zu zertrümmern, sie mittels Hitze aufzuweichen, um sie mit dem Hammer abzukanten und mit dem Bildgrund zu verschmelzen. Eines dieser seltenen Asphaltbilder, "Zargala" aus 1975, zeigen wir hier auf der Online Plattform der Art Karlsruhe.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Jan Voss

Durchgehendes Thema seiner Malerei ist das "geordnete", sich aber gleichzeitig in ständiger Bewegung befindliche Chaos einer vielgliedrigen Situation. Seine Arbeiten zeigen in seiner unverwechselbaren Handschrift unser Leben als einen vielschichtigen, oft chaotischen Zeitverlauf. In unserer medial geprägten Zeit reflektiert er die unzumutbare Summe von Zeichen, die wir täglich aufzunehmen und zu verarbeiten haben. Voss experimentiert mit diversen Techniken und Materialien; es gibt sowohl kraftvolle, farbintensive als auch leise, erzählende und eher zeichnerisch wirkende Arbeiten auf Leinwand. Demgegenüber stehen die aus zerrissenen Aquarellen collagierten Papierreliefs. Ob Leinwand, Holz- und Papierrelief oder Aquarell, allen gemein ist die Anhäufung verschiedener Farb- und Formelemente, die ineinander greifen, sich überschneiden und durch Linien, Zeichen und Zeichenfragmente miteinander verbunden sind. Voss wendet diese Formensprache vorerst auf das zweidimensionale Bild, später seit den 80er Jahren auch auf das dreidimensionale Objekt an. Folglich zählt alles, was der "Bildwerdung" dient: Knittern, falten, reißen, sägen, nageln und kleben. Voss sucht die ständige Veränderung. Durch neue Bildfindungen und Materialerkundungen gelingt es ihm, stets unverwechselbar zu bleiben. Diese Komplexität, die die Arbeiten von Voss auszeichnet, "soll," so Voss, "dem Betrachter assoziative Freiräume geben, erst dann entfaltet ein Bild seinen poetischen Gehalt. Darum darf der Betrachter nicht auf etwas Bestimmtes festgelegt werden. Sein Denkapparat muss frei kombinieren können". So wirken Jan Voss' Arbeiten auf den Betrachter einerseits rätselhaft und vielschichtig, aber auch optimistisch, fröhlich und vital. "Die Werke", so der mit dem Künstler befreundete Schriftsteller Peter Handke, "geben einem Haus Schwung, so wie man einer Schaukel einen Schwung gibt."

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Kategorie: Klassische Moderne

Fred Thieler

Fred Thieler ist ein wichtiger Vertreter des Deutschen Informel. Wesentlich für das Verständnis von Thielers Werk und seiner künstlerischen Entwicklung ist „sein Bestreben sowohl nach gestalterischer Freiheit als auch nach freier und offener Aufnahme seines Bildes durch den Betrachter. Malen ist für Thieler Befreiung von Zwang, sowie Ausdruck von Freiheit und Positionsbehauptung seiner selbst. Unter dieser Prämisse lehnt er auch eine eindeutige Bildinterpretation ab und negiert jede Absicht, Einfluss auf den Betrachter nehmen zu wollen.“ (Eva Müller-Remmert, Kuratorin). Vor diesem Hintergrund ist – nach den frühen, noch gegenständlichen Arbeiten der 1940er Jahre – Fred Thielers rasche Hinwendung zur abstrakten, gestisch-dynamischen Malerei zu sehen, die sich im Verlauf der 1950er Jahre unwiderruflich vollzieht und nicht zuletzt eine Befreiung von den im Dritten Reich erfahrenen Restriktionen darstellt. 2014 finden Retrospektiven im Museum Gunzenhauser, Sammlungen Chemnitz, und im MKM Museum Küppersmühle Moderne Kunst, Duisburg, statt.

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Kategorie: Klassische Moderne

Peter Brüning

Brüning gehört zu den wichtigen Vertretern des Deutschen Informel der 1950er und 60er Jahren, geht aber schon früh einen sehr eigenen Weg. Durch die Eigenart, in aufeinander bezogenen Serien zu arbeiten, bilden sich im Laufe der Zeit mit der ständig neuen Artikulation des Raumes frei erfundene, individuelle Zeichen heraus, die durch ihre jeweils andere Anordnung innerhalb des Bildes strukturell modifiziert werden. Aufgrund dieser Entwicklung ist Anfang der 60er Jahre eine ausgeprägte Tendenz zum Skripturalen hin festzustellen. Eine Auseinandersetzung der divergierenden Vorstellungen von Fläche und Raum findet statt. Die Werke zeugen bald von einer ausgereiften Handhabung dieser 'Zeichen' und markieren einen weiteren Kulminationspunkt, der zugleich End- und Wendepunkt einer sich international als offen zu verstehenden Malweise ist. 1988 erhält Brüning die erste Einzelausstellung in der Galerie Georg Nothelfer.

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Kategorie: Klassische Moderne

Eduardo Chillida

Eduardo Chillida (1924-2002) ist einer der weltweit bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Neben den zahlreichen international verbreiteten Skulpturen schuf er ein umfangreiches grafisches Werk. Grundthema in seinem gesamten OEuvre ist der Raum, sowohl der physikalische wie auch der geistige und sinnliche Raum. Chillida beschäftigt der Gegensatz von Materie und Leere, wobei er das Nichts auch als Raum versteht, der von Masse umschlossene, begrenzte Raum. Das Spannungsverhältnis zwischen massivem Material und dessen optischer Auflösung wird auch in seinem grafischen Werk sehr gut sichtbar. Die ausnahmslos in Schwarz und Weiß gehaltenen Arbeiten zeichnen sich durch ihre gleichsam konkrete und spielerische Formensprache aus und überzeugen darüber hinaus aufgrund ihres hohen ästhetischen Wertes.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Madeleine Dietz

Madeleine Dietz ist bekannt für Arbeiten, die Stahl und Erde miteinander kontrastieren und kombinieren: Stahl als scheinbar kaltes, glattes und konstruktives Prinzip im Gegenüber zur Erde als gebrochenem, unebenem, aber lebendigem Prinzip. Ein überraschendes Mit- und Gegeneinander, das den Fingern, die über die Oberflächen der Materialien fahren, ganz unterschiedliche haptische Erfahrungen vermittelt. Und das seinen Reiz nicht zuletzt dadurch entwickelt, dass die Dimension der Zeit eine wichtige symbolische Rolle spielt: Die Erde als natürliches scheinbar Vergängliches, der Stahl als gestaltetes scheinbar Ewiges. Mit Erde, Stahl und Licht hat Madeleine Dietz ein künstlerisches Werk geschaffen, das in seiner Symbolik kaum zu übertreffen ist.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Christoph M. Gais

Gais gebraucht zwei Ebenen: Die eines die Fläche definierenden Grundes, mag er klar definiert, zum Beispiel als gemauerte Wand, mag er als diffuse Frucht- oder Blatt-Wand erscheinen. Darüber legt er gleichfalls plan ein offenes gekurvtes Rankenwerk. Dieses setzt an, bricht ab, hat unterschiedene Schwellkraft, ist so gut wie unfloral, obwohl Knospenkurven, kräftige Lanzettformen auftauchen. Gais nähert sich ornamentaler Struktur, also über den Bildrand endlos verlängerbaren Systemen; er reizt »Muster« aus, aber er unterwirft sich nicht ihrem Folgenzwang. Seine Bilder – und diese hier besonders – balancieren unangestrengt zwischen gebundenem Maß und frei bestimmtem. Kein Bild greift gestisch über seinen Bildrand. Es beginnt, es hört auf, stellt sich nicht dar als Ausschnitt eines endlosen Tapeten-Rapports. Gais komponiert seine ruhigen Bilder. Ihr Aufbau ist ohne Geheimnis. Er ist einsehbar. Die Strukturen wachsen eindeutig von unten nach oben, rechts und links sind bestimmt; die Bilder sind nicht – was Bilder anderer Maler durchaus sein können – drehbar.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Manfred Hamm

Eines der zentralen Themen von Manfred Hamm, der sich seit 1977 mit teils preisgekrönten Bildbänden international einen Namen gemacht hat, ist das der Vergänglichkeit. Zu seinen bekanntesten Aufnahmen gehören Serien über Ruinen des Industriezeitalters, die er als „antike Stätten von morgen“ versteht. Neben groß angelegten, konzeptuellen Fotoprojekten zu Aspekten der europäischen Industriekultur, Orten des Handels und Kulturbauten behielt er immer auch seine Wahlheimat Berlin im Blick. Hamms Berliner Werk stellt einen einzigartigen Bildfundus zur Geschichte und Architektur der Stadt dar. Es entstand in den Jahren 1972 bis 2010 und enthält neben Stadtbild-, Architektur- und Luftbildaufnahmen auch Ansichten von Berliner Gärten und Parks sowie sensible Portraits von Berliner Künstlerinnen und Künstlern, die Hamm teilweise über Jahre begleitete. Seine Werke sind in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten. 2020 erwarb das Stadtmuseum Berlin mit Unterstützung des Berliner Senats und der Kulturstiftung der Länder das umfangreiche Berlin-Archiv des Fotografen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Thomas Hartmann

Für Thomas Hartmann sind Gegensätze der Schlüssel zur Malerei, da sie die Auseinandersetzung des Eigenen mit dem Anderen meinen. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten steht daher die Spannung zwischen dem Ganzen und seinen (einzelnen) Teilen. Immer wiederkehrendes Kernmotiv in seinen Bildern und Zeichnungen ist das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft. In der permanenten Metamorphose seines Werkes, das durch ein weites Panorama geheimnisvoller Motivwelten führt, hat er eine ganz eigene Handschrift entwickelt. So finden sich Figuren und Landschaften, Städte und Natur in seinen Arbeiten wieder.

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Kategorie: Klassische Moderne

Gerhard Hoehme

Gerhard Hoehme ist einer der wichtigsten Vertreter der Deutschen Nachkriegskunst. War seine Kunst anfangs stark der gestischen und informellen Malerei verbunden, suchte er bald nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten. Hoehme beschäftigte sich mit den materiellen Beschaffenheiten seiner Malmittel. Farbschollen, die er von alten Leinwänden abkratzte, schichtete er zu haptischen raumgreifenden Objekten übereinander (Borkenbilder). In Bezug auf das traditionelle Format des Tafelbildes suchte Hoehme neue Freiheit und Unabhängigkeit: Er betrachtete das Bild als offenes, energetisches Feld, das sich auf die Umgebung hin ausdehnt. Daraus resultierend entwickelte er unregelmäßig konturierte Leinwände – eine frühe Vorwegnahme der „shaped canvases“. Er arbeitet bereits in den 50er Jahren mit Kunststoff und gilt als ein Pionier für die Verwendung von Polyäthylenschläuchen in Malerei und Skulptur. Bis heute sticht er mit seinen raumgreifenden Bildern und Schnurplastiken hervor.

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Kategorie: Gegenwartskunst

László Lakner

Lakner gehört zu den vielseitigsten Künstlern der Gegenwart. Der Teilnehmer der documenta und der Biennale Venedig wechselt ebenso zwischen den Medien – Malerei, Zeichnung und Skulptur, Konzept und Film – wie zwischen den Stilen. Er arbeitet ebenso realistisch wie gestisch abstrakt, er eignet sich fremde Signaturen in großformatigen Tafelbildern an und erstellt malerisch behandelte Buchobjekte. Ein zentraler Einfluss, der sich in den verschiedenen Aspekten seiner Kunst niederschlägt, ist die fernöstliche Kultur. Sie führt zu monumentaler fotorealistischer Malerei und zu ungegenständlichen meditativen Zeichnungen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Jürgen Messensee

Messensee zählt zu den führenden Künstlern seiner Generation und gilt als künstlerischer Einzelgänger. Einer bestimmten Gruppierung ist er nicht zuzuschreiben. Er hat sich zwischen den Strömungen von Informel und Tachismus eine eigene Position erarbeitet. Malerei sei für ihn eine "Methode des Denkens", wie er einmal erklärte: "Ich bin kein Künstler, ich weiß nicht, was das ist." Man kann seine Arbeiten als abstrakt bezeichnen, doch das Abstrakte ist konkret. Das zentrale Thema seiner Arbeiten ist das Weibliche, wobei der weibliche Körper als Sinnbild für das ewig Schöne steht. Möchte man Messensees Malereien beschreiben, so sind es figurative Kürzel, Striche, Zeichen im Wechsel mit naturalistischen Abbildern, die sein Werk bis heute prägen.

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Kategorie: Klassische Moderne

Henri Michaux

Der französische Schriftsteller, Maler und Zeichner Henri Michaux gilt als Ausnahmekünstler, dem es gelang, unabhängig voneinander ein eigenständiges dichterisches und ein künstlerisches Werk hervorzubringen. Sowohl in der Dichtung wie in Zeichnung und Malerei suchte Michaux Spielformen, um sein inneres Erleben aufzuzeichnen und zu unbekannten Erfahrungen vorzustoßen. Sein literarisches wie künstlerisches Werk sind durch einen unbedingten Willen zur Unabhängigkeit von Schulen und Stilen, durch die Auflehnung gegen jede Form von Konvention charakterisiert. Das rastlose Reisen des jungen Michaux, der Verzicht auf festen Wohnsitz und materiellen Komfort, die bewusste Konfrontation mit der Fremdheit ferner Länder wie mit dem Experimentieren mit Drogen zeugen von seinem fordernden Umgang mit der eigenen Existenz. Gedichte zu verfassen konnte diesem Verlangen nur teilweise genügen; Zeichnen und Malen sollten dem inneren Erleben Ausdruck verschaffen, das sich der Sprache entzieht. In übersteigert schnell hingeworfenen Notaten, die alles bewusste Können hinter sich lassen, suchte Michaux dafür einen adäquaten Ausdruck. In seinen Tuschzeichnungen nimmt Michaux skripturale Elemente und kalligrafische Zeichen auf, die seismografisch aus inneren Bewegungen hervorgehen. Die Systeme der Wort-Sprache und der Zeichen-Sprache durchdringen sich gegenseitig. Bei aller Tendenz zur Abstraktion bleiben seine Bilder doch der Gegenständlichkeit verhaftet. Intendiert ist nicht Weltflucht, sondern Welterweiterung durch Bewusstseinsveränderung. Die Galerie Georg Nothelfer zeigte Michaux erstmalig 1994 in einer Einzelausstellung.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Max Neumann

Der Maler und Grafiker Max Neumann ist ein wichtiger Vertreter der figurativen Gegenwartskunst. Seine Bilder und Zeichnungen scheinen auf den ersten Blick Geschichten zu erzählen, deren Schlüssel verlorenging. Es gibt in seinem Werk keine Allegorien, keine Parabeln, die irgendetwas "erklären". Vielmehr sind die Figuren, die er erschafft, Bildmetaphern, die gesetzt werden, als seien sie überhaupt keine erkennbaren Figuren. Sie entfernen sich von der erfahrbaren Realität, Tiere, die der Phantasie des Künstlers entsprungen sind und Menschen, deren Anatomie Veränderungen erfährt, die es gar nicht gibt. Die Wesen irritieren den Blick durch ihre Abweichungen von jeder Norm und setzen so einen dialektischen Prozess von Wiedererkennen und seiner Destruktion in Gang. Neumann verweigert sich jeder Dekoration, verlangt von denen, die mit seinen Bildern umgehen, die Bereitschaft sich verstören, aufregen, zum Staunen verleiten zu lassen. Die Arbeiten von Neumann sind in internationalen Museen vertreten, etwa in der Berliner Neuen Nationalgalerie, im Museum Folkwang in Essen, in der Hamburger Kunsthalle, im Museum von Caen in Frankreich oder im Museum of Modern Art im japanischen Toyama.

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Kategorie: Klassische Moderne

Georges Noël

Noël gehört zu den wichtigen Vertretern des französischen Informel. Für seine pastose, materialhaltige Malerei verwendete er pulverförmige Pigmente, Sand und Klebstoff Polyvinylacetat und verteilte das Gemisch auf der Leinwand. In gestisch-automatischer Manier kratzte Noël in die teils weiche, teils gehärtete Malschicht skripturale Elemente oder symbolhafte Zeichen und entwickelte so die von ihm mit Palimpsest bezeichneten Bilder. Mit dem Begriff bezieht sich Noël auf den Beginn des Schreibens bei frühen Kulturen in Stein und Tontafeln, das Ausradieren und das wieder Eingravieren von Schriftelementen. Sein Vokabular an Zeichen zeigt sein Interesse an der Magie, der Symbolik und dem Geheimnis prähistorischer, mykenisch-archaischer und indigener Kulturen. 2018 wurde die L’Association des Amis de Georges Noël gegründet.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Robert Schad

Der Bildhauer Robert Schad schafft aus massivem Vierkantstahl Zeichnungen im Raum. Linien entstehen dabei nicht durch Biegen und Verbiegen, sondern aus der Addition unterschiedlich langer, gerader Teile, die verschweißt werden. Die Schweißstellen werden verschliffen, erscheinen dadurch organisch, gelenkartig. Die zeichnerische Bewegung entfaltet sich in weiten Schwüngen und Bögen plastisch im Raum. Die Schwere des massiven Stahls ist aufgehoben. Es entsteht eine Verlaufsform mit menschlichen Proportionen, um sich tänzerisch im Raum zu entwickeln. Seine Skulpturen finden sich in über 50 Städten im In- und Ausland, so z.B. vor dem Bundesministerium für Finanzen in Berlin.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Richard Serra

Richard Serra ist einer der bedeutendsten US-amerikanischen Bildhauer der Gegenwart. In reduzierter, abstrakter Formensprache thematisiert Richard Serra die Bezüge von Objekt und Raum, Volumen und Gewicht. Insbesondere nutzt der Künstler rostenden Stahl, seine Skulpturen zeichnen sich durch Monumentalität aus und nähern sich der Kunstform des Environments an. Damit wird der Betrachter aktiver Teil der Werke. Neben der Skulptur experimentiert der Künstler in den 1960er und 1970er Jahren auch mit Film und Video. Nicht zuletzt entsteht ein herausragendes grafisches Oeuvre: Zeichnungen und Druckgrafiken begleiten das skulpturale Schaffen spätestens seit den frühen 1970er Jahren. Die raumgreifenden Arbeiten auf Papier und Leinwand sind teilweise von überwältigender Größe und entfalten eine ähnliche Wucht wie seine Skulpturen. Es handelt sich dabei nicht um Entwurfszeichnungen sondern um autonome und eigenständige Werke. Allerdings sind Bezüge zu seinen Skulpturen nicht zu übersehen. Während diese den architektonischen Raum definieren, sitzen die Kreise, Quadrate und Flächen massiv im Zeichnungsgrund und scheinen ihn zu sprengen. Serra verwendet ausschließlich die Farbe schwarz, um jegliche Assoziation an Farbbedeutungen zu vermeiden.

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Kategorie: Klassische Moderne

K.R.H. Sonderborg

Mit K.R.H. Sonderborg ist das Deutsche Informel aufs Engste verbunden. Inspiriert von der gestischen Malerei des amerikanischen Abstrakten Expressionismus, zeigt sich in seinen Bildern und Zeichnungen die Faszination für technische Konstruktionen und deren Spuren der Bewegung. Es zeigt die Form in ihrem Entstehungsprozess. Dabei wandte Sonderborg einen spontanen Farbauftrag an. Er schaffte somit ein dynamisches Struktursystem. Seine Pinselführungen waren eher Hiebe mit dem Malwerkzeug, die in einer schnellen Geste ausgeführt wurden. Seine bevorzugten Farben waren dabei Schwarz und Weiß mit roten Elementen, die er mit einer Reibe- oder Wischtechnik auftrug. Seit den 70er Jahren näherte sich sein Werk immer stärker einer auf Kontrolle bedachten, fast gegenständlichen Formensprache an. Er beschränkte sich auf wenige kontrastreiche Farbtöne, in der Regel Schwarz auf Weiß. Aus fotografischen Privat- und Presseaufnahmen destillierte er Motive, die er so aus Ihrem narrativen Zusammenhang isolierte und die ihm als optische Grundstruktur zur Anregung dienten. Dabei blieb er seiner Vorliebe für technische Konstruktionen treu, wobei die graphische Struktur von Autoscheibenwischern und Oberleitungen ihn gleichermaßen inspirierten wie Hafenkräne oder Gastanks.

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Kategorie: Klassische Moderne

Walter Stöhrer

Walter Stöhrer gehört zu den „rebellischen Einzelgängern“ in der deutschen Kunst. Als ein Hauptvertreter der gestisch-figurativen Malerei hat er die nationale Kunstszene nachhaltig geprägt. „Ich bin kein abstrakter, ich bin ein figurativer Maler“ hat Stöhrer über sich gesagt, und seine sehr persönliche, emotionsgeladene künstlerische Vorgehensweise definiert er folgerichtig als „intrapsychischen Realismus“. Charakteristisch in seinen Werken ist das farbintensive, freie Zusammenspiel von Malerei, Schrift und Zeichnung mit figurativen und expressiv-gestischen Ausdrucksmitteln. Literarische Texte - besonders antike Philosophen und französische Surrealisten -, aber auch musikalische Ideen lieferten ihm oftmals Anregungen für seine malerischen und grafischen Arbeiten.

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Galerien-News

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13.05.2021

"All I Think About Is You"

Eine Ausstellung in Kooperation mit KUNSTSAELE Berlin, kuratiert von Michael Müller. 30. April - 26. Juni 2021. 

"All I Think About You" beschäftigt sich, auf assoziative Weise, mit den verschiedenen Schwerpunkten des Informellen. Dabei treffen für die Strömung wegweisende Künstler wie K.O. Götz, Fred Thieler und Henri Michaux auf jüngere zeitgenössische Positionen wie Mahdad Alizadeh, dessen zwischen Figuration und Abstraktion oszillierenden Tonskulpturen ein eigener Ausstellungsraum gewidmet ist. Gemein ist den gezeigten Werken eine intuitive, abstrakte Formsprache, die gesellschaftliche Normvorstellungen und Paradigmen strenger Rationalität in Frage stellt. 
Für Künstler und Kurator Michael Müller gleicht die Auseinandersetzung mit Werken des Informel einem privaten Gespräch mit der Autorin oder dem Autor, “das Denken und Fühlen vereint”. Geprägt von der Kultur der Nachkriegsjahre suchten die Informellen in den 40er und 50er Jahren nach abstrakten Formen, die ein Abbilden tiefenpsychologischer Vorgänge erlaubten. Dass eine derartige Bildfindung die Kunst bis heute umtreibt, zeigen in der Ausstellung unter anderem jüngere Werke von Künstlern wie André Butzer und Bernard Piffaretti.
Ein Augenmerk liegt dabei auf dem Moment, in dem universelle Urbilder aus der Abstraktion hervortreten. Da sind die Köpfe, die sich unter anderem in Emil Schumachers zerkratzten Farbschichten und Arnulf Rainers Radierungen abzeichnen; da ist das Totem, das einem sowohl in Habib Farajabadis Holzskulptur als auch in der aus gefundenen Objekten wie Haaren und Kleidungsstücken gefertigten Skulptur des Künstlerinnenduos KAYA begegnet.
Ein weiteres zentrales Motiv der Ausstellung ist die Schrift – ein Medium, dem sich die vertretenen Künstlerinnen und Künstler statt auf semiotischer vielmehr auf formeller Ebene annähern. Frustriert von den Grenzen der Sprache verlieh der Schriftsteller und Künstler Henri Michaux seiner Innenwelt mit tachistischen Tuschezeichnungen Ausdruck. Seine für das Informel wegweisenden Arbeiten treten in Dialog mit Künstlerinnen und Künstlern, die am Rande der Lesbarkeit mit der Affordanz des geschriebenen Wortes spielen. Friederike Feldmanns großformatige geschwungene Linien wollen als Schrift entziffert werden, obwohl sie Buchstaben entbehren; Travis Jeppesen löst in seinen Zeichnungen graduell die Elemente des lateinischen Alphabets auf.
Das gedruckte Wort wird in den Arbeiten der Künstlerin Jenny Michel zum Material. Mithilfe von Klebestreifen löst sie Buchstaben aus Enzyklopädien heraus, verarbeitet sie zu Skulpturen weiter oder verwebt sie in ihren Bildcollagen mit anderen Materialien. Unbeständig schwebend werden die lexikalischen Definitionen ihrer Autorität beraubt.
Einen kreativen Umgang mit formellen Normen finden Arbeiten wie Dieter Appelts Partituren, die sich über die strikte Form des Notenblatts hinwegsetzen, und Karin Sanders "Mailed Painting", die den bürokratischen Akt der Markierung zum malerischen Gestus umdichten.

 Am zweiten Standort der Ausstellung, dem Showroom Galerie Georg Nothelfer in Charlottenburg, führt Nadine Fecht die Subversion klassifizierender Materialien mit "surplus" raumgreifend weiter. Ihr Nexus aus im Stadtraum aufgesammelten Preisschildern trifft auf eine Bodeninstallation von Madeleine Dietz, die lockeren Erdboden mit einem leuchtenden Rechteck strukturiert. Mit minimalen Gesten führt die Künstlerin die hochsymbolischen Substanzen Erde und Licht zusammen und stößt so einen Austausch über Vergänglichkeit und Transzendenz an.
(Text: Donna Schons)

Teilnehmende KünstlerInnen: Mahdad Alizadeh, Dieter Appelt, Michael Buthe, André Butzer, Angela de la Cruz, Annabel Daou, Damien Daufresne, Madeleine Dietz, Paula Doepfner, Habib Farajabadi, Nadine Fecht, Friederike Feldmann, K.O. Götz, Gerhard Hoehme, Channa Horwitz, Rolf Iseli, Travis Jeppesen, Tony Just, KAYA (Kerstin Brätsch & Debo Eilers), Dargelos Kersten, Idris Khan, László Lakner, Philip Loersch, Britta Lumer, Walter Menne, Armando Mesías, Henri Michaux, Jenny Michel, Robert Motherwell, Michael Müller, Bernard Piffaretti, Arnulf Rainer, Renaud Regnery, Karin Sander, Thomas Scheibitz, Emil Schumacher, Richard Serra, Walter Stöhrer, Fred Thieler.

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Über uns

Galerie-Information

Die Galerie Georg Nothelfer wurde 1971 von Georg Nothelfer gegründet. 30 Jahre befand sich die Galerie in der Uhlandstraße, im Zentrum West-Berlins. 2008 zog die Galerie in großzügige Räume im Tiergartendreieck um. Im Herbst 2010 wurde in Charlottenburg der Showroom Galerie Georg Nothelfer eröffnet. Bis zu seinem Tod leitete Georg Nothelfer die Geschäfte, seit Oktober 2020 führen seine langjährigen Mitarbeiterinnen Irene Schumacher und Vera Ehe die Galerie weiter.
Die Galerie versteht sich als Programmgalerie. Sie bezieht seit 50 Jahren auf dem sich ständig wandelnden Markt eine klassische Position und präsentiert im Schwerpunkt Informel, Tachismus und gestische Malerei, zeigt aber auch zeitgenössische Kunst, die sich mit dem Erbe des abstrakten Nachkriegsexpressionismus auseinandersetzt. Darüber hinaus ist eine Vielzahl von Publikationen und Künstler-Editionen unter Georg Nothelfer entstanden. Jährlich werden ca. sechs Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Eine besondere Bedeutung für die Galerie haben die nationalen und internationalen Messen.

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Unternehmensdaten

Gründungsjahr

1971