Menu
art KARLSRUHE
Eine Veranstaltung der

Galerie Hübner & Hübner

Grüneburgweg 71, 60323 Frankfurt
Deutschland
Telefon +49 69 721281
Fax 49 69 721 281
info@galerie-huebner.de

Standort

  •   Halle 1 / H1/B18

Ansprechpartner

Ernst Hübner

Telefon
01739017562

E-Mail
info@galerie-huebner.de

Astrid Hübner

Telefon
01523 4185009

E-Mail
info@galerie-huebner.de

Unsere Künstler

Künstlerdetails

Kategorie: Gegenwartskunst

Gunilla Jähnichen

Karg ausgestattete Zimmer und tiefe Landschaftsräume mit vereinzelten Anhaltspunkten, bilden die Szenerie für Gunilla Jähnichens Figuren. Kleine Figuren mit erwachsenen Zügen und große mit kindlichen runden Augen gehören zu ihrem Repertoire. Ganz aktuell setzt sie sich mit ihrer Landsmännin Greta Thunberg auseinander, die sie in der bekannten gelben Regenjacke als Persönlichkeit zwischen Kind und Erwachsenen darstellt. In den nicht einfach zu deutenden Zügen spiegelt sich ein Mensch abseits von Massenbewegungen.

Gunilla Jähnichen hat mit den Jahren einen unverwechselbaren Stil ausgebildet, der sich besonders durch den Ausdruck der Figuren selbst und deren Beziehungen untereinander darstellt. Die Augen der beim ersten Blick meist unschuldig wirkenden Figuren sind dabei besonders auffällig. Leere oder starrende Blicke verhindern oft, dass man sich in die Figur einfühlen kann. Manchmal erscheinen sie nicht von dieser Welt. In den still und ruhig wirkenden Bildern erzählt Gunilla Jähnichen von poetischen und geheimnisvollen Situationen, die sie mit geschickt platzierten symbolischen Elementen wie Sprechblasen, Rauchwolken und Doppelporträts eher verrätselt denn ausdeutet. Sie versteht es meisterhaft, wohldosierte Irritationen in eine auf dem ersten Blick heile Welt zu setzen

Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Dieter Mammel

An einem ungewissen Zeitpunkt zwischen Lockerung und möglicher Verschärfung der Situation, ist es eine gute Idee, gerade dieses Clown-Bild von Dieter Mammel als Kunstwerk der Woche zu wählen. Es ist das letzte Bild aus seinem Blueberry Cycle, in dem er sich mit den Themen Nacht, Licht, Traum oder Sehnsucht beschäftigt. Ein Clown als Künstlerpersönlichkeit vereinigt idealerweise in seinem Spiel die beiden Gegensätze Heiterkeit und Tragik, womit er als tiefsinniger Interpret von essentiell menschlichen Situationen wie geschaffen ist. 

Mit der prägnanten Vierkantnase, der wilden Glatzenperücke und dem langen einfachen Hemd ist die Clownsfigur unschwer als der populäre Clown Charlie Rivel zu erkennen, der besonders in den Fünfzigerjahren große Erfolge in Deutschland feierte. Zur aktuellen Befindlichkeit passt das Bild durch die Hell-Dunkel-Symbolik und einer vereinzelten Person, die ganz offensichtlich nicht mit anderen Menschen oder dem Publikum kommuniziert, sondern mit einem Mond (der nüchtern betrachtet sicherlich ein Scheinwerfer ist). Charlie Rivel wird als heiterer Clown beschrieben, was allerdings nicht ausschließt, dass Dieter Mammel seine in vielen Fotos und Berichten bezeugte naiv-melancholische Ader heraushebt. Als einzelne Gestalt in der Dunkelheit der Manege und dem Licht der Scheinwerfer suggeriert das Bild die Einsamkeit eines Artisten. Diese durchbricht er selbst mit seiner Kunst: Mit den geschlossenen Augen scheint er einerseits in sich selbst hinein zu hören, andererseits setzt der hoch gereckte Kopf zu einem traumhaften Flug an, der bei aller gezeigten menschlichen Unsicherheiten große Freiräume für die Fantasie schafft. Zudem ist der Blick zum Mond ein urromantisches Sehnsuchtsmotiv. Es ist nicht nur ein Bild für das schöpferische Potential im Menschen, sondern zeigt auch eine Strategie, wie man in dunklen Zeiten Kraft aus einem fernen Licht ziehen kann.

Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Geli von der Schulenburg

Angelika von der Schulenburg ist eine intensiv am Gegenstand ausgebildete Künstlerin. Ausgehend von der Zeichnung, hat sie in den letzten Jahren verschiedene Serien zu unterschiedlichen Themenkomplexen wie Zeit, Gesichter oder Sein oder Nichtsein erarbeitet. Ihre Anregungen bezieht sie nicht nur aus dem eigenen Umfeld, sondern auch durch die Beschäftigung mit alten Meistern wie Giorgione oder Goya. In ihren aktuellen Werken sind es die Stiche von Dürer, speziell die Figur des „Glücks“ auf der Kugel. Sie geben Anlass zu einer verstärkten Reflexion über die eigene Malerei. Auch wenn Angelika von der Schulenburgs leise Bilder oft spröde wirken und karg vor dunklem Hintergrund gesetzt sind, beschreibt die Künstlerin ihre Figuren und Gesichter als „glückliche Wesen“, deren Glück jedoch gefestigter scheint als die des allegorischen Glückes auf der wackeligen Kugel. Das Glück der selbstbewussten Frau mit Zigarette scheint dabei viel präsenter zu sein als das einer angeschnittenen allegorischen Figur. Von ihr sind wie häufig bei Angelika von der Schulenburg, nur Ausschnitte des Körpers zu sehen, die über den Rand hinaus weiter zu ergänzen sind. Graue aber auch braune Farbtöne lenken zwangsläufig den Blick auf das Motiv, das sehr häufig auf einer leer scheinenden Leinwand angeordnet ist, die zur Rätsel- und Imaginationsfläche wird.

Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

James Lloyd

Der Porträtist James Lloyd ist hochgeschätzt, weil er ohne Affekt bei großer Realitätsnähe tiefe Seelenzustände auszudrücken vermag. Dabei schließt seine virtuose Malerei an unterschiedliche Traditionen der Porträt- und Stilllebenmalerei an, die er mit unverkennbar eigenem Stil und unglaublicher Frische in die heutige Zeit hineinträgt. Die Art, wie er Menschen und Gegenstände in den Raum setzt, hebt diese als Individuen hervor und gibt ihnen eine unaufgeregte Gegenwärtigkeit. Dabei fangen Farb- und Lichtwirkungen die Dargestellten kunstvoll aber gleichzeitig in ihrer natürlichen Wirkung ein. So porträtiert er die Queen unbestechlich, aber mit einer herzlichen Sympathie, wobei er es versteht, sowohl ihre Hoheit als auch ihre Menschlichkeit darzustellen. In seinen Selbstporträts nimmt er häufig die Position eines Fragenden ein, der in unterschiedlichen Perspektiven unsere Blicke nicht nur in seine gespiegeltes Gesicht leitet, sondern über das Atelier hinaus in die Welt.

Seine Leidenschaft und Könnerschaft zeigt sich auch, wenn er Gegenstände einzeln in den Bildraum setzt und porträtiert. Selbst wenn er nur einen Alltagsgegenstand wie einen Atelierhocker samt Malutensilien und Aufbewahrungsflaschen malt, spielt er virtuos mit der Stofflichkeit seiner Objekte und den Lichtreflexen in Raum und Gegenstand. 

Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Heike Negenborn

Heike Negenborn analysiert Wandelbarkeit und Tektonik, die der Landschaft zu Grunde liegen, und macht diese sichtbar. Dabei liegt ihren Landschaftsdarstellungen eine genaue Naturbeobachtung von Himmel, den Geländeformationen und Bewuchs zugrunde. Mit ihren tiefen Horizonten definiert und inszeniert Heike Negenborn große Räume, in denen die Erde mit dem Himmel in ein facettenreiches Wechselspiel eintritt. Aufbau und malerische Technik erinnert an die großen Zeiten der Landschaftsmalerei, in denen auch ohne menschliche Staffage Dramen geschildert und Natur besungen wurden. Gerade in den neueren Bildern dominieren mächtigen Wolkenformationen, die zum Bildmittelpunkt werden, gerade wenn die Farbigkeit auf Schwarz und Weiß reduziert wird.
Die Landschaft ist mit einem klaren Raster konstruiert, das die Perspektive der analysierenden naturalistischen Malerei festhält. Die sichtbaren Linien und die in den aktuellen Bildern zunehmend auftretenden Verpixelungen, von den man nicht weiß, ob sie sich aufbauen oder auflösen, vergegenwärtigen ein Verhältnis zu unserer Umwelt zwischen menschlichen Analyse- und Konstruktionsbedürfnis und Natur. Es ist mehr als eine Illusion.

Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Nashun Nashunbatu

In gewissen Momenten ist man sehr froh, dass das aufziehende Wetter auf einem grandiosen Landschaftsbild gemalt und nicht von draußen über die Steppe näher kommt. Die Wolken lassen nichts Gutes ahnen. Den Himmel als Stimmungsträger setzt Nashun Nashunbatu schon immer gerne ein, doch selten nimmt er in einem Bild solch eine Hauptrolle ein wie hier. Da sonst keine menschliche Präsenz zu erkennen ist, fühlt man sich allein mit der leeren Landschaft und dem gewaltigen Himmel mit den sich bedrohlich vom Hintergrund nach vorne schiebenden schwarz-grauen Wolken. Die größtenteils im Schatten liegende flache Graslandschaft am unteren Rand lässt die Wolken noch monumentaler erscheinen. Das ungewöhnlich starke Hell-Dunkel in den Wolken weist auf geballte Materie hin, die sich unausweichlich zu einem Sturm entladen wird.

Es geht in diesem Landschaftsbild um weitaus mehr als um eine effektvolle Darstellung eines beeindruckenden Naturspektakels. Nashun Nashunbatu ist sich der Wirkung von Hell-Dunkel-Kontrasten und der Verwendung der Farbe Schwarz bewusst und setzt sie virtuos ein. Die Wolkenränder lassen den Blick wandern, führen ihn aber selten zum Licht. Immer wieder verfängt er sich im Dunkeln. Mit ihrer kraftvollen Dramatik bedrängen die Formationen die Betrachtenden derart, dass sie starke Gefühle von Schrecken und Verlorenheit auslösen können – eine gerade in diesen Tagen bekannte Emotionslage, die hoffentlich bald vorrüberziehen wird. Hatte Nashun Nashunbatu vorher noch Figuren in die Landschaft gesetzt, die stellvertretend für uns mit den Unwägbarkeiten der Natur kämpfen, sind wir nun allein mit ihren Urgewalten.

Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Johannes Hepp

Die Menschen, Tiere, Tiermenschen und mythische Gestalten des Johannes Hepp stehen meist für sich allein, scheinen ins Leere zu blicken oder aber sind in Gedanken über sich und die Welt verfangen. Sie sind in Kästen und Gehäusen platziert, deren Läden und Böden man schieben kann, was zu überraschenden Blickwechseln mit Skulptur und Betrachtenden führt. Die Kisten dienen dabei als Behausung oder Sockel und präsentieren oder verbergen die kleinen Figuren. In seinen Arbeiten zeigt Johannes Hepp viele Arten von Humor: Da muss beispielweise Marchel Duchamp als Ideengeber heranhalten, wenn ein Frauenakt die Treppe herunter geht, Bärenmenschen wie aus einem Kinderbuch unter einer griechischen Weisheitsgöttin schaukeln oder Künstlerkollege Meese einen Gruß performt. Es sind die ungewöhnlichen Kombinationen zwischen Ernst und Ironie, die alltägliche menschliche Befindlichkeiten zeigen, und die Figuren mit einem heiteren melancholischen Ernst ihre Situation ertragen lassen. 

Mehr Weniger

Kategorie: Gegenwartskunst

Ib Jorn

 Es gibt wenige Künstler, die das Collagieren und Zu- und Abreißen von Papieren so malerisch auffassen wie Ib Jorn. Er beherrscht alle Übergänge zwischen Collage und Malerei meisterhaft und schafft aus ihnen Ansichten und abstrakte Kompositionen, die atmosphärische Situationen hervorbringen und Stimmungen der Seele ausdrücken. Seine Landschaften sind farbgetränkt und trotz ihrer strukturbildenden Schichtungen sehr emotional. Einige seiner fiktiven Landkarten zeigen auf den ersten Blick vertraut anmutende Strukturen, die sich aber dann doch als rätselhaft verschlüsselte Informationen herausstellen. Immer zeigen seine Bilder neben einem souveränen Umgang mit Farbtönen und –kontrasten einen sensiblen Umgang mit den Trägermaterialien, zu denen auch zartes bemaltes Transparentpapier und schweres abgerissenen Plakatpapier gehört.

Das Zerteilen von gefundenen Bildern und selbst hergestellten künstlerischen Materialen sowie das Wiederzusammensetzen spielt in seinen Arbeiten eine fundamentale Rolle. Auch wenn es für die uninformierten Betrachtenden nicht immer direkt nachzuvollziehen ist, haben die Arbeiten einen Bezug auf Gegenständliches. So nimmt Ib Jorn in seinen als Schichtlandschaften zu lesenden Werken Bezug auf gestreifte Testbilder im Fernsehen und reflektiert so wie auch bei den Plakatabrissen über Ästhetik und Wirkung von Massenmedien.

Mehr Weniger