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art KARLSRUHE
Eine Veranstaltung der

Galerie Bernd Bentler

Friedrichstraße 55, 53111 Bonn
Deutschland
Telefon +49 228 312380
Fax +49 228 310984
berndbentler@berndbentler.de

Standort

  •   dm-arena / H4/H19

Ansprechpartner

Jenny Geißler

Telefon
0176 80378443

E-Mail
jennygeissler@berndbentler.de

Bernd Bentler

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0176 21033306

E-Mail
berndbentler@berndbentler.de

Unsere Künstler

Künstlerdetails

Kategorie: One-Artist-Show, Gegenwartskunst

Michael Cleff

1961 in Bochum geboren
1990 – 96 Bildhauerstudium, Kunstakademie Düsseldorf,
Meisterschüler bei Prof. Fritz Schwegler
lebt und arbeitet in Bochum und Mülheim an der Ruhr

Ausstellungen (Auswahl)
2019 Der Wand entlang zum Beckenrand, mit André Schweers, Galerie Bernd Bentler, Bonn
Michael Cleff – Mischung, Kunstforum Solothurn (E)
Sichtweiten, Osthaus Museum Hagen
2018 An den Rändern, Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Baden-Baden (E)
Gefäss/Skulptur 3, Grassi Museum, Leipzig
2017 Liquids, Centre céramique contemporaine, La Borne (E)
An den Rändern, Kunstmuseum Ahlen (E)
2016 sechs, Galerie Christine Hölz, Düsseldorf
2015 Bochumerkünstler 2015, Kunstmuseum Bochum
Contemporary Ceramics, Galerie Officine Saffi, Milano
2014 Shifting, Carlernst Kürten Stiftung, Unna (E)
Über fast rechte Winkel, Landesmuseum Oldenburg (E)
European Ceramic Context 2014, Bornholm Art Museum
2013 Fotografie und neue Medien, Kunstmuseum Mülheim
2012 Sculptures Céramiques, Galerie Hélène Porée, Paris (E)
Shifting Paradigms in Contemporary Ceramics, Museum of Fine Arts, Houston

Arbeiten in Museen (Auswahl)
American Craft Museum, New York
Long Beach Museum, Long Beach, California
Mint Museum of Art and Design, Charlotte, North Carolina
Newark Museum, New Jersey
Racine Art Museum, Racine, Wisconsin
The Museum of Fine Arts, Houston, Texas
Charles A. Wustum Museum of Fine Arts, Racine, Wisconsin
Museum of Modern Ceramic Art, Mino (Japan)
World Ceramic Center, Icheon City (Korea)
Musée Nationale de Céramique, Sèvres
Musée Magnelli, Vallauris
Museo Internazionale delle Ceramiche, Faenza
Musée Ariana, Genf
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe
Grassimuseum, Leipzig
Museum Angewandte Kunst, Frankfurt
Keramikmuseum Berlin
Keramikmuseum Westerwald, Höhr-Grenzhausen
Keramion, Museum für Zeitgenössische Keramik, Frechen
Kunstmuseum Ahlen/Westfalen
Kunstgewerbemuseum Schloß Pillnitz, Dresden
Kunstsammlungen Veste Coburg, Coburg
Kunsthalle Mannheim
Städtische Museen Stadt Landshut
Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart

Michael Cleff stellt künstlerische Keramiken her. Seine Arbeiten, die er selbst Plastiken nennt, beeindrucken seit vielen Jahren durch ihre konzentrierte Kraft, die sie aus ihrer Schlichtheit beziehen, aus ihrer Geschlossenheit und aus der Stringenz, mit der Cleff seine Konzeption verfolgt und immer weiter vorantreibt.

Wenige formale Bestandteile werden mit Bedacht variiert und in immer neue Beziehungen gebracht. Cleffs minimalistisches Konzept fußt dabei auf wiederkehrenden geometrischen Grundformen – Kreis, Quadrat, Rechteck, Ellipse - und einer reduzierten, monochromen, neuerdings aber auch ins Kolorierte ausweichenden Farbgebung. Es ist, als habe er sich für bestimmte Töne oder eine gewisse Anzahl von Silben entschieden, aus deren unterschiedlicher Kombination er nun immer neue Tonfolgen fügt oder Verszeilen baut. Insbesondere, wenn man mehrere von Cleffs Arbeiten zugleich betrachten kann, hat dies ein meditatives Gleichmaß; das ruhige Gleichmaß dessen, der die Phänomene durch die immer neue Deklination des Beobachteten zu begreifen sucht.

Seine Keramiken werden in den Museen rund um den Globus ausgestellt: Allein in den USA in sieben Museen, in Japan, Korea, Frankreich, Italien, Schweiz und anderen Ländern. Seine Auszeichnungen und Preise kommen ebenfalls nicht nur aus Deutschland, sondern genau so aus Italien, Frankreich und Japan.

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Kategorie: One-Artist-Show, Gegenwartskunst

Bettina Hachmann

1967 geb. in Geldern
1973-1983 aufgewachsen in Flensburg
Seit 2004 Atelier Schloss Wissen, Weeze
Mitglied im BBK Niederrhein

Seit 1999 Ausstellungen im In – und Ausland, unter anderem in den Niederlanden, Marokko, Frankreich, Dänemark, Spanien und der Schweiz

Arbeiten im öffentlichem Besitz und Firmenankäufe u.a: Bundeszentrale für Arbeit Bonn, Volksbank Niederrhein e.G, Sparkasse Krefeld, LINEG Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft, Kamp-Lintfort

Es sind weit mehr als 10 Jahre vergangen, nachdem wir Bettina Hachmann, eine Künstlerin, die sich damals auf eine wunderbare Weise vom Tod gelöst hatte und in Ihren Arbeiten das Leben und die Zukunft feierte, kennenlernten. Ihre hellen, fast weißen und doch lebendigen Leinwände, die sie bei der Arbeit mit viel Kraft an vielen Stellen geöffnet hatte, so dass Fontana seine Freude gehabt hätte, und die so den Blick hinter die Fassade erlaubten, erzählten vom gelebten Leben, von der Kraft, die es braucht, vom Mut, der unerlässlich ist und von der Sensibilität, die es so sinnhaft und sinnenfreudig macht und durch die dritte Dimension letztendlich von Licht und Schatten, welche ja in jedem Leben gegenwärtig sind.

Welch eine große Freude, dass Bettina Hachmann diese Reise bis heute fortsetzt und in diesem Jahr eine große Ausstellung im Kunstverein Bad Nauheim in der Zeit vom 25. September bis zum 07. November 2021 bekommt und dass der Hirmer Verlag eine wunderbare Monografie mit dem Titel „Layer by Layer“ über sie verlegt hat.

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Kategorie: One-Artist-Show, Gegenwartskunst

Aja von Loeper

1971 geb. in Leonberg-Warmbronn
1991 Abitur (Nagold)
1995 Examen staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin und Physiotherapeutin (Medau Schule Coburg)
1995/96 Anerkennungsjahr zur Physiotherapeutin
1997-2002 Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
(1997-2001 bei Prof. Christine Colditz, danach je 1 Semester bei
Prof. Rolf-Gunther Dienst und Prof. Peter Angermann)
seit 2002 freischaffend künstlerisch tätig in Nürnberg

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)
2017   Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis
2008   Hauptpreis beim Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten
2006   Debütantenpreis des Freistaates Bayern
2005   Kunstpreis der Nagolder Freiberufler
2001   Förderpreis des Landkrieses Calw Colditz
1999   Förderpreis der Stadt Coburg

Einzelausstellungen (Auswahl)
2020 Die Struktur von Weiß Galerie Bernd Bentler, Bonn
2019 Blattskulpturen Erbachshof art project, Eisingen
inner white Wichtendahl Galerie, Berlin
2017 Skulpturales Relief Schloss Leitheim, Kaisheim
silent rising Wichtendahl Galerie, Berlin
Form vollendet Museum Wolfram von Eschenbach, Wolframs-Eschenbach
one-artist-show paper positions munic, München
2016 Papier Relief Galerie an der Pinakothek der Moderne München, München
Kunsttage Winningen, Winningen
2015 Weiße Blätter in Farbe Alte Synagoge Schwabach „ortung IX“, Schwabach
2014 White Structures DS Gallery, St. Petersburg, Rußland
2013 International Contemporary Art Fair Zürich, Galerie an der Pinakothek der
Moderne München, „one-artist-show“, Zürich, Schweiz
2012 Papier Relief Galerie an der Pinakothek der Moderne München, München
2011 Ur-Sprung I: Fotografien u. Weiße Blätter Scheune der Altstadtfreunde Nbg.
Ur-Sprung II: Begehbares Bild – 42 Quadratmeter, Kulturscheune Roßtal
2010 2000 – 2010, Kreis Galerie Nürnberg

Aja von Loeper arbeitet mit weißem Papier und einem von ihr entwickelten Werkzeug aus Holz, um ihre reliefartigen „Weißen Blätter“ entstehen zu lassen. Äußerst kraftvoll und zugleich feinfühlig reibt die Künstlerin mit dem abgerundeten, stiftartigen Buchenkolben das Papier, bis es sich aufwölbt und im Spiel von Licht und Schatten plastische Formen und Strukturen annimmt. Das Resultat wirkt überraschend zart und poetisch. „….Immer mit der Gefahr lebend, das fragile Medium zu zerstören. Es bedurfte langjähriger Experimente, steten Versuchens und Scheitern, um zu einer ganz eigenen Bildform zu kommen. Das von der Künstlerin entwickelte Vorgehen darf nicht mit der Frottage verwechselt werden, jener vor allem im Surrealismus künstlerisch entwickelten Technik, bei der sich Strukturen des Untergrundes in das Papier übertragen lassen. Es geht Aja von Loeper nicht um ein Aneignen vorhandener Formen und Strukturen, sondern um ein Erspüren. Ihr künstlerischer Prozess ist ein sukzessives Loslösen von dem Gesehenen, der letztlich in einem fast rauschhaften Zustand höchster Konzentration endet.“ (Dr. Christian Schoen in Aja von Loeper. Die Struktur von Weiß, Galerie Bernd Bentler, Bonn 2020)

Wesentliche Impulse gaben der Künstlerin die "Concetti Spaziali" von Lucio Fontana, die sie erstmals im Jahr 2000 in der Ausstellung „Abstrakte Kunst“ im Neuen Museum Nürnberg erlebte. Wir freuen uns, dass Aja von Loeper vom 24. April bis 27. Juni 2021 an der Ausstellung „PAPIER“ in der Stadtgalerie Villa Dessauer in Bamberg beteiligt ist, in deren Kontext auch Werke von Lucio Fontana und Günther Uecker gezeigt werden.

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Kategorie: Gegenwartskunst, One-Artist-Show

Markus Lüpertz

1941 geboren in Liberec, Böhmen (heute Tschechische Republik)
Lüpertz lebt und arbeitet in Berlin, Karlsruhe, Düsseldorf und Florenz.
1948 Flüchtet die Familie in den Westen. Lüpertz wächst im Rheinland auf.
1956-61 Studium an der Werkkunstschule Krefeld bei Laurens Goosens und Kunstakademie in Düsseldorf
1961 Lüpertz lässt sich als freischaffender Künstler in Düsseldorf nieder
1962 Übersiedlung nach Berlin; Beginn der sogenannten „dithyrambischen Malerei“
1962 – 1969 Wohnt in Berlin und betreibt seit 1964 die Galerie Großgörschen
1970 Einjähriger Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz
1975 Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe
seit 1982 Entwürfe für Bühnenbilder in den Opernhäusern von Kassel, Ulm, Salzburg, Bremen, Düsseldorf
1984 Reise nach New York
1986 Er nimmt einen Lehrstuhl an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf an und wird 1988 bis 2009 deren Rektor
1989 – 1990 15 Fenster für die Kathedrale in Nevers
2000 Präsentation des Zyklus: Vesper in Hannover 

Während sich seine Zeitgenossen dem Informel und Tachismus hingeben, bleibt Lüpertz, nach seiner Ausbildung an der Werkkunstschule in Krefeld und der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf, der gegenständlichen Malerei treu.
Am Anfang seines Schaffens steht die „dithyrambische Malerei“ deren philosophischer als auch mythologischer Ansatz sich auf Nitzsche und den Gott Dionysos stützt. Seine geheimnisvollen Elemente, kombiniert mit überdimensionaler gegenständlicher Malerei, erzeugen eine  große Wissens- und Neugier im Betrachter. In den 70er Jahren folgt eine intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte in den „deutschen Motiven“. Stillebenartige militärische Gegenstände sollen in einer neuen Aura an den vergangenen Krieg erinnern. Seit 1980 betätigt sich Lüpertz auch als Bildhauer und entwirft Skulpturen. Mythologische oder literarische Helden erwachen in einem neuen Antlitz aus Bronze. Die Versehrtheit der unvollkommenen und nach antikem Vorbild farbig bemalten Skulpturen soll die Erinnerung an das einst Erhabene und Vollkomme in der Kunst aufrechterhalten. Ebenso entwirft er Aquarelle und Gouachen, die sich mit der antiken Mythologie auseinandersetzen und diese hinsichtlich unserer modernen Welt neu für die Gegenwart interpretiert. Neben seiner Tätigkeit als Maler arbeitet Lüpertz als Bühnenbildner, Dichter,  Theaterproduzent und war von 1986 – 2003 Direktor der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Er vereint in seinem Werk seinen persönlichen Sinn für Humor mit seiner rebellischen Art, Regeln zu brechen.
Ein geheimnisvolles Gesamtwerk ist entstanden, das sich gleichzeitig als Weltzugang und Weltdeutung eignet. An dieser Stelle gratulieren wir Markus Lüpertz ganz herzlich zu seinem 80. Geburtstag, den er am 25. April 2021 feierte. Wir wünschen Ihm für viele Jahre Gesundheit und Schaffenskraft.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Martin Noël

*1956 06. November, in Berlin
† 2010 18. November, in Bonn
1980–87 Studium der freien Grafik und Malerei an der FH Köln, Meisterschüler
Lebte in Bonn am Rhein

Preise und Stipendien, Auswahl
2003 Arbeitsstipendium Stiftung Kunstfonds e.V.
1998 Stipendium der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW
Atelierstipendium der LETTER Stiftung Köln, für New York
1993 Kunstpreis der Stadt Bonn,
1. Preis Linolschnitt heute, Bietigheim-Bissingen
1991 Kunstpreis Junger Westen Recklinghausen
1990 Stipendium für das Deutsche Studienzentrum Venedig
1987 Max-Ernst-Stipendium Brühl

Das Werk von Martin Noël basiert auf den Überlegungen des an der Entwicklung der modernen Kunst maßgeblich beteiligten Otto Freundlich (1878-1943). Er erachtete die Linie als das wesentliche Trennungsmerkmal zwischen den Dingen, die eine räumliche Wahrnehmung erst möglich macht.
Von Bedeutung für Noël sind auch die Gedanken des englischen Philosophen John Berger (1926-2017), in denen er sich für die Entdeckung des Unbeachteten, des eher bedeutungslosen bei der Wahrnehmung von Natur aussprach.
So abstrakt die Bilder von Martin Noël erscheinen mögen, so haben sie alle ihren Ursprung in der unmittelbaren, von Berger angesprochenen, unbeachteten Realität.
Seien es die Risse im Boden des World Trade Centers in New York nach der ersten Bombenattacke von 1993, oder seien es die Risse in den Wänden der Häuser von Venedig und Paris oder die Schatten der Blumen, die er auf seinen Reisen entdeckte und als Skizzen auf Papier brachte.
Später Schnitt er diese Linien in das Holz eines Druckstockes und fertigte ganz in der Tradition von Albrecht Dürer als Holzschneider die Serien seiner Drucke auf Papier oder Leinwand. Dabei druckte er in einer ganz besonderen Farbigkeit, die sich an der Farblehre von Le Corbusier (1887- 1965) orientierte. Er druckte stets in kleinen Auflagen, bei den größeren Drucken handelt es sich meist um Unikate.
Oft erklärte er nach Abschluss der Druckarbeiten den Druckstock selbst zum künstlerischen Objekt, in dem er ihn mit Farbe oder mit Blattgold überzog und ihm so seine Wiederverwendbarkeit entzog.
In seinem gesamten künstlerischen Werk, darin liegt die Leistung von Martin Noël, fand er zu einer eigenen künstlerischen Position. Sie widmet sich dem exzessiven Dialog zwischen Linie und Fläche. Dabei gelingt es ihm den bedeutungsschweren expressiven Realismus, der in der deutschen Malerei zu seiner Schaffenszeit vorherrschte, zu überwinden. (Text: Dr. Wenzel Jacob – Kunsthistoriker)

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Kategorie: Gegenwartskunst, One-Artist-Show

Sybille Pattscheck

1958 geboren in Wesel
1980-86 Kunstakademie Münster, Studium der Malerei bei Ulrich Erben (Meisterschülerin)
1986 Atelierstipendium der Stadt Münster
1987 Förderpreis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
1988 Arbeitsstipendium des Landes NRW in Ringenberg
2018 Kunstpreis der Künstler, Große Kunstausstellung Düsseldorf
Lebt und arbeitet in Köln und Pulheim

Einzelausstellungen / Auswahl

2018      Galerie Strelow, Düsseldorf, Bilder der Farbe
2014      Galerie Katwijk, Amsterdam (mit Pieter Oebels)
2012      Galerie van den Berge, Goes, NL, (mit H. v ´t Hoog, und F. Soethout)
2007      vis á vis, Kunst aus NRW, Kunsthaus NRW, ehemalige Reichsabtei Kornelimünster
Kunstraumno 10, Mönchengladbach
Gemalte Augenblicke, Kunstverein Heinsberg

Ausstellungsbeteiligungen/ Auswahl

2020     Abstraktion, Galerie Strelow, Reasons To Be Cheerful, Galerie van den Berge, NL,
2019     35. Übersichtsausstellung des westdeutschen Künstlerbundes, Osthaus-Museum Hagen
2017     An sich, Kunstverein Heinsberg, (K), painting black, (K), Stiftung konzeptuelle Kunst, Soest
2016     Große Kunstausstellung Düsseldorf (K)
2013     33. Gesamtausstellung des Westdeutschen Künstlerbundes, Museum Bochum (K); Kunstverein Schwerte
2012     Galerie Roger Katwijk, Amsterdam, Galerie Tom van den Berge, Goes, NL
2011     Große Kunstausstellung Düsseldorf (K)
2010     Landpartie, Museum Abtei Liesborn (K)
2009     Minimal Structures,(Werke von Giradoni, Jae Ko, Pattscheck) Galerie Katwijk, Amsterdam
2007     Da capo, Galerie Lausberg, Toronto, Kanada
 

Sybille Pattscheck ist eine Lichtsammlerin. Sybille Pattscheck ist eine Malerin. Ihr Thema ist die Farbe und deren Interaktion mit dem Licht.
Farbe ist auch das große Thema im Werk von Ulrich Erben, dessen Meisterschülerin Sybille Pattscheck war.
Ihr Malmaterial ist erhitztes, mal mit Pigmenten, mal mit Ölfarbe gefärbtes Wachs, das zügig aufgetragen werden muss.
Die Künstlerin hat diese Technik weiterentwickelt und erzeugt Farbräume, die von ihrer Wirkung her immer malerisch sind. Durch die intensive Bearbeitung der Ränder der flachen, transparenten Acrylkörper, auf denen sie malt, sind es besonders diese Randzonen, die zum Hauptakteur werden. Sybille Pattscheck verlagert also das Geschehen und zwingt uns so, nicht im gewohnten fokalen Sehen zu verharren, sondern unseren Sehmodus zu variieren. Das Periphere, das nicht genau Begrenzte, ist ihr Thema. Dazu eignet sich hervorragend die matte Oberfläche des Wachses, die nicht vordergründig leuchtet oder Licht reflektiert. Vielmehr scheint Licht im Innern der Bilder von Sybille Pattscheck verborgen zu sein, was sich dem Betrachter eher körperlich vermittelt.
Coronachrome ist gleich der Titel mehrerer ihrer Farbräume. Corona ist das lateinische Wort für Ring oder Kranz. So sind es auch die mehrfarbigen Randflächen, die in vielen Arbeiten der Künstlerin die Bildmitte gleichsam umkränzen.
Zusätzlich gibt es auch sogenannte Diachrome, bei denen zwei Schichten unterschiedlich gefärbten Wachses übereinander gelegt wurden. Dieses Vorgehen generiert ein zusätzliches Moment von Tiefe. 
Im Februar und März dieses Jahres zeigte Sybille Pattscheck unter dem Titel „In der Farblichtgleiche“ sehr erfolgreich ihre Enkaustikarbeiten in der Galerie Bentler.

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Kategorie: One-Artist-Show, Gegenwartskunst

Marius Singer

Geboren 1959 in Bergisch Gladbach
1980 Abitur, Köln
1981 – 86 Studium der Freien Kunst an der Fachhochschule für Kunst und Design, Köln
Studienaufenthalte in Italien, Frankreich, Australien und Südafrika

Auszeichnungen
1984 Stipendium des Theaterfestivals Melbourne
1991 Kunststipendium der Stadt Bonn
1992 Kunstpreis für Malerei des Rheinisch-Bergischen Kreises
1992 Förderpreis Citroen Deutschland
1994 Stipendium Sponsorpartners Bonn, Sparte Bildende Kunst
1995 Stipendium Sponsorpartners Bonn, Sparte Bildende Kunst
1995 1. Preis Förderverein für Bildende Künstler Köln

Marius Singer erhielt verschiedene Stipendien und Kunstpreise, u.a. auch von der Stadt Bonn. Er stellt seit Jahren seine Werke auf den großen nationalen Kunstmessen (u.a. art Karlsruhe, ART COLOGNE, ART.FAIR Köln), aber auch international aus (u.a. ART FLORIDA, ART Breda/NL, ART FAIR Brüssel).

Marius Singer ist der Maler des Lichtes. Auf den ersten Blick sind seine Werke schwer in unser Thema einzuordnen. Was die Quadratur des Kreises in der Mathematik ist, das ist der konkrete Weg in die Abstraktion in der Malerei für Marius Singer. Diesen Weg beschreitet der Künstler konsequent.
Wir kennen Abstraktion normalerweise eben nur als gegenstandslos. Marius Singer aber versucht immer wieder ein Bild zu malen, welches zwar als Landschaft noch erkenntlich ist, aber die Essenz aller insgesamt möglichen Landschaften darstellt, eben die „Landschaft an sich“ ist, in der alle Landschaften, an die der Betrachter sich erinnern kann, mit ihren Lichtverhältnissen enthalten sind.  Ein weiter und unendlich schwerer Weg, den der Maler konsequent geht und auf dem er schon sehr weit fortgeschritten ist.

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Kategorie: One-Artist-Show

Bernard Schultze

1915 geboren am 31. Mai in Schneidemühl (heute in Piła in Polen)
1934 Abitur am Prinz-Heinrich-Gymnasium, Berlin
1934-1939 Studium an der Hochschule für Kunsterziehung in Berlin bei Willy Jäckel und Hans Zimbal, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Paul Bindel
1939 Staatsexamen an der Hochschule für Kunsterziehung, Berlin
1967 Kunstpreis der Stadt Darmstadt
1969 Kunstpreis der Stadt Köln
1972 Wahl zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
1981 Titularprofessur des Landes Nordrhein-Westfalen
1983 Kunstpreis Wormland, München
1984 Großer Hessischer Kulturpreis
1985 Gesellschaft Bildender Künstler Österreichs – Künstlerhaus Wien, Verleihung Goldener Lorbeer. Mitglied der freien Akademie Mannheim
1986 Lovis-Corinth-Preis, Ostdeutsche Galerie Regensburg
1989 Verleihung des Verdienst-Ordens des Landes Nordrhein-Westfalen
1990 Verleihung der Stephan-Lochner Medaille der Stadt Köln
1992 Austritt aus der Akademie der Künste, Berlin
2002 Binding Kulturpreis
2005 gestorben am 14. April in Köln

Mystische Räume, fantastische Welten, bizarre Formen und überlagernde Formationen: So präsentiert sich die eindrucksvolle malerische magische Welt des Bernard Schultze.  Sein Werk ist Teil der momentanen Wiederentdeckung und Neubewertung der gesamten Informellen Bewegung, zu deren wichtigsten Vertretern Bernard Schultze zählt.
Seine Arbeiten werden häufig als Lyrische Abstraktion bezeichnet. Diese überwiegend farbenfrohen und detailreichen akribisch hergestellten Gemälde sind voller Elemente, die unterschiedlichste Assoziationen beim Betrachter wecken. Sie enthalten meist Anspielungen und Zitate aus der Natur, erinnern an Wurzeln, Wald und andere Gewächse und imaginieren ganz eigene Gegenwirklichkeiten.
Später, ab 1961 erweiterte er die Leinwand um "Migofs", Konstrukte aus Draht, Textil, Papier und Kunststoff, die in ihrer Form an Wurzelstrukturen erinnern.  
Und so war Bernard Schultze ein äußerst vielseitiger Maler, Grafiker und Objektkünstler und gehörte zu den Mitbegründern der deutschen informellen Malerei, die die Kunstwelt der Nachkriegszeit revolutionierte.  Kein Wunder, dass Schultze nach den Wirren des 2. Weltkriegs und der inneren Emigration nach Malverbot zu dieser neuen, starken Kunstform fand.
Bernard Schultze war auf der documenta 2, 3 und 6 vertreten. Das Duisburger Museum Küppersmühle für moderne Kunst widmete ihm 2012/13 eine umfassende Retrospektive.
Vom 23.9. bis 9.1.2022 sind seine Arbeiten Teil der Ausstellung „Positionen des deutschen Informel. Von Ackermann bis Zangs“ in der Kunsthalle Schweinfurt.

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Kategorie: Kunst nach 1945, Gegenwartskunst

Günther Uecker

1930 in Wendorf (Mecklenburg) geboren
1949-53 Studium in Wismar und an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
1955-58 Kunstakademie Düsseldorf (u.a. bei O. Pankok)
Ab 1957 gemeinsame Ausstellung mit H. Mack und O. Piene
1962 Mitglied der Gruppe "Zero" (letzte gemeinsame Ausstellung 1966)
1964 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildende Kunst
1974 bis 1995 unterrichtete Uecker als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf
1985 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
2000 Pour le mérite für Wissenschaft und Künste
2001 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
2006 Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis)
2010 Jan-Wellem-Ring der Landeshauptstadt Düsseldorf
2015 Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen
Günther Uecker lebt und arbeitet in Düsseldorf-Oberkassel und St. Gallen.

Begonnen hat unsere „Reise“ durch die Welt der Kunst in den 80er Jahren. Heinz Mack, Otto Piene, Günther Uecker lernten wir während dieser Zeit kennen und schätzen. Ihre Arbeit mit und die Suche nach dem Licht faszinierte uns von Anfang an und prägte uns für die Zukunft. Diese Avantgarde schenkte uns und vielen unserer Kunden eine neue Sicht auf die Welt. Und allein das ist eine so große Bereicherung, dass wir ihre homöopathische Wirkung nie mehr vermissen wollten.
Folgerichtig begleiteten wir die Wege der ZERO-Künstler mit zahlreichen Ausstellungen bis auf den heutigen Tag.
Ganz besonders bei Günther Uecker ist diese Suche nach und die Arbeit mit dem Licht in seinen dreidimensionalen Nagelobjekten bis zum heutigen Tage deutlich zu erkennen. Von allen Seiten präsentiert sich durch den Effekt von Licht und Schatten ein unterschiedlicher Eindruck seiner Werke. Erstaunlicherweise gelingt es Uecker, mit diesem schlichten Gebrauchsgegenstand und seinem Werkzeug, dem Hammer, Arbeiten von extrem unterschiedlicher Ausstrahlung zu fertigen. Von wirklich zerstörten, weil völlig zersplitterten Holzoberflächen mit krumm geschlagenen, schwarz gefassten Nägeln, deren Gesamtwirkung an die Zerstörungen des Krieges erinnern, bis zu harmonisch schwingenden, weiß übermalten Nagelfeldern, die an die Schwingungen der Gräser im Wind angelehnt sind und Frieden und Ruhe in die Herzen der Betrachter senken.
Selbst in seinen Reliefdrucken, seinen Prägungen in weißem Papier, ist diese harmonische und positive Sicht auf die Welt präsent, so dass es sich wirklich lohnt, sich mit solchen Arbeiten zu umgeben. Wie Eingangs gesagt: Bekommt man doch genau diese Wirkung bei Günther Uecker in homöopathischen Dosen verabreicht.

 

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Kategorie: Gegenwartskunst

Martin Noël

*1956 06. November, in Berlin
† 2010 18. November, in Bonn
1980–87 Studium der freien Grafik und Malerei an der FH Köln, Meisterschüler
Lebte in Bonn am Rhein

Preise und Stipendien, Auswahl
2003 Arbeitsstipendium Stiftung Kunstfonds e.V.
1998 Stipendium der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW
Atelierstipendium der LETTER Stiftung Köln, für New York
1993 Kunstpreis der Stadt Bonn,
1. Preis Linolschnitt heute, Bietigheim-Bissingen
1991 Kunstpreis Junger Westen Recklinghausen
1990 Stipendium für das Deutsche Studienzentrum Venedig
1987 Max-Ernst-Stipendium Brühl


Das Werk von Martin Noël basiert auf den Überlegungen des an der Entwicklung der modernen Kunst maßgeblich beteiligten Otto Freundlich (1878-1943). Er erachtete die Linie als das wesentliche Trennungsmerkmal zwischen den Dingen, die eine räumliche Wahrnehmung erst möglich macht.
Von Bedeutung für Noël sind auch die Gedanken des englischen Philosophen John Berger (1926-2017), in denen er sich für die Entdeckung des Unbeachteten, des eher bedeutungslosen bei der Wahrnehmung von Natur aussprach.
So abstrakt die Bilder von Martin Noël erscheinen mögen, so haben sie alle ihren Ursprung in der unmittelbaren, von Berger angesprochenen, unbeachteten Realität.
Seien es die Risse im Boden des World Trade Centers in New York nach der ersten Bombenattacke von 1993, oder seien es die Risse in den Wänden der Häuser von Venedig und Paris oder die Schatten der Blumen, die er auf seinen Reisen entdeckte und als Skizzen auf Papier brachte.
Später Schnitt er diese Linien in das Holz eines Druckstockes und fertigte ganz in der Tradition von Albrecht Dürer als Holzschneider die Serien seiner Drucke auf Papier oder Leinwand. Dabei druckte er in einer ganz besonderen Farbigkeit, die sich an der Farblehre von Le Corbusier (1887- 1965) orientierte. Er druckte stets in kleinen Auflagen, bei den größeren Drucken handelt es sich meist um Unikate.
Oft erklärte er nach Abschluss der Druckarbeiten den Druckstock selbst zum künstlerischen Objekt, in dem er ihn mit Farbe oder mit Blattgold überzog und ihm so seine Wiederverwendbarkeit entzog.
In seinem gesamten künstlerischen Werk, darin liegt die Leistung von Martin Noël, fand er zu einer eigenen künstlerischen Position. Sie widmet sich dem exzessiven Dialog zwischen Linie und Fläche. Dabei gelingt es ihm den bedeutungsschweren expressiven Realismus, der in der deutschen Malerei zu seiner Schaffenszeit vorherrschte, zu überwinden. (Text: Dr. Wenzel Jacob – Kunsthistoriker)

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Kategorie: Gegenwartskunst, One-Artist-Show

André Schweers

1963 geboren in Mülheim an der Ruhr
Studium Kunst und Geografie an der Universität Duisburg
Studium der Bildhauerei bei Kurt Sandweg
Arbeitsaufenthalte an archäologischen Ausgrabungsstätten in Italien,
Griechenland, der Türkei und Frankreich
Leitung der Papierwerkstatt im Fachbereich Kunst der Uni Duisburg
Ausstellungskonzepte und kuratorische Tätigkeit

Seit 1992 Ausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Projekte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Frankreich, Spanien, den Niederlanden, China und den USA.
Werke befinden sich in den Sammlungen großer Unternehmen und in musealem Besitz, wie dem Musée des Beaux Arts in Tours, dem Museum Kunstpalast in Düsseldorf, dem Lehmbruck Museum in Duisburg und der Landessammlung NRW.

Der Plastiker André Schweers gestaltet seine bildkünstlerischen Objekte in der Hauptsache mit Papiermasse unter Einbeziehung anderer Materialien wie Paraffin und Pigmente. Die Verwendung dieser spezifischen Materialien beinhaltet jedoch nicht unmittelbar eine direkte Auseinandersetzung mit dem Element Papier, sondern versteht sich in seiner Materialität als Element der Aneignung von Spur, Hinterlassenschaft und Setzung. Die Papiere, genauer die Papiermassen, die der Künstler verwendet, sind denn auch plastisch gesetzt und verdichten die unterschiedlichen Inhalte der künstlerischen Arbeit in Farb- und Formelementen.

André Schweers arbeitet in Werkserien, bei denen er häufig Titel wählt, die auf Bereiche verweisen, die in der Archäologie, Archivierung oder im Bibliographischen verwendet werden, um seiner spezifischen Inhaltlichkeit Ausdruck zu verleihen. So in der Serie „Bibliotheca conservata“, in der André Schweers Bildblöcke schafft, die den Charakter von Schrifttafeln besitzen. Aus den mittlerweile entstandenen Arbeiten stellt der Künstler für jeweils neue Ausstellungskontexte und Präsentationen gleichsam „geheime Bibliotheken“ zusammen, mit denen er den Charakter von Intimität und Geschichtlichkeit vermittelt. Die „Schrifttafeln“ der „Bibliotheca conservata“ reihen sich wie ein unendliches Wissensarchiv aneinander, das die Qualität von Unzeitlichkeit gewinnt. Die Farbigkeit dieser Bildblöcke ist sehr differenziert, wenngleich für jede einzelne Arbeit im Farbkanon homogen. Kostbare Pigmente, wie wir sie aus dem Mittelalter kennen, stehen hier auch für die symbolische Kraft von Farbigkeit wie das Blau, das stets für das Geistige in der Tradition der Kunstgeschichte eingetreten ist.

Der Bildserie „Bibliotheca conservata“ gegenüber steht eine Werkgruppe größerer Arbeiten mit dem Titel „Folianten“, die den Eindruck von großen Büchern vermitteln und die in ihrer Farbintensität noch gesteigert sind im Gegensatz zu der kleineren Serie. Krapplack-Rot oder ein Lapislazuli-Blau dominieren die Werke und verleihen ihnen einen Charakter von Vergangenheit, Kostbarkeit und Immaterialität. Das im Zentrum der hochrechtformatigen Objekte stark geprägte Papier scheint den Inhalt und die Wissensfülle und Kostbarkeit der bedeutenden Artefakte in sich zu tragen und aus diesem Zentrum heraus gleichsam fast wie in einem Leuchten impulsartig freizusetzen. Im Gegensatz zu der Werkgruppe der „Bibliotheca conservata“, die das Element der „Versammlung“ verschiedener Elemente in sich trägt und dadurch auch mit unterschiedlichen Materialitäten arbeitet, verwendet André Schweers in den „Folianten“ nur Pigment und Papiermasse, um jeweils für jedes einzelne Bildobjekt eine auratische Farb- und Materialpräsenz zu erreichen. Die Verdichtung von Farbe, Form und Struktur ist hier auf ein Minimum reduziert und gleichzeitig in der Ausdrucksstärke gesteigert. Nichts lenkt durch unterschiedliche Informationen die Wahrnehmung ab und der Blick konzentriert und verdichtet sich auf das im Zentrum „eingeschlossene Wissen“, das hier in den Spuren der Seiten scheinbar aufleuchtet. Auch in der Pigmentierung, die die gesamte Papiermasse durchtränkt, entsteht ein gleißendes Licht, das je nach Veränderung des Betrachters im Raum zu einem fast immateriellen Leuchten verschmilzt.

Aus der Bildserie der „Folianten“ entwickelt André Schweers dann in Fortsetzung die noch größer gehaltenen „Prologe“, bei denen es ihm auch um das Verhältnis von Schriftblock zur Fläche und zur Farbigkeit geht. In diesen Formaten verdichtet sich der Farbraum an der Peripherie des Zentrums, wird zum eigentlichen Bild- oder Objektrand hin ganz zart und verdünnt und lässt das eigentliche Zentrum des Bildes, das André Schweers den so genannten Schriftblock nennt, in dem die horizontalen Prägespuren, das Papier und damit die Papiermasse aufbrechen zu einer Helligkeit, die jede andere Stelle des Bildobjektes überstrahlt. Immer wieder beobachten wir bei diesen „Prologen“ eine Verdichtung von Farbmaterie als Bild im Bild und eine gleichzeitige Transparentmachung von Farbpigmenten im Bezug auf den Rand und das Zentrum der Arbeiten. Ein Farbraum entsteht dadurch, der ein besonderes Leuchten provoziert, das die materielle Qualität des Papiers fast zur Aufhebung bringt. Dabei bleibt André Schweers in der Regel in der gleichen Farbigkeit, die er von hell nach dunkel variiert, geht aber in einigen Arbeiten auch dazu über, das Zentrum durch goldgelbes Pigment noch zusätzlich zu überhöhen. Die Bedeutung, die Kostbarkeit und die Wichtigkeit des konservierten Wissens, das in diesen Arbeiten thematisch fassbar wird, findet so ihr visuelles Äquivalent.

André Schweers begibt sich mit seinen Arbeiten stets auf eine Art von Spurensuche, in denen er Bildobjekte realisiert, die das Thema der Idee, und des geistigen Inhaltes in Artefakte gießt, – im doppelten Sinne der Bedeutung – und die das Thema in ästhetisch visuelle Form bringen. Das Buch als Hort der Ideen aber gleichzeitig auch als kostbares Objekt geheimer Gedanken findet in seinen Arbeiten Entsprechungen und wird unter den maßgeblichen Bedingungen von künstlerischer Gestaltung nach den Kriterien von Farbe, Form, Materialität und Raum hinterfragt und gespiegelt. Die strukturelle Qualität und die Prozesse, die sich im Entstehungsablauf ergeben, sind dem Künstler willkommen und werden in der ihm eigenen Art immer wieder zu neuen visuellen und wahrnehmungsspezifischen Ergebnissen umgesetzt.
In seinen Objekten kann man lesen wie in Büchern, in seinen Büchern kann man wahrnehmen und visuell entdecken wie allein in Werken der bildenden Kunst.

Der Text „Die Bibliotheca conservata“ (Kapitelsaal St. Julien, Tours (F), April 2003) wurde von Frau Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin des Rheinischen Landesmuseum, geschrieben.

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Über uns

Galerie-Information

„Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung!“ Dieses bekannte Zitat des griechischen Philosophen Heraklit beinhaltet heute wohl mehr Wahrheit als jemals zuvor.

Die Veränderungen unseres Lebens durch die Pandemie sind gerade in der Kultur und Museumslandschaft überdeutlich zu spüren, ist dieses doch ein Bereich, der vom Publikum erst beseelt wird und dadurch lebt. Museen und Galerien sind geschlossen, alle Kunstmessen abgesagt.

Auch die art KARLSRUHE, die in diesen Tagen stattfinden sollte, fällt ersatzlos aus. Das ist für die gesamte süddeutsche Region ein herber Verlust, aber auch für die teilnehmenden Galerien und vor allen Dingen für die Künstlerinnen und Künstler, die sonst keine Möglichkeit haben, ihre Werke zu präsentieren und zu verkaufen. Bedenkt man, dass alle Künstlerinnen und Künstler komplett neue Werke für die Messe geschaffen haben, so kann man vielleicht ermessen, wie groß der Schaden ist.

Wie geht man mit dieser Situation um? Fügt man sich und ergibt sich in sein Schicksal oder versucht man, mit diesen Veränderungen kreativ umzugehen?

Zusammen mit der art KARLSRUHE und einigen anderen Galerien haben wir uns für das Zweite entschieden. Unsere Antwort auf diese Veränderung heißt art KARLSRUHE Selections.

Die Idee dabei ist, dass wir unsere Galerie wie einen Messestand gestalten und in vier gleichgroße Räume aufteilen. So können wir jeweils vier Künstlerinnen oder Künstler in einer One Artist Show gleichzeitig für die Dauer von zwei Wochen präsentieren. Nach zwei Wochen wechseln die Künstlerinnen und Künstler jeweils, so dass wir nach insgesamt sechs Wochen das Programm, welches wir auf der art KARLSRUHE gezeigt hätten, in der Galerie gezeigt haben.

Ganz besonders freut es uns, dass diese renommierte Kunstmesse dieses Konzept mitträgt und unter art KARLSRUHE Selections auf allen Media-Kanälen unter diesem Titel Informationen bereitstellt und diese Veranstaltung bewirbt. So entsteht zwischen Galerie und Messe eine komplett neue Form der Zusammenarbeit, die sich an der Veränderung der Umstände durch die Pandemie orientiert.

Natürlich freuen sich die Künstlerinnen und Künstler, wenn Sie als kunstinteressiertes Publikum diese Veranstaltung mittragen und durch Ihre Teilnahme zu einem Erfolg werden lassen. Es ist eine sehr große Chance für alle Beteiligten. Eine schönere und bessere Art der gelebten Solidarität könnte man sich kaum vorstellen.

Und möglicherweise stimmen Sie ja mit uns überein: Wer in Veränderungen Chancen sieht und der Vergangenheit nicht nachtrauert lebt im Hier und Jetzt und freut sich auf die Zukunft. Die Zukunft wird in allen Lebenslagen noch viele Veränderungen für uns bereit halten, ob wir wollen oder nicht. Nehmen wir diese Herausforderung an und nutzen wir die darin liegenden Chancen.

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1981