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art KARLSRUHE
Eine Veranstaltung der

Galerie Renate Bender

Türkenstraße 11, 80333 München
Deutschland
Telefon +49 89 30728107, +49 172 8514189
Fax +49 89 30728109
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Standort

  •   Halle 1 / H1/C08

Ansprechpartner

Renate Bender

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Unsere Künstler

Künstlerdetails

Kategorie: Gegenwartskunst, One-Artist-Show

Peter Weber

Peter Weber wurde 1944 in Kollmar/Elbe geboren. Er lebt und arbeitet bei München.

 Mit den unterschiedlichsten Techniken und Materialien hat Peter Weber ein Faltsystem entwickelt, das immer aus einem Stück und ohne Schnitte durch die Fläche erarbeitet wird. In seinen seriellen Papierarbeiten aus rein-weißem Canson Aquarell oder dem 640g schweren Büttenpapier wird die mathematische Vielfalt dieser Technik in Perfektion durchdekliniert; von starker stofflicher Präsenz sind die Faltarbeiten aus naturfarbenem oder eingefärbtem Filz. Neben Filz und Papier verwendet Weber auch Materialien wie Leinwand, Baumwolle, Kunststoff und sogar Stahl. Ende 2017 entstanden dann die ersten gefalteten Stahlreliefs.

 Im Jahr 2019 erschien ein zweibändiges Werkverzeichnis der Arbeiten von Peter Weber von 1968-2018 im Hirmer-Verlag München.

 Der Künstler zu seinem Werk:
„Das Faltmaterial wandelt sich aus der Fläche zu einem architektonischen Gebilde, um dann wieder als Relief in die Fläche zu gleiten. Es ist der Gedanke der Ganzheit, der mich fasziniert und reizt, immer wieder an die Grenzen des Machbaren zu gehen, um komplizierte Sachverhalte der Gestaltung zu lösen.“                                                                                   

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Kategorie: Gegenwartskunst

Till Augustin

Till Augustin wurde 1951 nahe Starnberg in Bayern geboren. Er lebt und arbeitet in Nürnberg.

Der Nürnberger Bildhauer schafft neben seinen Arbeiten aus Verbundglasblöcken auch Skulpturen aus oft armdicken Stahlseilen. Im aufwendigen Prozess der Feuerverzinkung werden diese starr und absolut unbeweglich. Vorher gibt der Künstler ihnen jedoch eine bestimmte Form. Er schichtet sie übereinander, verflicht sie oder rollt sie auf. Ihre letztendliche Gestaltung erfahren sie dann durch den letzten Bearbeitungsschritt mit der Säge. In der Werkreihe „Der Gordische Knoten“ werden die Stahlseile ineinander verschlungen und nach ihrer Erstarrung dann zu einem exakten Kubus geschnitten: eine Knotenlösung ganz nach alexandrinischem Vorbild.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Alfonso Fratteggiani Bianchi

Alfonso Fratteggiani Bianchi wurde 1952 in Pieve Caina, Italien geboren. Er lebt und arbeitet in der Provinz Perugia, Italien.

Alfonso Fratteggiani Bianchi reduziert sich in seinem malerischen Schaffen auf den puren Pigmentauftrag. Er reibt das reine Pigment per Hand ohne jegliche Bindemittel in einen Sandstein, die „pietra serena” ein, bis der gewünschte Sättigungsgrad erreicht ist. Der „pudrige” Charakter des reinen Pigments und die damit samtene Oberfläche lassen die Farben völlig ungetrübt erfahren. Mit dieser Vorgehensweise ist der Künstler absoluter Einzelgänger in der zeitgenössischen, monochromen Malerei. Gefragt, wie es ihm denn gelänge, das pure Pigment auf dem Stein zu fixieren, schüttelt Fratteggiani nur lächelnd den Kopf und meint: „Wie hält denn der Mond am Himmel ohne Klebstoff?…”

Ob Schwerkraft oder Magie im Spiel sind, der Betrachter wird schlichtweg in den Bann gezogen von der geradezu vibrierenden und leuchtenden Farbigkeit, die durch das pure Pigment auf dem Sandstein hervorgebracht wird: tiefstes Rot, leuchtendes Ultramarin, pulsierendes Grün… So intensiv, dass man glaubt, das Pigment streue eigenes Licht ab.
 

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Kategorie: Gegenwartskunst

Helmut Dirnaichner

Helmut Dirnaichner wurde 1942 in Kolbermoor, Bayern geboren. Er lebt und arbeitet in München und Mailand.

Helmut Dirnaichner nimmt mit seinen fragilen Werken aus zerstoßenen Erden, Steinen, Mineralien und Zellulose eine einzigartige Stellung in der zeitgenössischen Kunst ein. Selbst bezeichnet er sich als poetischen „Schöpfer“ seiner Kunst.

Dirnaichner arbeitet seit 1982 mit Steinen und Halbedelsteinen wie Azurit, Malachit und Lapislazuli, welche zum Ursprung der Malerei zurückführen. Die Steine entdeckt er als natürliche Farbpalette. Zu Beginn des Schaffungsprozesses zerstößt, mörsert und zerreibt er sie, bis ein Granulat entsteht. Diese Mineralsubstanz wird ohne Bindemittel in Zellulose hineingeschöpft. Sie durchdringt den so entstandenen fragilen Bildkörper und verleiht ihm abwechslungsreiche Oberflächenstrukturen. Diese Strukturen wirken aus jeder Position und je nach Lichteinfall immer anders und verleihen den Werken eine einzigartige Tiefe und Ruhe. Auf diese Art und Weise tritt Dirnaichner in den Dialog mit den Steinen, wie er selbst sagt.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Rosa M Hessling

Rosa M Hessling wurde 1954 in Zell/Mosel geboren, wo sie lebt und arbeitet.

Die Gemälde von Rosa M Hessling zeichnen sich aus durch Subtilität und Zurückhaltung und strahlen dennoch Intensität und Kraft aus. Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Phänomen der Wahrnehmung von Licht in Gestalt von Farbe. Durch den Einsatz spezieller Pigmente in Verbindung mit Lacken gelingt es ihr farb- bzw. lichtintensive Gemälde zu generieren, die sich jedwedem Erfahrungswert verweigern. Die vielschichtige Präsenz dieser Gemälde, ihre ständige Veränderung, offenbart sich mit jedem Schritt des Schauenden davor, wie auch durch unterschiedliche Lichttemperaturen im Raum. Der Betrachter erfährt diese Metamorphosen der Bilder nur, wenn er sich auf die subtilen, schimmernden Oberflächen einlässt. Dann plötzlich bemerkt er die Farbveränderungen bis hin zum gänzlichen Wandel der Grundfarbe des Bildes. Ihre jüngsten Bilder sind auf verspiegeltem Glas gemalt und scheinen von innen heraus zu strahlen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Edda Jachens

Edda Jachens wurde 1960 in Bremen geboren. Sie lebt und arbeitet in Stuttgart.

  „Die aktuellste Werkgruppe von Edda Jachens stellen ihre Aquarelle dar. Begonnen hat die Künstlerin mit zarten Blättern, in denen sie mindestens vier transparente Schichten neben- und übereinander aufträgt. Hier geht Jachens den Möglichkeiten der maximalen Reduktion in Form und Farbe nach und lässt das lichte, fast gegen Weiß gehende Kolorit nur erahnbar werden. Demgegenüber stehen ihre jüngeren dunklen Aquarelle, in denen sie anhand von rund 200 Schichten die maximale Anzahl von hauchdünnen Schichten auslotet, um dunkle, fast gegen Schwarz gehende Aquarelle von großer Farbintensität und körperlicher Anmutung entstehen zu lassen.“

 Dr. Bettina Zeman
Auszug aus dem Katalogtext Zwischenräume – Arbeiten von Edda Jachens und Gaby Terhuven

 

 

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Kategorie: Gegenwartskunst

Bim Koehler

Bim Koehler wurde 1949 in Kassel geboren. Er lebt und arbeitet in Spiesheim / Rheinland-Pfalz.

In der Auseinandersetzung mit Farbe und Form begibt sich Bim Koehler immer wieder in den Grenzbereich der traditionellen Malerei: Aufbrüche des monochromen Bildraumes sowie die endlos erscheinende Addition von Formen und Farben führen bei Koehler immer wieder zu neuen Ergebnissen. Hierzu bedient er sich bevorzugt empirischen, mitunter atypischen, aber auch innovativen Werkstoffen und Materialien. So entstehen sich stetig verändernde Bildaussagen auf der Grundlage konsequent ausgeführter geometrischer Formenvorgaben.

„Bim Koehler ist ein Magier der Farbe. Als forschender Maler versucht er in seinen Bildern die Geheimnisse der Farbe zu ergründen. Er experimentiert mit unterschiedlichen Maluntergründen wie Holz, Acrylglas, Büttenpapier und neuerdings Finnischer Maschinenholzpappe um die Möglichkeiten der Aura der Farbe erfahrbar zu machen. In seinen faszinierenden Bildern lässt er den Betrachter Anteil haben an seinen Farbexperimenten, die immer in der begeistert resignativen Feststellung des Künstlers münden: “Farbe macht mit einem, was sie will”.“

Tobias Hoffmann – Auszug Katalog „Das Leben ist schön!“, 2019

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Kategorie: Gegenwartskunst

Siegfried Kreitner

Siegfried Kreitner wurde 1967 in Simbach am Inn geboren. Er lebt und arbeitet in München.

Bewegung und Licht sind die bestimmenden Elemente von Kreitners vorwiegend aus Aluminium geschaffenen Skulpturen. Der von ihm selbst verwendete Ausdruck „Minimalkinetik“ bezieht sich dabei sowohl auf die geringe Geschwindigkeit der elektromotorgetriebenen beweglichen Teile als auch auf die weitgehend schmucklos gestalteten Arbeiten. In seinen neueren Werkgruppen nimmt Kreitner zunehmend auch farbige Elemente in seine Arbeiten auf.

 Die in der Ausstellung "Black is Beautiful" gezeigten Stelen weisen mit ihren tiefschwarzen, sich langsam drehenden Flächen den größtmöglichen Kontrast zu ihrer Umgebung auf. Die Silhouette verändert sich für das Auge des Betrachters zunächst kaum wahrnehmbar durch die geringe Geschwindigkeit der mechanischen Bewegung. Dann aber ist, wie bei der Skulptur VII – 2020, die Veränderung frappierend: Denn bei dieser Arbeit sind die Rückseiten der schwarzen Flächen mit spiegelnder Folie überzogen und fangen schillernd das Licht ihrer Umgebung ein. Zu einem bestimmten Zeitpunkt leicht und transzendent - wenn alle Spiegelflächen nach vorne weisen -, wird sie schon im nächsten Augenblick wieder kontrastreiche Materie.

 

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Kategorie: Gegenwartskunst

Maria Lalić

Maria Lalić wurde 1952 in Sheffield, England geboren. Sie lebt und arbeitet in Bath, England.

In geradezu wissenschaftlicher Recherche erarbeitet sich die Künstlerin Werkzyklen über Jahre hinweg. So zeigte die Galerie in den vergangenen 25 Jahren Arbeiten aus den Zyklen „Colour and Metal”, „History Paintings“ und „Landscape Paintings“. In ihren monochromen „History Paintings“ erforscht sie den historisch-zeitlichen Hintergrund der Pigmente. 2014 begann sie mit der „Monochrome History Paintings“-Reihe, wo die Farbe entsprechend der Ära ihrer Erfindung – von der Höhlenmalerei bis ins 20. Jahrhundert aufgetragen wird. In der aktuellen Reihe behandelt sie nun jede individuelle Farbe, also Rot, Blau, Gelb, Grün, Purpur, Braun, Schwarz und Weiß. Es werden 45 Bilder entstehen, jedes im Format 85 x 85 cm

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Kategorie: Gegenwartskunst

Horst Linn

Horst Linn wurde 1936 in Friedrichsthal/Saar geboren. Er lebt und arbeitet in Dortmund.

Die zumeist gekanteten Faltungen des Bildhauers Horst Linn unterliegen strengen konkret-konstruktiven Gesetzmäßigkeiten. Ob nun die frühen Wellblech-Faltungen der 70er- und 80er-Jahre oder die jüngeren Wandreliefs aus gefaltetem Aluminium oder Stahlblech, zumeist lackiert – alle Arbeiten sind dem Vorsatz „weniger ist mehr” verpflichtet und erfüllen so die große Forderung eines Mies van der Rohe.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Matt McClune

Matt McClune wurde 1973 in Worcester, MA, USA geboren. Er lebt und arbeitet in St. Romain im Burgund, Frankreich.

In den letzten 15 Jahren hat Matt McClune auf seinen Reisen durch die USA und Europa visuelle Eindrücke der besuchten Gegenden gesammelt und diese dann in seine oft stillen, meditativen Gemälde „destilliert“, welche wie von Licht durchflutet erscheinen. Manchmal arbeitet er dabei im Grenzbereich der Monochromie, oft aber wird der Farbauftrag aus einem klarem Polyurethan-Gel, angemischt mit feinsten Pigmenten, auch lebhaft und gestisch. Für den Auftrag auf verschiedene Arten von Metallträgern verwendet er selbst gefertigte Spachteln unterschiedlicher Breiten. Idealerweise betrachtet man McClunes Bilder bei sich veränderndem, natürlichen Licht und erfährt dabei die Wandlung von Farbe und Bildstimmung, wenn das Tageslicht durch die Farbschichten dringt.

McClunes frühe Bilder waren abstrakte Landschaften, wie aus großer Höhe aus einem Flugzeugfenster heraus betrachtet, mit vagem aber doch profundem Raum und großer Tiefe. Als er 2004 nach Frankreich in die Landschaft des Burgunds zog und umgeben war von Menschen, die die Idee des regionalen „Terroirs“ pflegen, schuf er bald Bilder, die beides waren, „von einem spezifischen Ort zu einer spezifischen Zeit“ aber paradoxerweise dennoch nie abbildend. Kombiniert mit seinen kompositorischen Strukturen lässt der Künstler so ein Werk entstehen, das sowohl intellektuell streng als auch immateriell transzendent ist.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Pfeifer & Kreutzer

Anne Pfeifer wurde 1987 in Lindenfels und Bernhard Kreutzer 1986 in München geboren. Sie leben und arbeiten in München und im Odenwald.

Rhythmus und Klang beschäftigt und fasziniert die beiden jungen Künstler. Sie arbeiten gemeinsam im Bereich der kinetischen Kunst in Form von bewegten Klanginstallationen und Videoarbeiten. Hierfür setzen sie verschiedenste Materialien (z.B. Acrylglas, Fellimitat, Holz oder Eisen) ein und fertigen daraus zumeist geometrische Formen in einem reduziertem Farbspektrum. Die hoch komplexe Technik bleibt dabei für den Betrachter stets unsichtbar. Ohne Vorankündigung fangen ihre Arbeiten an sich zu bewegen, erzeugen Klopf- oder Klanggeräusche. Genauso unerwartet wie sie begonnen hat stoppt die Performance auch wieder und lässt überraschte Betrachter zumeist mit einem Schmunzeln zurück.

Anne Pfeifer ist Absolventin der Akademie der Bildenden Künste in München, Bernhard Kreutzer Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen, ebenfalls in München. Schon seit dem Studium konzipieren und setzen sie Projekte gemeinsam um, was sie veranlasste seit 2019 unter dem Namen „Pfeifer & Kreutzer“ aufzutreten.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Joan Hernández Pijuan

Joan Hernández Pijuan wurde 1931 in Barcelona, Spanien geboren, wo er 2005 verstarb.

Der 2005 verstorbene katalanische Maler Joan Hernández Pijuan zählt zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen spanischen Malerei. In der Ausstellung “Fundamental Painting” würdigte die Galerie Renate Bender 2015 vor allem auch das Frühwerk des Künstlers, der von sich selbst sagte, dass sein künstlerischer Weg sich ab den 1970er Jahren abzuzeichnen begann. Monochrome Farbüberlagerungen mit einem gegenständlichen Referenzobjekt, wie z.B. einem Baum, werden in den 1980er Jahren von floralen und pflanzlichen Elementen abgelöst. Beeinflusst vom Licht und der Landschaft Spaniens, sind es zumeist archaische Kürzel, wie etwa ein Baum oder ein Haus, die er mit einem Kohlestift in dicke Ölschichten zeichnet oder mit dem Pinsel auf ein zartes Papier setzt. In seinen letzten Lebensjahren erfährt sein Werk mehr und mehr Reduktion. Der monochrom anmutende Bildraum wird nur noch von wenigen Randelementen eingefasst; Hinweise auf Wege und Feldbegrenzungen einer Landschaft. In der Übersichtsschau “Fundamental Painting (2015)” wurden Arbeiten auf Leinwand und Papier aus vier Jahrzehnten gezeigt.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Harald Pompl

Harald Pompl wurde 1952 in Nürnberg geboren. Er lebt und arbeitet in Altdorf bei Nürnberg.

Nach seinen beeindruckenden Objektkörpern und -stelen der vergangenen Jahre aus eingefärbten Kunstharzscheiben zeigt uns Harald Pompl in seinen jüngsten Arbeiten einmal mehr seine Affinität zur kompakten Skulptur im Raum oder an der Wand.

In einem extrem zeitaufwändigen, über mehrere Wochen dauernden Gussverfahren entstehen kompakte Farbrohlinge aus pigmentiertem Kunstharz. Aus der Gießform entnommen werden sie in einem nicht minder zeitintensiven, mehrtägigen beinahe meditativen Schleifprozess von Hand bis zu maximaler Farbintensität gebracht. Es sind sehr bewusst, scheinbar spielerisch komponierte Farbskulpturen in einem transluzidem oder opakem Farbspektrum in unterschiedlichen Größen. Die Farbgebung folgt einem spontanen, aber logischen Aufbau, ein Quantum zufälligen Farbverlaufs ist beabsichtigt, ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Einfluss von Tages- bzw. Kunstlicht. Dadurch entsteht ein skulpturaler Gesamtfarbklang von enormer dreidimensionaler Strahlkraft und Transparenz.

In seinen jüngsten Arbeiten gießt Pompl das flüssige farbige Harz in selbst geschaffene Formen und verschmilzt die so entstehenden Schichten zu Würfeln und verschieden flachen Körpern, die perfekt poliert sind, um eine glänzende, schimmernde Oberfläche zu erzeugen und das Licht einzufangen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Robert Sagerman

Robert Sagerman Ph. D. wurde 1966 in Bayside, NJ, USA geboren. Er arbeitet in New Jersey, USA.

Der amerikanische Maler verwirklicht mit seinen „Farbkörpern“ einen neuen Ansatz in der „monochromen“ Malerei. Erst bei genauerem Betrachten erkennt man die Farbtupfer aus purer, eigenständig angerührter Ölfarbe als eine Schichtung von tausenden von „marks“, die minutiös auf die Leinwand mit einem Spachtelmesser aufgetragen werden. So entsteht, Schichtung für Schichtung, ein mehr oder minder vielfarbiges Farbfeld auf der Oberfläche der Leinwand, das den Betrachter dazu einlädt, den Blick in dessen Tiefe zu versenken. Im Gegensatz zu ähnlichen malerischen Positionen, die bei flüchtiger Betrachtung zitiert werden, stellt sich Sagerman einer völlig anderen Aufgabe, die einen eher konzeptuellen Charakter aufweist. Er dokumentiert seine Arbeit vom ersten Schritt des Anmischens der Farben bis hin zum einzelnen Auftrag der Öltupfer. Die Summe der Öltupfer, die er „marks“ nennt, z.B. ‘12,354’ wird dann zum Titel der Arbeit.

In den Arbeiten seiner jüngsten Werkgruppe verwendet Sagerman erstmals einen bewegten Farbauftrag. Der Schlüssel dazu basiert auf Erkenntnissen aus der Vorbereitungszeit seiner Doktorarbeit zum jüdischen Mystizismus. Er erkannte im Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle die von Michelangelo gewählte Aufteilung der einzelnen Bereiche nach dem System der jüdischen „Sefirot”. Besonders der dynamische Bildteil der „Trennung von Licht und Dunkelheit” ließ ihn nicht mehr los und eben diese „Bewegung” kennzeichnet nun sein Oeuvre

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Kategorie: Gegenwartskunst

Regine Schumann

Regine Schumann wurde 1961 in Goslar geboren. Sie lebt und arbeitet in Köln.

Farbiges und fluoreszierenden Acrylglas spielt in Regine Schumanns Werk seit über 25 Jahren eine wichtige Rolle. Dieser von der Künstlerin verwendete Werkstoff leuchtet, sobald ihm Lichtenergie zugeführt wird – sei es in Form von natürlichem Tageslicht oder von Kunstlicht. Durch die unterschiedlich farbigen Platten ergibt sich je nach Standort ein Durchleuchten, Schichten, Mischen und Selektieren. Es sind diese schwer benennbaren, sich ständig verändernden Wirkungen des Lichtes, die Schumann bei ihren Installationen und Werken thematisiert. Schwerpunkt bei ihren Rauminstallationen ist die Erweiterung der vorhandenen Architektur und damit Gestaltung von „Raumtemperaturen“: Der Einbezug bildhauerischer Prinzipien ist charakteristisch für die Arbeit Schumanns und führt das Denken in Farben und Farbebenen in eine räumlich erfahrbare Plastizität über.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Marco Stanke

Marco Stanke wurde 1987 in Bad Aibling, Rosenheim geboren. Er lebt und arbeitet in München.

In seinen Siebdrucken trägt Marco Stanke Farbschicht um Farbschicht präzise übereinander auf, so dass sich fast plastisch erscheinende Elemente und Formen ergeben, die sich deutlich von Papier absetzen. Fast malerisch werden diese Drucke, wenn der Künstler monochrome Flächen immer wieder übereinander druckt und die im Produktionsprozess zufällig entstandenen zarten Farbschleier den Bildern Tiefe verleihen.

2015 beginnt er mit der Serie „12 inch“ / “7 inch“. Hier lässt Stanke mittels unzähliger Schichten im Siebdruck-Verfahren das hochglänzende Relief einer Schallplatte entstehen.

Marco Stanke besuchte nach dem abgeschlossenen Studium der Kunstpädagogik in Eichstätt von 2012 bis 2018 die Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg, seit 2015 als Meisterschüler von Prof. Thomas Hartmann. Von 2015 bis 2019 studierte er außerdem an der Akademie der Bildenden Künste, München bei Prof. Pia Fries. 2019 erhielt er die Debütantenförderung des Freistaates Bayern.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Lars Strandh

Lars Strandh wurde 1961 in Göteborg, Schweden, geboren. Er lebt und arbeitet in Oslo, Norwegen.

 

Es müssen wohl mehrere Hunderttausend Linien sein, die der Schwede Lars Strandh in den letzten 20 Jahren auf seine ihm unverkennbare Weise auf die Leinwand gebracht hat. Die Konzentration und Präzision dieser Malweise ist unmittelbar spürbar bei der näheren Betrachtung der aus der Ferne monochrom erscheinenden Arbeiten. De facto ist es eine polychrome Vielfalt fein gezogener Pinselstriche, die ein klar umrissenes Farbfeld auf der naturbelassenen Leinwand bilden. Bei näherer Betrachtung beginnen die frei Hand gezogenen Linien zu oszillieren. Sie erzeugen einen mal ruhigen, mal vibrierenden Farbraum, der seine Tiefe und Spannung aus dem Hell-Dunkel-Kontrast ebenso schöpfen kann wie durch die Wahl komplementärer Farben. Die Arbeiten strahlen eine Stille aus, die zur Kontemplation, aber auch zum Nachdenken einlädt. Ihre Einfachheit ist sehr komplex und macht die Bilder ganz und gar erfahrbar. Je mehr Zeit man Lars Strandhs Malerei widmet, desto mehr wird sie zurückgeben. Lars Strandh reiht sich somit ein in die Tradition jener minimalistisch arbeitenden Künstler, die immer wieder das Phänomen von Farbe und deren Erscheinung hinterfragen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Heiner Thiel

Heiner Thiel wurde 1957 in Bernkastel-Kues geboren. Er lebt und arbeitet in Wiesbaden.

Die Wahrnehmung von Form und Farbe steht im Zentrum der konkav geschwungenen Metallbleche von Heiner Thiel. Form und Materialität des Metallkörpers schaffen in der Synthese mit der in intensiven Farben eloxierten Farbfläche einen Bildraum, der durch eine veränderte Betrachterperspektive beweglich wird, sich aus seinen geometrischen Grenzen zu lösen und sich in seiner optischen Erscheinung zu verändern scheint. Lichtsituation, Farbigkeit und Geometrie der metallenen Skulptur verbinden sich zu einem sich transformierenden Wechselspiel der Wahrnehmungen. Eine neue mögliche Farbpalette bei der Eloxierung bringt vermehrt leuchtende helle Farben mit ins Bild. Wir zeigen auf der AK 22 eine Arbeit u.a. aus der Ausstellung "Black is Beautiful".

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Kategorie: Gegenwartskunst

Jeremy Thomas

Jeremy Thomas wurde 1973 in Ohio, USA geboren. Er lebt und arbeitet in Española, NM, USA.

Der amerikanische Künstler schweißt Stahlplatten aneinander, die dann in der Esse geschmiedet und mit hohem Druck mit Pressluft expandiert werden. Es entstehen so amorphe Gebilde, die mit typischen Bau- und Landmaschinen-Farben pulverbeschichtet werden. Seit einiger Zeit verwendet er auch irisierende Lacke, welche unter anderem in der Kosmetikindustrie Verwendung finden, und Acryl- oder Urethanverbindungen. Wir zeigen auf der AK 22 u.a. eine Arbeit aus der Ausstellung "Black is Beautiful".

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Kategorie: Gegenwartskunst

Timm Ulrichs

Timm Ulrichs, wurde 1940 in Berlin geboren. Er lebt und arbeitet in Hannover, Münster und Berlin.

“Die konkrete oder visuelle Poesie vermag es, sich einzuschleichen in die Sprache und deren Strukturen aufzubrechen und Aneignungsformen zu präsentieren, die zeigen, dass wir die Herrscher der Sprache sind. Wir können die Sprache manipulieren, im positiven Sinne, wir können sie beherrschen und können mit ihr machen, was wir wollen. Wir können sie auseinandernehmen, wir können die Buchstaben umstellen und erkennen darin Anagramme – den geheimen Sinn. Ich habe z.B. aus Natur Unrat werden lassen, oder umgekehrt. Und wenn man solche Sachen erfindet oder findet, dann zeigt sich doch die Souveränität des Geistes mehr, als wenn man mühsam eine Geschichte erzählt.”

Timm Ulrichs in “Konkrete Poesie – Von Buchstaben, Lauten und Wörtern”. SWR 2, 12.4.2012
 

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Kategorie: Gegenwartskunst

Jan van Munster

Jan van Munster wurde 1939 in Gorinchem, Niederlande geboren. Er lebt und arbeitet in Oost-Souburg, Niederlande.

Jan van Munster studierte an der Academie van Beeldende Kunsten in Rotterdam und am Instituut voor Kunstnijverheidsonderwijs in Amsterdam, der späteren Gerrit Rietveld Akademie.

Sein Thema ist die Energie: Temperatur, Magnetismus, Radioaktivität und Elektrizität sind Ausgangspunkt für viele Werke, womit er das Unsichtbare sichtbar macht. Seine Arbeiten sind an zahlreichen Orten im In- und Ausland zu sehen und Teil vieler (inter-)nationaler Kunstsammlungen. Jan van Munster ist zudem Begründer und Urheber des Konzeptes der Stiftung IK, welches in der Vergangenheit talentierten Künstlern eine Plattform bot.

„Mein Werk handelt von Energien, von Zeit und Raum worin Gegensätze: Licht und Dunkel, Wärme und Kälte, Hass und Liebe, Anziehen und Abstossen, Lärm und Stille gegeben sind.“

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Kategorie: Gegenwartskunst

Peter Weber

Peter Weber wurde 1944 in Kollmar/Elbe geboren. Er lebt und arbeitet bei München.

Aus einem Stück und ohne einen Schnitt durch die Fläche gefertigt, rücken Peter Webers Arbeiten das Phänomen der Faltung in das Blickfeld ihrer Betrachter. In seinen seriellen Papierarbeiten aus rein-weißem Canson Aquarell wird die mathematische Vielfalt dieser Technik in Perfektion durchdekliniert; von starker stofflicher Präsenz sind die Faltarbeiten aus power-vollem Filz, welcher seit 2001 Webers dominierender Werkstoff ist. Die Bändigung der Filzbahn in die von ihm vorgegebene geometrische Konstruktion führt hier zu Arbeiten von skulpturaler Ausdrucksstärke. Neben Filz und Papier verwendet Weber auch Materialien wie Leinwand, Baumwolle, Kunststoff uns sogar Stahl. Ende 2017 entstanden dann die ersten rein gefalteten Stahlreliefs.

„Das Faltmaterial wandelt sich aus der Fläche zu einem architektonischen Gebilde, um dann wieder als Relief in die Fläche zu gleiten. Es ist der Gedanke der Ganzheit, der mich fasziniert und reizt, immer wieder an die Grenzen des Machbaren zu gehen, um komplizierte Sachverhalte der Gestaltung zu lösen.“ Peter Weber

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Kategorie: Gegenwartskunst

Ludwig Wilding

Ludwig Wilding wurde 1927 in Grünstadt (Pfalz) geboren und verstarb 2010 in Buchholz in der Nordheide.

„visuelle kunst findet primär über den kanal des auges statt“ – dies ist ein Schlüsselsatz aus einem Text Ludwig Wildings aus dem Jahre 1975. Er, der von sich sagte, er mache keine Op-Art, fordert uns heraus, über diesen Begriff zu reflektieren, denn zweifelsohne ist jede kreative Leistung, die mit dem Auge rezipiert wird, eine „optische“ Kunst. Er benutzte gerne den Begriff „irritative kunst“, er wollte die Grenzen visueller Wahrnehmung erkunden. Seine Arbeiten hinterfragen die Perzeptionsgewohnheiten des Betrachters und die Interaktion von Auge und Gehirn. Wichtig war für ihn auch die Interaktion des Betrachters, denn nur durch dessen Position im Raum oder dessen Bewegungen verwandelt sich schlussendlich das meist flache Objekt zu einem dreidimensionalen Seherlebnis.

Ludwig Wilding zählt zu den führenden Persönlichkeiten dieser Kunstrichtung, als deren Bezeichnung sich der Begriff „Op-Art“ dennoch international festgeschrieben hat.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Martin Willing

Martin Willing wurde 1958 in Bocholt geboren. Er lebt und arbeitet in Köln.

Durch die besondere Kombination seines Kunststudiums mit dem der Physik entwickelte Martin Willing die Fähigkeit, seinen Metallskulpturen durch das ihnen innewohnende Schwingungsvermögen eine unvermutete Leichtigkeit zu geben. Die Beweglichkeit seiner Skulpturen entsteht nicht durch Scharniere und Gelenke, sondern durch Schwingung in der Tiefe des Materials.

Mit Hilfe der von ihm erstmals in der Metallbildhauerei angewandten Technik des Vorspannens kann Martin Willing Skulpturen scheinbar schwerelos in den Raum „spannen“. In Experimenten untersucht er die Schwingungseigenschaften einer geometrischen Struktur, indem er ihre Ausdehnung im Raum, die Verteilung ihrer Massen und ihre Orientierung zum Schwerefeld der Erde immer wieder verändert, bis er eine spezifische und langsame Schwingung findet, in welcher Bewegung und angestrebte Form eine Einheit bilden. Der Betrachter selbst initiiert durch achtsames Anstoßen die Bewegung seiner Kunstwerke. Eine Dramaturgie der Bewegung lässt ihn die Werke vom Ruhezustand bis hin zu kalkuliertem Chaos und beim Zurückschwingen in die geometrische Form erleben.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Susan York

Susan York wurde 1951 in Newport, Rhode Island, USA geboren. Sie lebt und arbeitet in Santa Fe, New Mexico, USA.

Susan Yorks Arbeiten leben in der Tradition des amerikanischen Minimal und genießen dennoch ihre absolute Eigenheit. Die schimmernden, silbrigschwarzen, immer leicht asymmetrischen Kuben entstehen aus feinstem Graphitstaub. Die Künstlerin presst diesen in keramische Formen und brennt diese bei hoher Temperatur im Brennofen. So entstehen kompakte Kuben unterschiedlichster Ausmaße. Die Rohlinge erfahren dann erst ihre eigentliche Gestaltung, indem sie ihre endgültige Form erhalten und dann in einem aufwendigen Polierprozess geglättet werden. Schwebend an der Wand verraten sie nichts von ihrem massiven, gewichtigen Inhalt sondern schimmern realitätsfern, das Licht einfangend und zur Kontemplation einladend.

„Die ruhige, konstante Welt der Wiederholung prägt mein Werk. Ich hoffe, dass der Betrachter diese Ruhe spüren kann und sich fallen lässt in diese Leere.“ Susan York

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Kategorie: Gegenwartskunst

Martin Lehmer

Martin Lehmer wurde 1987 in Benediktbeuern geboren. Er lebt und arbeitet in München.

Mit seinen „schwarzen Bildern“ eröffnete Martin Lehmer 2017 einen neuen Werkzyklus, der sich von seinen bisher klassischen Figurationen klar abgrenzt. Der gelernte Holzbildhauer schichtet Streifen von gebrochenem MDF aufeinander und erzeugt so Bildflächen von außergewöhnlicher Plastizität und Präsenz. Das von ihm verwendete schwarze MDF ist ein neutrales und leichtes Material, welches nicht so eigensinnig ist wie Holz, aber durch seine Beschaffenheit an den fragilen Bruchkanten samtige Strukturen entstehen lässt. Das Licht wird von der nur anfänglich monochrom erscheinenden schwarzen Bildfläche gleichermaßen absorbiert und reflektiert. Der Betrachter begibt sich auf Spurensuche in diesen kohlschwarzen Reliefs und nimmt mehr und mehr die Feinheiten der Oberfläche in sich auf. Die Reduktion auf die „unbunte Farbe“ Schwarz führt zum elementaren Kunsterlebnis, welches innehalten lässt und zur Kontemplation anregt.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Raphael Grotthuss

Raphael Grotthuss wurde 1983 in Starnberg geboren. Er lebt und arbeitet in München.

Sprühen, Gießen, Schöpfen – diese drei Grundtechniken der Faserbearbeitung nutzend versucht Raphael Grotthuss die Kräfte und Verwerfungen seines Materials zu bändigen, um freie Bildflächen zu schaffen, die sich mittlerweile vom Keilrahmen emanzipiert haben. Er verwendet Flachsfasern, welche extrem reißfest und unelastisch sind. Doch auch dem Zufall wird Raum gegeben, wenn der Künstler die Kontrolle über die Fasermasse abgibt und sich Fasern und Pigment während des Auftragens mittels Sprühpistole auf eine Glasplatte oder während des Trocknungsprozesses im Sieb mal mehr, mal weniger frei verteilen und anordnen. 

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Kategorie: Gegenwartskunst

Ewerdt Hilgemann

Ewerdt Hilgemann wurde 1938 in Witten geboren. Er lebt und arbeitet in Amsterdam, Niederlande.

Der deutsch-niederländische Künstler wurde vor allem mit seinen sogenannten „Implosionen“ in der konstruktiv-konkreten Kunstwelt bekannt. Stahlkuben in unterschiedlicher Größe wird die Luft entzogen. Das Vakuum lässt die Objekte „in sich zusammenfallen“ bzw. „zusammenfalten“.
Der Begriff der „schöpferischen Zerstörung“ lässt sich auch auf den Künstler Ewerdt Hilgemann und seine Werkserie der „Implosionen“ anwenden. Seit Mitte der 1980er Jahre beschäftigt sich der Künstler mit diesem Zyklus, der zu einer Art Markenzeichen von Ewerdt Hilgemann geworden ist. Transformation als Basis künstlerischer Innovation liegt dieser Werkgruppe zugrunde.

"Schon zu Beginn der 1980er Jahre experimentiert der Künstler mit Zustandsver­änderungen von Skulpturen durch bewusste Einwirkung von aussen. Hilgemann stieß Stahlkuben von Hochhäusern oder rollte im Steinbruch von Carrara  fein säuberlich polierte Marmorswürfel steile Abhänge hinab. Während in diesen frühen Aktionen durch gewaltsame äußerliche Einwirkung eine Veränderung der originalen Gestalt herbeigeführt wurde, so erfolgt die Destruktion der implodierten Körper wesentlich subtiler. Bei den „Implosionen“ handelt es sich um geometrische Edelstahlgebilde, meist Kuben oder hochformatige Quader, die vom Künstler hergestellt und akkurat ausgeführt werden. Den stereometrischen Hohlkörpern wird anschließend mittels einer Pumpe die Luft entzogen. Der höhere Außendruck wirkt auf die Edelstahl-Körper ein, so dass sie in sich zusammen fallen und sich einfalten. Dieser Prozess vermittelt den Anschein, dass die Kuben von enormer Krafteinwirkung von außen zerstört worden sind. Ein genauer Blick zeigt aber, dass die glänzenden Edelstahl-Oberflächen, in denen sich die Umgebung spiegelt, unversehrt sind und keinerlei Spuren von Gewaltanwendung aufweisen.

Hilgemann spricht selbst von der „irrationalen Qualität“, die Kunst haben muss, um ästhetische und emotionale Wirkung zu erzeugen. Das Irrationale liegt bei den „Implosionen“ darin, dass eine perfekt hergestellte Form augenscheinlich zerstört wird, um als Deformation neue künstlerische Qualität und Kraft zu entfalten. Aus gleichförmigen konkreten Werken entstehen auf diese Weise individuelle und einzigartige Objekte, die gerade durch ihre Verletzlichkeit berühren. Nicht die Zerstörung steht im Vordergrund, sondern die Demonstration eines physikalischen Vorgangs, der ästhetisch provoziert und irritiert. Die Destruktion ist bei Hilgemann somit ein schöpferischer Akt ästhetischer Transformation."

Textauszug: Dr. Gerda Ridler

„Kunst muss eine irrationale Qualität haben, wie rational auch die Methoden sein mögen, um sie hervorzubringen“.

Ewerdt Hilgemann

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Kategorie: Gegenwartskunst

Inge Dick

Inge Dick wurde 1941 in Wien geboren. Sie lebt und arbeitet in Innerschwand am Mondsee, Oberösterreich.

Mit ihren Fotoprojekten – sei es nun mit den großen Polaroid-Kameras oder mit ihren Filmprojekten – gehört Inge Dick zu den ausgefallenen Positionen in der zeitgenössischen experimentellen Fotografie und Filmarbeit.

In den vergangenen Jahren entstanden die Filme „herbst licht weiss” (2012), „sommer licht weiss“ (2013), „frühlings licht weiss“ (2014) und „winter licht weiss“ (2014/15) sowie daraus gefertigte Film-Stills. Alle vier Filme dokumentieren die Licht- und Farbveränderungen einer weissen Fläche, gefilmt über mehrere Tage hinweg. Die schier unglaubliche Farbigkeit des Lichts, die sich sowohl mit der Tages- als auch mit den Jahreszeiten verändert, wird dem menschlichen Auge erst durch die in Streifen nebeneinander gesetzten Stills verdeutlicht.
Die Grundlage von Inge Dicks künstlerischem Werk ist die Malerei. Bereits seit 1975 entstehen Inge Dicks „weisse Bilder“, welche in ihren zunächst monochrom weiss erscheinenden und dabei einem präzisen System folgenden Farbfeldern andere Farben anklingen lassen.
Dadurch angeregt erfolgte ab 1979 die Auseinandersetzung der Künstlerin mit der Technik des Polaroids um das Phänomen der Wandelbarkeit der Farbe des Lichts im Laufe eines Tages sichtbar werden zu lassen. In den 1990er Jahren realisierte sie verschiedene Arbeiten mit größeren Polaroidkameras, um die Themen Licht und Zeit sichtbar werden zu lassen. Den Höhepunkt der Entwicklung markierte 1999 die Arbeit mit der weltweit größten Polaroidkamera in Boston, USA. Als Visualisierung von Zeit führen dann die ab 2007 entstandenen Filme das zentrale Konzept der Fotografien von Inge Dick fort: „zinnober“ (2007), „blau, unendlich“ (2010) und der oben erwähnte „jahres licht weiss“-Zyklus (2012-15).

„Licht ist das künstlerische Lebensthema von Inge Dick. Sie arbeitet mit natürlichem Licht, das zwar keine physisch greifbare, aber eine über die Wahrnehmung fühlbare Präsenz besitzt. In jahrelanger, fast wissenschaftlicher Akribie ist es ihr mit unterschiedlichen Medien gelungen, die Substanz des Lichts einzufangen und die sich im Tagesablauf verändernde Farbtemperatur bildhaft zu machen.“

Textauszug: Dr. Gerda Ridler

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Kategorie: Gegenwartskunst

Hans Schork

Hans Schork wurde 1935 in Aschaffenburg geboren. Er lebt und arbeitet in München.

Bei den lichtkinetischen Objekten handelt es sich um flache Lichtkästen aus bedrucktem Acrylglas, auf deren Oberfläche sich helle Lichtpunkte und Lichtlinien mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und in unterschiedlichen Richtungen bewegen. Lichtpunkte wandern über die Fläche, verdichten sich, überholen sich, kreuzen sich, stoßen sich gegenseitig ab, verschwinden unverhofft und blitzen wieder auf an anderer Stelle. Manchmal scheinen sie geometrischen Mustern zu folgen, manchmal erzeugen sie ein scheinbares Chaos mit eigener Ordnung. Das sich stetig wandelnde Bild entfaltet eine suggestive Wirkung, die den Betrachter zum Verweilen einlädt und philosophische Gedanken über die Zeit erlaubt. 

“Das tiefe Schwarz ist für meine Objekte notwendig, um die Bewegungen der hellen Lichtelemente sichtbar zu machen.”

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Kategorie: Gegenwartskunst

Bill Thompson

Bill Thompson wurde 1957 in Ipswich, MA, USA geboren. Er lebt und arbeitet in Boston, MA, USA.
Thompsons skulpturaler Arbeitsprozess beginnt mit ausführlichen Entwurfszeichnungen mit denen er neue mögliche Formen studiert,
um diese zu überzeugenden Umsetzungen zu verarbeiten. Er beginnt die Entwürfe auf die gewünschte Originalgröße zu übertragen,
um diese dann auf die rohen, massiven Polyurethan-Blöcke aufzubringen. Mit einer Kettensäge unternimmt er die ersten groben
Einschnitte in das massive Material und schleift dann mit verschiedenen Schleifgeräten die nicht gewünschten Restformen ab. Nachdem
der so entstandene Skulpturrohling mehr und mehr geschliffen und feinstens sandgestrahlt wird, beginnt die farbliche Bearbeitung
der Oberfläche. Autolack-Grundierungen, Grundlacke und klare Lacke werden in einer eigenen, abgeschlossenen Spray-Box in seinem
Atelier von Hand aufgesprüht und die Schichten nach dem Trocknen immer wieder sandgestrahlt, um feinste Oberflächen zu
erzielen. Das endgültige finale Finish benötigt bis zu 20 Schichten von Urethan-Autolacken. Thompsons Skulpturen kombinieren seine
minimalistischen künstlerischen Ansätze mit seinem Wunsch dadurch herausfordernde und einzigartige Formen zu schaffen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Jus Juchtmans

Jus Juchtmans wurde 1952 in Mortsel, Belgien, geboren. Er lebt und arbeitet in Antwerpen.

Mit seinen oszillierenden Werkschöpfungen gehört der Künstler zu den bekanntesten Positionen Europas im Bereich der monochromen Malerei. Die mit dem Rakel auf die Leinwand aufgetragenen zahlreichen Farbschichten sind an den Rändern seiner Arbeiten einzeln ablesbar. Durch ihre Transparenz öffnet sich ein Bildraum, der durch die Reflektion des Lichts noch verstärkt wird.

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Galerien-News

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01.06.2022

Art Karlsruhe Selections: Peter Weber

"Art Karlsruhe Selections" mit Arbeiten von Peter Weber in der Galerie Renate Bender, München

Mit den unterschiedlichsten Techniken und Materialien hat Peter Weber ein Faltsystem entwickelt, das immer aus einem Stück und ohne Schnitte durch die Fläche erarbeitet wird. Für die "Art Karlsruhe Selections" haben wir drei neue Papierreliefs aus rein-weißem Arches und Fabriano Bütten ausgewählt. Ihre empfindliche Oberfläche wird durch eine Acrylglashaube geschützt. Neben Papier verwendet Weber auch Materialien wie Filz, Leinwand, Baumwolle, Kunststoff und sogar Stahl. Seit Ende 2017 entstehen seine gefalteten Stahlreliefs. Die gezeigte leuchtend rote Stahlskulptur "3 Quadrate" - 2014/21 ist aus pulverbeschichtetem Edelstahl und war ebenfalls ursprünglich für die Präsentation auf der Art Karlsruhe 2021 vorgesehen.

V.l.n.r.: 
Peter Weber
"2 x Variation der Durchdringung A"- 2020, Fabriano Bütten, gefaltet, Acrylglashaube, 45 x 108 x 22.5 cm;
"3 Quadrate" - 2014/2021, Edelstahl, pulverbeschichtet, Auflage 3 Ex., 63 x 63 x 9 cm;
"Faltzustand R" und "Faltzustand V" - 2020, Arches Bütten, gefaltet, Acrylglashaube, je 51,5 x 53 x 6 cm

Peter Weber wurde 1944 in Kollmar/Elbe geboren. Er lebt und arbeitet bei München.

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Über uns

Galerie-Information

Die Galerie Renate Bender wurde 1987 gegründet und befindet sich seit April 2014 in der Türkenstraße 11 in München, in direkter Nachbarschaft zu den Pinakotheken. Von Beginn an widmet sich die Galerie der zeitgenössischen Kunst mit der Ausrichtung auf reduzierte Formen der Malerei, Fotografie und Bildhauerei, schwerwiegend im Bereich minimaler, monochromer und konkreter Ausdrucksformen mit internationaler Ausrichtung. 

Der feste, über die Jahre gewachsene Künstlerstamm umfasst sowohl auf dem Kunstmarkt etablierte Positionen als auch junge Talente. Jedes Jahr werden in den großzügigen Galerieräumen im Münchner Kunstareal etwa fünf Ausstellungen gezeigt. Die Galerie ist außerdem regelmäßig auf nationalen und internationalen Messen vertreten. Die Galerie-eigene Publikationsreihe umfasst mittlerweile mehrere Dutzend Kataloge zu Künstler*Innen und Galerieausstellungen und ist mit ihrem unverkennbaren Look mittlerweile zu einem breiten Farbfächer angewachsen. Ein weiterer Beitrag zur Kunstvermittlung ist die Veranstaltungsreihe „Bender Talk“, welche Expert*Innen verschiedenster Fachgebiete ebenso wie Künstler*Innen zum gemeinsamen Gespräch in der Galerie versammelt. Für Kunstvereine, öffentliche und private Sammlungen und Museen entwickelt Renate Bender bereits seit den frühen 1990er Jahren innovative Ausstellungskonzepte und berät Sammler*Innen beim Aufbau ihrer Kollektion. 
 

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Unternehmensdaten

Gründungsjahr

1987