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art KARLSRUHE
Eine Veranstaltung der

Galerie Bengelsträter

Hermannstraße 23, 40233 Düsseldorf
Deutschland

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Jutta Bengelsträter

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Werner Ewest

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Kategorien

  • 01  Klassische Moderne

Klassische Moderne

  • 07  One-Artist-Show

Unsere Künstler

Künstlerdetails

Kategorie: One-Artist-Show

Anna Lena Straube

Anna Lena Straube – Renaissance 8 – Tableaux Vivants

Auch in ihrem neuen Zyklus „Renaissance“ verwebt Anna Lena Straube unterschiedliche Medien, mit denen sie subtil und wagemutig umgeht als Vorbild, Abbild, Komposition, Wirklichkeit, Schein: Jedem Bild, bevor es zum Bild wird, dient als Ausgangspunkt ein Foto; in dieser Serie aber sind es nicht mehr zufällige Fundstücke, die in Malerei transformiert werden. Vielmehr handelt es sich bei diesen Vorlagen um von der Künstlerin selbst initiierte theatrale Inszenierungen, um arrangierte Tableaux Vivantes,  um Montagen mit historischen Verweisen, verwegenen Anachronismen, um Wechselspiele zwischen verschiedenen Ebenen, Geflechte aus unterschiedlichen Zeiten und Räumen, die von der Inszenierung zum Foto werden und dann zu Malerei.  In dieser Serie nun wurden die Mitspieler in Parklandschaften gruppiert und in prächtiger Farbigkeit ausgestattet, um assoziative Brücken zur Renaissance zu schlagen, wobei es hier nicht um ein dürftiges Nachbuchstabieren geht, sondern um eine Art der Anverwandlung, deren Arrangements sich dann ein weiteres Mal in der Übersetzung in Malerei verwandeln.

Es sind Szenen zwischen Traum und Tanz, die in diesen malerischen Schauräumen erspielt werden, enigmatische, geheimnisvolle Konstellationen: Figurengruppen, die in seltsame Handlungen versunken sind, die Selbstvergessenheit mit Selbstfindung korrespondieren lassen. Selbstverständlichkeit und Rätselhaftigkeit berühren sich im Tun der Figuren. Es gibt Blicke in die Ferne, Verwandlungen, Introspektionen und Spekulationen. In den wundersamen Choreographien dieser Bilder geht es um Verführung, Entführung, um ein Gesehenes, Ungesehenes, nie Gedachtes, Verruchtheit und Unschuld, um Werden oder Vergehen im Ineinander von Figur und üppiger Natur und alles hervorgebracht in exquisiten Farben, einprägender Formung. Es sind Einladungen in einen Assoziationsort, den die Bilder doch erst öffnen und so im freien Spiel die Imaginationskraft des Betrachters in ausschwingende, einholende Bewegung versetzen. Die Bilder öffnen mannigfache Wege, lassen Möglichkeiten und Sehnsüchte anklingen. Sie werden so zu Offerten für ungebundenes Schauen,  wobei sich untergründig Existenzielles abspielt. Diese Tableaux erschließen grenzenlose Räume für Grenzsituationen, die die Innen- und Außenwelten des Ensembles ineinander kippen lassen und  eine ganz einzigartige halluzinatorische, visionäre Atmosphäre entfalten:   Eine Exkursion durch den Kosmos des Menschlichen, rauschhaft, schön, rätselhaft, waghalsig, spielerisch, tragisch, komisch. 

Und jedes Bild geht eigenwillig und frei mit den geschichteten und geschichtlichen Pathosformeln um, wird zu einer Konfiguration, in der sich der leidenschaftliche Körper und die unpersönliche Zeit verquicken. Und so wie in der Renaissance die pathetische Gebärde all‘ antica reanimiert, ihre Energie aufs Neue freigesetzt wurde, so illuminieren Anna Lena Straubes Bilder Bewegungen und Emotionen, die sich, gleichsam gebannt durch die Zeit ziehen und auf ihren Bilderwanderungen immer neue Facetten anreichern und austragen. Und hier wie dort wird der Körper selbst zum memorialen Träger der Affekte, die ihn ergreifen.  In diesem Sinne geben die Bilder keine leeren oder äußerlichen Attitüden und Rollen, sondern reflektieren Pathos als energetisches Element, als Intensitätsfaktor. Es geht um die immer wundersame Macht der Bilder und um die Komplexität der Bilder als dynamische Speicher, die die psychische Energie des schöpferischen Bildens und seine weiten temporalen Verflechtungen bewahrt und offenhält.

Dorothée Bauerle-Willert

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Kategorie: One-Artist-Show

Jenny Day, USA

Jenny Day (geb. 1981), lebt und arbeitet als Malerin und Bildhauerin in Santa Fe , New Mexico (USA). Sie hat einen MFA in Malerei an der University of Arizona, einen BFA in Malerei an der University of Alaska Fairbanks und einen BA in Umweltstudien an der University of California Santa Cruz erworben. Zu ihren jüngsten Ausstellungen zählen Arte Laguna in Venedig, Italien, Czong Institute for Contemporary Art in Korea, Museum of Art Fort Collins, Mesa Arts Museum, Phoenix Art Museum, Blue Star Contemporary Museum in San Antonio, TX, und Elmhurst Museum in Chicago, IL. Days Arbeit wurde unter anderem durch ein Elizabeth Greenshields Foundation Grant, ein Puffin Foundation Grant, ein Contemporary Forum Artist Grant des Phoenix Art Museum, einen Barron Purchase Award und durch die Teilnahme an Greenwich House Pottery , der Ucross Foundation , der Jentel Foundation und der Playa Foundation For The Arts unterstützt.
Nur selten gibt es Künstler, die neben der Malerei noch ein weiteres Fach studiert haben. Jenny Day ist eine dieser Ausnahmen und es ist unverkennbar, daß ihre Beschäftigung mit Umweltstudien in ihrem Denken und ihrer Malerei deutliche Spuren hinterlassen hat. Ihre Bilder zeigen uns Natur, aber nicht so wie wir es aus der Landschaftsmalerei kennen, sondern sie erschafft eine ganz eigene Welt. In Ihren frühen Werken hat sie sehr   viel mit Collagen gearbeitet, diese Technik ist auch heute noch in Ihren Acrylarbeiten erkennbar. Durch Ihre Technik schafft Jenny Day es die Bild ebenen zu gliedern und so entstehen neben glatten fast monochrom wirkenden Flächen, viele gestische Elemente, die besonders in der malerischen Auseinandersetzung mit den Tieren vorkommen. Auch Rückgriffe auf Ansätze des Surrealismus sind unverkennbar. Meist sind Tiere die Hauptmotive, diese sind freundliche Wesen,und zugewandt und doch auf eine seltsame Art in Furcht und auf der Flucht. Die friedlichen Tiere als Symbol der noch vorhandenen ursprünglichen Natur in einer Welt, die alles andere als heil ist, wo hinter den Fassaden schon die Apokalypse lauert. Auch in ihnen Keramikarbeiten gliedert sie mit ihrer eigenen Handschrift Figuren und Formen, die sie unmittelbar aus Ihrer näheren Umgebung nimmt und so verschlingt als haben Natur und Kreatur keine Luft mehr zum Atmen. Jenny Day hat ihren ganz eignen und unverkennbaren Weg und Stil gefunden, mit den Themen unsere Zeit umzugehen, eindrücklich, spannungsvoll, aber nie oberlehrerhaft und mit großer malerischer Kraft.
2014 Master of Fine Arts, Painting, University of Arizona
2010 Bachelor of Fine Arts, Painting and Printmaking , University of Alaska, Fairbanks
2003 Bachelor of Arts, Environmental Studies, University of California, Santa Cruz
Jenny Day is represented by Jonathan Ferrara Gallery in New Orleans, Louisiana, William Havu Gallery in Denver, Colorado, and Galerie Bengelsträter in Düsseldorf, Germany.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Ryo Kato

1978 in Niimi, Präfektur Okayama in Japan geboren, absolvierte Ryo Kato seine Ausbildung im Zeichnen und Malen an der Oberschule und in der Privatschule, Okayama (1995 – 1998). 1998 folgt ein neunmonatiger Aufenthalt in Paris und Umzug nach Berlin. Von 2001 bis 2005 studierte Ryo Kato an der Universität der Künste Berlin (UdK) bei Professor Wolfgang Petrick. 2006 wurde er Meisterschüler an der Universität der Künste Berlin (UdK) bei Professor Daniel Richter.

Bereits während seines Studiums hatte er erste Ausstellungen in Deutschland. 2012 wurde ihm der erste Platz des Ishi-Preises in Japan verliehen und 2013 wurde eines seiner Bilder im Präfekturmuseum Okayama aufgenommen. 2015 kaufte dann das Präfekturmuseum ein weiteres Werk. Er ist Mitglied der Darmstädter Sezession und wurde mit deren Förderpreis ausgezeichnet. In seinem Werk setzt er sich intensiv mit dem Thema der Umweltzerstörung auseinander.

Ryo Kato lebt und arbeitet in Berlin.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Silke Leverkühne

1953 in Rendsburg geboren, studierte Silke Leverkühne von 1971 bis 1975 Malerei bei Norbert Kricke und André Thomkins an der Kunstakademie Düsseldorf und schloss 1978 das Studium als Meisterschülerin bei Alfonso Hüppi ab. Von 1975 bis 1976 studierte sie Malerei an der Accademia di Belle Arti in Florenz.
Als Gastprofessorin für Freie Kunst war sie von 1993 bis 1995 an der Gesamthochschule Kassel und 1999 ebenfalls als Gastprofessorin an der Internationalen Sommerakademie für Kunst und Gestaltung Pentiment-HAW Hamburg. Von 1999 bis 2002 hatte sie einen Lehrauftrag für Malerei an der Universität GH Essen inne. Im Anschluss übernahm Leverkühne von 2002 bis 2003 eine Vertretungsprofessur der Basisklasse Barbara Hammann an der Kunsthochschule Kassel. Seit 2004 ist sie Professorin für künstlerische Praxis mit Schwerpunkt Malerei am Institut für Kunst und Kunsttheorie an der Humanwissenschftlichen Fakultät der Universität zu Köln.

Die Künstlerin wurde durch zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland bekannt. Ihre Werke sind in vielen öffentlichen Sammlungen vertreten.

Silke Leverkühne ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund, Mitglied des Vorstandes im Internationalen Künstlergremium (IKG) und Mitglied im Beirat für das Archiv für Künstlernachlässe, Stiftung Kunstfonds.

Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Rainer Augur

1951 in Schwelm geboren, studierte Rainer Augur visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Illustration, bei Prof. Gerd Aretz und Prof. Will Sensen an der Kunsthochschule Wuppertal. Danach war er als Artdirector/ Storyboardzeichner für internationale Werbeagenturen tätig. Ab 1990 arbeitete er neben seiner Malerei 25 Jahre lang als selbständiger AD und Layoutzeichner im Modebereich.

Auch nach seiner beruflichen Tätigkeit als Kommunikationsdesigner, sucht Augur weiterhin die Kommunikation mit dem Publikum. Aus diesem Wunsch heraus, auch Kunst zu erschaffen, die für den Betrachter verständlich ist, orientieren sich seine Bilder in Richtung des Realismus. Seine Malerei konzentriert sich auf Form und figurative Kunst in technischer Präzision. Objekte und Personen werden möglichst detailgetreu erfasst und wiedergegeben.

Rainer Augurs fotorealistische Porträts zeigen Menschen in intimen, sehr persönlichen Gefühlsmomenten. Sie scheinen dabei in sich selbst versunken und auf poetische Weise entrückt; selten suchen sie den Blick des Betrachters, sondern gehen in ihrer jeweiligen Situation, losgelöst vom Rest des Geschehens auf.

Augur projiziert die Emotionen seiner ProtagonistInnen auf den Betrachter und entspinnt dabei ein empathisches Spiel um Nähe und die Flüchtigkeit des Augenblicks.

Diesen transitorischen Charakter weisen auch seine Stadtporträts auf, die Gebäude, Straßen und auch Menschen im Moment „einzufrieren“ scheinen und ihnen mittels einer ausgefeilten Licht- und Schattentechnik trotz des offensichtlichen Stillstands Drive und Dynamik geben.

Er lebt und arbeitet in Hamburg.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Stefan Pietryga

1954 in westfälischem Ibbenbüren, studierte Stefan Pietryga an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Abteilung Münster. 1980 war er Meisterschüler bei Prof. Ernst Hermanns. 1990 erhält er das Bildhauerstipendium „Werkstattschloss“ der Stadt Wolfsburg und 1991 das Förderstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, sowie 1993 das Stipendium Cité Internationale des Arts, Paris. Stefan Pietryga lebt und arbeitet in Potsdam.

Stefan Pietryga ist Maler und Bildhauer. Eine Hauptfigur seiner skulpturalen Arbeit ist sicher die Pappel, hauptsächlich in Holz und mit Farbe, blau wie der Himmel, aber auch in Bronze gegossen, grün und schwarz patiniert. Sein Interesse für diese spezielle Art Baum resultiert aus einer intensiven Auseinandersetzung mit romanischen Bauten. Pietryga arbeitet mit Säge und Beil in groben und kantigen Formen aus dem Holz. Um sie in der Landschaft hervorzuheben bemalt er sie in Ultramarine um Vorstellungen von Himmel, Tiefe, Transzendenz und Immaterialität zu wecken.

Ein anderer Teil der künstlerischen Aussage Pietrygas sind seine Aquarelle. In den Großformaten auf Papier gerät die nie monochrome Farbfläche selbst in Bewegung, wird Spiegelbild der Schrittfolgen der tanzenden Menschenmenge, deren Muster wiederum den Ort oder die Farblandschaft definiert, an dem die Bewegungen stattfinden. Wir sehen Figuren, die sich an mehreren, an einer Vielzahl von topographischen punkten gleichzeitig befinden, denn an sich sind die farbigen Schemen ohne Individualität, ohne eigene Identität. Sie sind Variationen einer grundsätzlichen Figur: des Passanten. Der Passant bestimmt durch seine Wege und die Schnelligkeit seiner Bewegung die Konturen eines Ortes.

Stefan Pietryga lebt und arbeitet in Potsdam.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Wang Shugang

In seiner neuesten Figurengruppe stellt der in Peking lebende Bildhauer Wang Shugang männliche Personen dar, die mit Qigong-Kugeln oder Vögeln spielen. Die Bronzen schildern eine typische Pekinger-Stadtszene  - ein ruhiges, friedliches Bild, welches man morgens und abends in den Altstadt-Strassen von Beijing häufig sehen kann. Der hohe Grad an Realismus in den Bronzen gibt somit ein eher altmodisch anmutendes, jedoch sehr sympathisches Spiegelbild dieser Szenerien inmitten der sonst dominierenden Pekinger Hochgeschwindigkeitsurbanisierung. Im rasanten Aufstieg der chinesischen Hauptstadt – und nicht nur hier - zogen in den letzten Jahren Millionen Menschen in ihren Bannkreis, wurden gigantische Ringstrassen und Wohnviertel angelegt, wich das alte Peking der Hutongviertel mehr und mehr dem neuen, modernen Peking.
Dies hat Auswirkungen auf seine Bewohner, auf die Generationen und das Miteinander. Die Migrantenströme und Umsiedlungen von Millionen führen auch zu radikalen Veränderungen in der Gesellschaft, im sozialen Verhalten und in der Verrichtung der Traditionen und liebgewonnener Bräuche wie das gemeinsame Musizieren und Singen, die Brettspiele, Gymnastik und Sport im Freien.
Für Wang Shugang ist diese täglich zu beobachtende Veränderung eine wichtige Problemstellung, der er sich in seinen Arbeiten immer wieder widmet. Der Konflikt von Tradition und Moderne, der spürbare Verlust von Geschichte und Kultur ist eine dem Menschen Wang Shugang wie seiner Zeitgenossen bisweilen schmerzhafte Erfahrung. Aber es gibt auch interessante Bezüge in die Vergangenheit, da die Entwicklung der Spiel-Kultur im Freien aus  dem Ende der Qing-Dynastie ableitbar ist, als überwiegend der enttrohnte Adel sich diesen Tätigkeiten hingab. Diese Schicht hatte genug Geld, um nicht arbeiten zu müssen. Sie konnten sich den Tag in Teehäusern vertreiben, was der in Deutschland studierte Wang mit der Pariser Boheme, wie sie von Walter Benjamin in den 1920er Jahren beschrieben wird, als durchaus sinnstiftende Parallele erwähnt. An den Rändern der attraktiven „In-Plätze“ der Stadt wurde das ungebundene Leben kultiviert und äußerte sich in Dandys und Wichtigtuern, die für den Künstler Wang im Spätstadium einer gesellschafts-politischen Selbst-Kastration gleich kommen: die meist jungen Männer gaben sich völlig dem "Spiel" hin und versanken so immer mehr in der Bedeutungslosigkeit. Gleichzeitig wurden diese Arten des Zeitvertreibs aber nach und nach zu einem typischen Beijinger Phänomen, das man bis heute immer wieder und überall entdecken kann.
Nach der von vielen leidvollen Erfahrungen wie Bürgerkrieg, Revolution, Kulturrevolution und 30 Jahren wirtschaftliche Öffnung reichen Geschichte Chinas, findet man heute oben genannte Tätigkeiten (das Spielen mit Qigong-Kugeln und das Halten von Vögeln) und noch einige mehr nicht mehr in der „Oberschicht“. Sondern es ist mittlerweile genau umgekehrt: es sind die Armen, die Alten, in erster Linie die einfachen Menschen, die im Spiel versunken melancholisch beisammen stehen oder sitzen. Das Prinzip der Dandys, die sich den Tag mit ihresgleichen, oder der „Kumpels“ beim Spiel vertreiben, weil sie es sich leisten können, ist zum Prinzip derjenigen Bevölkerungsgruppe geworden, die sich eben nichts anderes mehr leisten können. Denen die modernen Spiel-Geräte verborgen bleiben. In den neuen, fortschrittlichen Strassen und Gassen der Stadt findet man sie nicht mehr - sie bleiben (zurück) in den alten, gewachsenen Vierteln.
Die Tradition der Vogelhaltung in kleinen, oben gerundeten Käfigen und die Freude an deren Gesang, hat in China eine lange Tradition. Der Vogel steht in China wie in Deutschland für die Freiheit, für ein Gefühl von himmlischem Gesang. Indem man den Vogel kultiviert, versuchen die Menschen demnach, das Schönste an ihm (seinen Gesang) einzufangen. Und zerstören damit aber seine eigentliche Energie und Kraft, denn so versteht es Wang Shugang: durch das Anketten, den Raub der Freiheit, macht man sich letztendlich selbst unfrei! Und in einer negativen Wendung der Deutung der in den Händen ruhenden Qigong-Kugeln, erinnern ihn diese an Masturbation. Den Männern bleibt zum Schluß nichts mehr übrig als sie selbst, unfähig zur Liebe und Freiheit zum Leben, übertragen zum Sinn des Lebens.
Zwei Aspekte zur Rolle des Künstlers und des Individuums in der Gesellschaft sind noch anzumerken. Die Figuren stehen auf Sockeln, was ihren Wert, ihre Position erhöht und als Gruppen, was ihre Zusammengehörigkeit demonstriert. Generell läßt die chinesische Gesellschaft keinen Raum für Individualismus. Ein das soziale Subjekt sehr bestimmender Moment, den Wang Shugang durch die Uniformierung seiner Skulpturen, die ihm auch in bestimmten Merkmalen ähnlich sehen, thematisiert und den Einzelnen in eine Art vereinzelte Gruppe zwingt. Die Identität der Einzelnen ändert sich je nach Betrachtung und ist wie zwei Seiten eines Spiegels lesbar: entweder spiegeln die Figuren den Künstler, oder es ist der Künstler, der die Figuren spiegelt. Sicher ist jedoch, daß Wang ihnen, den armen und alten Ausgegrenzten des neuen China und neuen Peking eine neue Umgebung schafft. Sie werden aus ihrer einfachen und meist „schmuddeligen“ Lebensumgebung in die reine, klinisch weiße Umgebung eines Ausstellungsraumes für Kunst gebracht und damit zum zweiten Mal in eine neue, künstliche Umgebung gestellt.
Bei allen Klischees, Wang Shugang widmet sich dem Menschen, dem Individuum in traditioneller Manier und (ver)zerrt sich zugleich in die Gruppe, in denen die kollektive Ich-Identität aufgehoben ist - im doppelten Wortsinne.
Die Aufmerksamkeit werden die Individuen jedoch an beiden Orten besitzen und benötigen, im harten urbanen realen Alltag Pekings und im von allen Störelementen gereinigten White Cube der Kunstwelt. Diese Aufmerksamkeit wird mehr und mehr notwendig, um eine neue Sicht auf deren und unser Leben wachzurufen.
Gregor Jansen

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Galerien-News

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29.05.2022

Vernissage: Jenny Day / USA - first time


Jenny Day
»half light«
Exhibition period:
02.07.22 bis 04.09.22

The opening with the artist from New Mexico (US) will take place on Saturday, 02 July 2022, from 4pm to 9pm.

Hermannstr. 23 | 40233 Düsseldorf I 0171 2340409 I info@bengelstraeter.com

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Über uns

Galerie-Information

Seit über 25 Jahren vertreten wir zeitgenössische Kunst mit den Schwerpunkten Malerei und Skulptur.

Unser thematischer Fokus liegt auf der Neuen Figuration der 1980er und 1990er Jahre, die durch einige der von uns vertretenen Künstler entscheidend mitgeprägt wurde. Seit über einem Jahrzehnt kümmern wir uns zusätzlich verstärkt um junge Künstler, die wir mit viel Engagement und Aufwand von den ersten Anfängen bis hin zum internationalen Niveau aufbauen.

Als Brückenbauer im Markt bringen wir Künstler und Kunstinteressierte zusammen. Mit dem gleichen Engagement betreuen wir Neueinsteiger sowie Kunstkenner und Sammler. Dabei bieten wir ein umfassendes Dienstleistungsspektrum an, das weit über Beratung und Verkauf hinausgeht und unsere Kunden langfristig und ganzheitlich bei ihrem Umgang mit der Kunst unterstützt.

In unserer langjährigen Tätigkeit haben wir eine Vielzahl von Ausstellungen in öffentlichen und privaten Organisationen kuratiert und vertreten unser Programm jedes Jahr auf renommierten Kunstmessen.

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Unternehmensdaten

Gründungsjahr

1995