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art KARLSRUHE
Eine Veranstaltung der

Galerie Bentler

Friedrichstraße 55, 53111 Bonn
Deutschland
Telefon +49 228 312380
Fax +49 228 310984
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Unser Angebot

Kategorien

  • 02  Kunst nach 1945

Kunst nach 1945

  • 03  Gegenwartskunst

Gegenwartskunst

  • 07  One-Artist-Show

Unsere Künstler

Künstlerdetails

Kategorie: One-Artist-Show

Ulrika Eller Rüter

(* 1962 Hamburg)
1982 – 1988 Studium der Malerei und Grafik im Fachbereich Bildende Kunst/Universität Wuppertal u.a. bei Michael Badura Gesangsausbildung bei Claudia Visca (Oper Wuppertal, Musikhochschule Wien)
1989 Promotion über „Kandinsky: Bühnenkomposition und Dichtung als Realisation seines Synthese-Konzepts” bei Prof. Dr. Donat de Chapeaurouge
2006 Professorin für Malerei und Kunst im gesellschaftlichen Kontext an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter/Bonn
2008 Gründung des Instituts für Kunst im gesellschaftlichen Kontext ; seitdem interkulturelle, partizipatorische, interdisziplinäre Projekte im öffentlichen Raum und Performances in Rumänien, Palästina, Südafrika, Russland, Nicaragua, China, Iran, Litauen, Deutschland
2019 Preis der Internationalen Druckgrafik -Biennale Kazan/ Russland
in Wuppertal und Bonn

Ausstellungen (Auswahl)
2020 Sea_Level, Meno Parka Gallery, Kaunas, Litauen
2019 Ausstellung und Performance, ASP Gallery Krakau, Krakau, Polen
2019 von G.B. Pergolesi, Galerie Fiftyfifty, Düsseldorf
2019 SchattenLicht, Atelierhaus Vok, Dams
2017 A3 Gallery Moskau, Moskau, Russland
2016 Second View, Aria Gallery, Teheran, Iran
2015 Second Sight: Performance, Rheinisches Landesmuseum, Bonn
2014 Performance: „Leçons de Ténèbres; mit Gesang; Percussion; Lichtinstallation;Tanz, Köln / Bonn
2013 KAS, Europaparlament, Brüssel, Belgien
2013 Performance: Leçons de Ténèbres, Sant Anselmo und Pantheon, Rom, Italien
2012 Galerie H & H, Köln


Prof. Dr. Ulrika Eller-Rüter ist ihrem Selbstverständnis nach eine Multimedia-Künstlerin.
Sie realisiert in den verschiedensten Ländern der Welt wie Palästina, Polen, Südafrika, Rumänien, Nicaragua, China, Iran, Russland und natürlich auch in Deutschland ihre Projekte.
Wichtig dabei ist ihr, dass ihre Projekte interdisziplinär sind, dass sie performativ sind und dass sie teilhabend (partizipativ) sind.
Kennzeichnend ist auch, dass sie gattungsübergreifend arbeitet. Das heißt, sie mischt malerische, grafische, installative, performative und musikalische Elemente.
In ihrer künstlerischen Arbeit untersucht die Künstlerin, wie sie selber sagt, das „Subkutane“, das, was unter der Haut, sprich Oberfläche, verborgen ist, eben die neuralgischen Punkte des gesellschaftlichen Zusammenlebens
Besonders unsere Ausstellung „Sea Level“ mit der Künstlerin ist hierfür ein Paradebeispiel. Wie der Titel unserer Ausstellung bereits vermuten lässt, beschäftigt sich die Künstlerin mit „Wasser“, welches nahezu selbständig mit den in ihm gelösten Pigmenten die Kunstwerke im Rahmen des von der Künstlerin vorgegebenen farblichen und ästhetischen Raumes „malt“.
Allein die Beschäftigung mit den unterschiedlichen Fähigkeiten des Wassers schärft unsere Sinne für dieses Medium. Der Blickwinkel, mit dem wir es betrachten, ändert sich. Die positive, leuchtende Farbgebung der Kunstwerke tut ihr Übriges und schneidet sich in unser Denken ein. Denken und Empfinden wird eins.
Und auf einmal begreifen wir, dass unser Denken und das daraus resultierende Handeln von globaler Bedeutung sind. Wasser, weltweit so unterschiedlich verfügbar, ist unser Leben.
Deshalb finden wir es wichtig, dieses Thema einmal ganz anders zu betrachten. Unvoreingenommen, ohne den erhobenen Zeigefinger, ohne „Du sollst“ oder „Du darfst nicht“. Und eine Galerie tut dies durch das Medium Kunst. Denn Kunst hat eine Bedeutung, eine Relevanz. Sie richtet den kritischen Blick auf das Thema „Wasser“, nur eben viel ruhiger und subtiler als die oft reißerischen Headlines der Nachrichten.

Gastprofessuren
2015 Gastprofessur an der Akademie der Künste, Krakau, Polen
2015 Gastprofessur im Visual Arts Department der Stellenbosch-Uni, Stellenbosch, Südafrika
2016 Gastprofessur im Fine Arts Department der Al Quds Universität, Abu Dis, Palästina
2017 Gastprofessur im Visual Department der Sichuan China University, Chengdu, China
2018 Gastprofessur an der Akademie der Künste in Vilnius, Litauen

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Kategorie: One-Artist-Show

Bernard Schultze

(Piła 1915 - 2005 Köln)
Autor: Hans Günter Golinski

Bernard Schultze

Auch Bernard Schultze erfährt die für seine Generation typische künstlerische Enkulturation, die die Stationen der spätmittelalterlichen und romantischen Geistes- und Bildwelt durchläuft, die durch die Entdeckung der Bildnerei von Kindern, Geisteskranken und Primitiven individuelle Gestaltungsmöglichkeiten legitimiert und durch die Theorie und Methoden der Selbstfindung des Surrealismus geprägt ist. Dabei bleibt er stärker als andere informelle Maler dem romantischen Denken und Empfinden verhaftet, das sich vor allem inhaltlich definiert. Der Romantiker erzählt, er benennt und umschreibt Stimmungen; erstmals ruht die bildende Kunst auf einem ideologischen Unterbau. Für Schultze eröffnet das Informel mit seiner Thematisierung der Nicht-Form oder Noch-Nicht-Form, der Form im Werden, die Möglichkeit, Noch-Nicht-Abbilder und Erzählungen im Werden zu malen.
Wie mühsam er sich von ausformulierten Bildthemen befreit, belegen seine hilfesuchenden Abstecher, so bei Ensor und Brauner, Miró, Nay und vor allem bei Masson. Seine Vorstellung, sich inhaltlich und formal disziplinieren zu müssen, zeigen die akademisch-konstruktivistischen Kompositionen der späten 40er und frühen 50er Jahre. Letztlich findet Schultze den Schlüssel zu wirkend offenen Bildern in der chaotisch wirkenden Malerei des in Paris lebenden Kanadiers Jean-Paul Riopelle: "Diese unglaubliche Brillanz, die Nuancierung der Farben, völlig frei und vital gemalt, da dachte ich, das ist es eigentlich. Vorher war ich so ein bißchen von Ritschl beeinflußt, surrealistisch durch Egon Günther - gegenständlicher Surrealismus zur Wiederaufarbeitung der Situation - aber ... das befriedigte mich alles nicht, ich mußte frei werden, ich mußte was machen. Und da war Riopelle der Start für mich, und dann ging es los, ... da fing ich dann an, informel zu malen." Bezeichnenderweise hat er sein malerisches Schlüsselerlebnis bei einem Gegenpol seiner selbst, bei einem anti-literarisch gestimmten, 'nur' malenden Maler.


Um so eher kann man Bernard Schultze einen informellen Romantiker nennen, als er sich im Unterschied zu seinen Weggefährten nicht vom kursierenden Gedankengut einer Zen-Ästhetik beeinflussen läßt; dem Ideal eines unendlichen Nichts der weißen Leinwand steht sein Horror vacui gegenüber, geprägt von der altdeutschen Malerei. Der meditativen Einkehr des Individuums in eine höhere Einheit und Harmonie allen Seins, wo jede Individualität erlischt, stellt Schultze die freie und gelenkte Assoziation gegenüber, das dicht geknüpfte Netz von Vorstellungen und Gefühlen, das - methodisch genutzt - Unbewußtes ans Licht zieht und der Selbstfindung dient. "Ich fange an, Assoziation erzeugt Assoziation ... Ich kann nicht meditieren, dann schlafe ich ein."

Durch das schichtende Malen von Einzelbildern, durch das Übermalen, schafft er einen totalen 'psycho-physischen Organismus', "die vollkommene Konstellation der Dinge, der Linien, der Form, der Farben. ... Durch die Folge von Schichten entsteht ein sehr kompliziertes System der Überlappungen. Die Assoziationen beim Malenden, wie beim Beschauer, vervielfachen sich, Relikte, Übermalungen, Lasuren, eine Unzahl von Nuancen, kurzum Spuren mannigfacher Bemühungen kennzeichnen eine derartig behandelte Fläche. Das Bild wird vollgliedrig, reich, kann kostbar werden, aber ohne die Absicht, derart beschaffen im Endergebnis zu sein." Die informelle Malerei ermöglicht ihm infinite Assoziationen, die metamorphe Gestalt annehmen und zusehends aus seinen labyrinthhaften Bildräumen in den realen Raum drängen. Schließlich löst sich seit 1962 sein Phantasiegebilde Migof, ein Zwitterwesen aus Malerei und Skulptur, vollkommen vom Bildträger und führt als vieldeutige Farbplastik ein Eigenleben.

1915 geboren am 31. Mai in Schneidemühl (heute in Piła in Polen)

1934 Abitur am Prinz-Heinrich-Gymnasium, Berlin

1934-1939 Studium an der Hochschule für Kunsterziehung in Berlin bei Willy Jäckel und Hans Zimbal, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Paul Bindel

1939 Staatsexamen an der Hochschule für Kunsterziehung, Berlin

1967 Kunstpreis der Stadt Darmstadt

1969 Kunstpreis der Stadt Köln

1972 Wahl zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste, Berlin

1981 Titularprofessur des Landes Nordrhein-Westfalen

1983 Kunstpreis Wormland, München

1984 Großer Hessischer Kulturpreis

1985 Gesellschaft Bildender Künstler Österreichs – Künstlerhaus Wien, Verleihung Goldener Lorbeer. Mitglied der freien Akademie Mannheim

1986 Lovis-Corinth-Preis, Ostdeutsche Galerie Regensburg

1989 Verleihung des Verdienst-Ordens des Landes Nordrhein-Westfalen

1990 Verleihung der Stephan-Lochner Medaille der Stadt Köln

1992 Austritt aus der Akademie der Künste, Berlin

2002 Binding Kulturpreis

2005 gestorben am 14. April in Köln

Der 1915 in Schneidemühl geborene Bernard Schultze zählt zu den bekanntesten Vertretern der deutschen Abstraktion und war unter anderen Mitbegründer der Künstlergruppe Quadriga, die den Kern des späteren deutschen Informel stellen sollte. Seit Anfang der 1950er Jahre waren das Blühen und der Zerfall Themen, um die sich das Werk Schultzes dreht. Er kombiniert darin Einflüsse der surrealistischen Bildvorstellung mit einem für den Informel typischen, impulsiven Pinselduktus unter Anwendung eines additiven Malverfahrens. Schultze malt seine Werke in mehreren unterschiedlichen Schichten. Sobald etwas Form annimmt, wird es durch weiteres Übermalen »gestört«, das »Gelungene« bildet die Basis für das Neue, das es verändert und bedeckt. Bei der Betrachtung bleibt das Auge immer in Bewegung und wird beim Versuch, die vollkommene Dichte der Komposition nachzuvollziehen, verunsichert. Auf der rein visuellen Ebene erzählen und beschreiben seine Werke nichts und verwehren dem Betrachter so den Zugang zum Bildinhalt.

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Über uns

Galerie-Information

Dass Bernard Schultze, neben Fred Thieler und Jaroslav Serpan, als Künstler, der der Informellen Kunst zuzuordnen ist, zusammen mit den Zero-Künstlern Heinz Mack und Otto Piene an der 7. Abendausstellung am 24. April 1958 in Düsseldorf teilgenommen hatte, das macht die Informelle Kunst des Bernard Schultze für viele Sammler, gerade auch für die der Zero-Kunst, äußerst attraktiv.
Äußerst attraktiv eben auch deshalb, weil diese Kunst uns allen klar vor Augen stellt, was wir so schnell vergessen: Dass wir so privilegiert sind, seit 1949 in einem Land der Freiheit zu leben. Das Informel, das „als bewusster Gegensatz gegen die Kunstdiktatur der Nazizeit... verstanden wurde, galt in den 1950er Jahren als Ausdruck der neuen politischen Ordnung. Rupprecht Geiger resümierte: „Die Welt schreit nach Erneuerung oder Untergang.““*
Und dieses „Neue“ merkt man den Kunstwerken auch im Jahre 2020 noch an. Rupprecht Geigers Resümee über diese Kunst hat in neuer Bedeutung vielleicht noch mehr Aktualität und Berechtigung als vor siebzig Jahren.
Wer die phantastischen, bizarren Bildwelten des Bernard Schultze betrachtet, wer die Farbwelt dieses Künstlers in sich aufnimmt, wird dieses Verlangen nach Erneuerung, für sich selbst und für unserer Welt, immer wieder erkennen. Selbst siebzig Jahre nach der ersten Eruption des Informel.
Und so passt die One-Artist-Show des Bernard Schultze am Stand der Galerie Bentler in die Zeit, als habe Bernard Schultze visionär und äußerst phantasievoll unsere Zeit vorausgeahnt.
Die Künstlerin Ulrika Eller Rüter knüpft hier nahtlos an. Auch sie beschäftigt sich mit dem Thema der dringend notwendigen „Erneuerung“. Als Künstlerin unsrer Zeit ist sie, wie wir alle, intensiv mit der existenziellen Bedrohung des Lebensraums „Erde“ konfrontiert. Und deshalb befasst sie sich in ihren Werken mit diesem elementaren Thema.    
Seit 2019 widmet sich die Künstlerin dem Thema Wasser in dem multimedialen Projekt „SEA LEVEL“ in Bild, Lichtinszenierung und Musik. Sie schöpft Wasserproben aus Meeren, Flüssen, Bächen, Teichen, Quellen, archiviert und mikroskopiert sie. Auf diese Weise macht sie die verborgenen „Bilder“ sichtbar, die in jedem Tropfen als Gedächtnis des Wassers wie Codes verborgen sind und bildhaft Auskunft geben über die Einflüsse von Zivilisation, Umwelt, Kosmos und Universum.
Mit den Mikroskopien bedient sich Ulrika Eller-Rüter der bildgebenden Methoden, wie sie z.B. in der Medizin und Biologie Anwendung finden und arbeitet so in den Grenzbereichen zwischen Kunst und Naturwissenschaft.
Die unendlichen schöpferischen Möglichkeiten der formbildenden Kraft des Wassers zeigt die Künstlerin auf der art Karlsruhe in einer One Artist Show am Stand der Galerie Bentler in ihren großformatigen Bildserien als Fine Art- Prints. Die Mikroskopien der „Drops“, der Wassertropfen, sind darin als eigene Mikrokosmen gestaltet, die wie innere Organe oder eigene Planentensysteme erscheinen. Sie schweben in „Farbfluten“ als Bildhintergründe, die die Künstlerin in einem stundenlangen Tauchprozess real aus Farbbädern geschöpft hat. Großartige Kunst in Verbindung mit Wissenschaft schafft hier Denkanstöße zur „Erneuerung“ unserer Welt.
Mit den inhaltlichen Aspekten ihrer Kunstwerke sind diese beiden Positionen intensiv verwoben mit dem gesamten Portfolio der Galerie Bentler. Mit der Zero-Kunst eines Otto Piene, eines Heinz Mack und eines Günther Uecker, die mit ihrer „Suche nach dem Licht“ eine ganze Generation veränderte, und die wiederum ausstrahlt auf jüngere Künstlerinnen und Künstler: Aja von Loeper, André Schweers und Bettina Hachmann. Hier werden durch das Verwenden derselben Stilmittel neue Inhalte generiert, die sich von der Verletzlichkeit unserer Umwelt bis hin zum Urvertrauen in das Leben erstrecken.

*Veröffentlichung der Kunsthalle Schweinfurt anlässlich der Ausstellung Positionen des deutschen Informel

Ergänzt und bereichert wird das Programm der Galerie Bentler mit Positionen wie Markus Lüpertz, dessen Atlas wiederum das Thema „Bewahrung der Erde“ aufgreift, Marius Singer, dessen „Abstrakte Landschaften“ Liebeserklärungen an die Vielfältigkeit unserer Schöpfung sind,  Michael Cleff, dessen einzigartige Keramiken uns einfach im Hier und Jetzt aufgehen lässt, und, last but not least, Sybille Pattscheck, deren transluzente Enkaustik-Arbeiten durch ihre Leuchtkraft so viel Freude, einfach Teil dieser Welt zu sein, vermitteln.

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Unternehmensdaten

Gründungsjahr

1981