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art KARLSRUHE
Eine Veranstaltung der

Salongalerie "Die Möwe"

Auguststraße 50 b, 10119 Berlin
Deutschland
Telefon +49 30 30881842, +49 170 7815045
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Künstlerdetails

Kategorie: Kunst nach 1945

Louise Stomps

Louise Stomps (1900-1988) gilt als frühe Vertreterin der organischen Abstraktion. Als Schülerin von Milly Steger in Berlin gehörte sie zur ersten Generation freischaffender Bildhauerinnen. In Auseinandersetzung mit der Beschaffenheit des Materials und den Spuren der Natur gestaltete Louise Stomps figürliche wie auch abstrahierte Skulpturen, die in ihrer Formensprache konzentrierte Intensität ausstrahlen. Zwischen 1933 und 1945 entschied sich die Künstlerin für die innere Emigration. Trotz eigener entbehrungsreicher Lebensbedingungen gab sie vom NS-Regime Verfolgten Unterkunft. Nach 1945 beteiligte sich die Trägerin des Kunstpreises der Stadt Berlin wieder an Ausstellungen.

2018 war sie in der Ausstellung „Die erste Generation. Bildauerinnen der Berliner Moderne“ im Berliner Georg Kolbe Museum vertreten. Im vergangenen Jahr würdigte das Verborgene Museum in der Berlinischen Galerie ihr Gesamtwerk in einer repräsentativen Ausstellung.

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Kategorie: Klassische Moderne

Lotte Laserstein

Lotte Laserstein (1898-1993) gehört zu den großen Wiederentdeckungen der letzten Jahre. Eine erste umfassende Werkschau 2003 im Berliner Museum Ephraim-Palais, Ankäufe von Schlüsselwerken der Künstlerin durch renommierte Museen (z.B. die Berliner Nationalgalerie, das Frankfurter Städel Museum oder das Moderna Museet in Stockholm) sowie schließlich die vielbeachtete Ausstellung „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“, die zwischen 2018 und 2020 zunächst im Städel, danach in der Berlinischen Galerie und abschließend in der Kunsthalle zu Kiel zu sehen war, haben die Malerin wieder einem großen Publikum bekannt gemacht. Der Fachwelt gilt Laserstein längst als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der realistischen Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Laserstein emigrierte 1937 nach Schweden, wo das als verschollen geglaubte Gemälde „Madeleine vor dem Spiegel“ in den 1940er Jahren entstand. Der Halbakt zeigt Margarete Jaraczewsky, genannt Madeleine, Lasersteins wichtigstes Modell im schwedischen Exil. Es erinnert in seiner Anlage an das Gemälde „Vor dem Spiegel“ aus dem Jahr 1930/31, für das Lasersteins Berliner Freundin und enge Vertraute Traute Rose Modell saß.

Die Kunsthistorikerin und Laserstein-Expertin Dr. Anna-Carola Krausse gibt in ihrer Expertise zu „Madeleine vor dem Spiegel“ folgende Einschätzung: „Ganz offensichtlich hat Laserstein die Arbeit selbst sehr geschätzt. In ihrem Nachlass, der Ende der 1990er Jahre in Privatbesitz gesichtet werden konnte, befand sich ein professionelles Werkfoto des Gemäldes. Derartige Aufnahmen ließ die Malerin regelmäßig von ihr bedeutend erscheinenden Gemälden und Zeichnungen anfertigen.“

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Kategorie: Kunst nach 1945

Fritz Kuhr

Fritz Kuhr (1899-1975) studierte am Bauhaus in Weimar, wo er von seinem Lehrer Paul Klee nachhaltig geprägt wurde. Neben der Malerei widmete er sich auch der experimentellen Fotografie. 1925 folgte er der renommierten Kunstschule nach Dessau. Hier wurden das Atelier und die Wohnung von Klee nach Kuhrs Entwürfen ausgestaltet. Ab 1929 unterrichtete der Künstler auch am Bauhaus. Ernö Kállai, Schriftleiter der Zeitschrift bauhaus, sah 1930 in den Bildern von Fritz Kuhr „das abstrakte Vokabular zur persönlichen Eigenart entwickelt.“ Organische und geometrische Formen bewegen sich in Kuhrs Bildern zwischen Figuration und Abstraktion, oft in Verbindung mit einer kräftigen Farbigkeit.

Ernst Ludwig Kirchner, der Kuhrs Schaffen seine besondere Aufmerksamkeit schenkte, vermittelte ihm 1932 eine Ausstellung in Davos. Während des Nationalsozialismus galt Kuhrs Kunst als „entartet“ und der Künstler zog sich in die innere Emigration zurück. Bei Bombenangriffen wurden viele seiner Werke zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg berief ihn Karl Hofer als Lehrer an die Hochschule für Bildende Künste Berlin. Bis 1971 beteiligte sich Kuhr an zahlreichen bedeutenden Ausstellungen in Deutschland, Europa und Übersee und war 1968 mit Bildern auf der weltweiten Wanderausstellung „50 Jahre Bauhaus“ vertreten.

Posthum folgten zahlreiche Einzel- und Kollektivausstellungen. Kuhrs Werke sind international in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Fotografien des Künstlers befinden sich u.a. im Saint Louis Art Museum und J. Paul Getty Museum (USA).

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Kategorie: Kunst nach 1945

Katja Meirowsky

Katja Meirowsky (1920-2012) floh 1942 nach Polen. 1945 kehrte sie nach Berlin zurück und gehörte bald zum Künstlerkreis um die Galerie Rosen und die Galerie Bremer, die avantgardistische Kunst des 20. Jahrhunderts ausstellten. Zusammen mit Alexander Camaro, ihrem späteren Ehemann Carl Meirowsky, Jeanne Mammen, Werner Heldt und weiteren Künstlern zählte sie 1949 zu den Gründungsmitgliedern des legendären Kabaretts „Die Badewanne“.

Meirowskys Malerkollege und Freund Werner Heldt betonte 1951 ihre besondere Stellung unter den malenden und zeichnenden Frauen in Deutschland. Er hob dabei die herausragenden Kompositionen ihrer Bilder sowie deren besonderes Kolorit hervor und nannte das Traumelement „eine der stärksten Seiten“ der Künstlerin. Auf die Verbundenheit beider Künstlerfreunde verweist „Das große Atelier“ aus dem Jahr 1949.

Ab 1953 lebte die Künstlerin auf Ibiza. Hier schloss sich die Malerin gemeinsam mit Hans Laabs und Heinz Trökes, ihren Freunden seit der Kabarett-Zeit, der „Grupo Ibiza 59“ an, die Künstler verschiedener Nationalitäten auf der Insel vereinte. Im Jahr 2000 kehrte Katja Meirowsky nach Deutschland zurück. Im Laufe von sieben Jahrzehnten wurden ihre Werke in Berlin, Hamburg, Mannheim, London, Madrid, Florenz, New York und vielen anderen Städten ausgestellt.

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Kategorie: Kunst nach 1945

Marg Moll

Marg Moll (1884-1977) verkörpert wie nur wenige deutsche Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts europäische Identität. Als Pionierin der abstrakten Skulptur fand sie in der Weimarer Republik und nach 1945 große Anerkennung. Ihr künstlerisches Thema war vor allem der menschliche Körper, den sie in kubistisch anmutender Formensprache mit feiner Rhythmik modulierte. Nach dem Berliner Skulpturenfund von 2010, durch den auch ihre Plastik „Die Tänzerin“ wiederentdeckt wurde, kam ihr Name verstärkt ins Gespräch.

Ihre Ausbildung zur Malerin begann sie 1905 bei Oskar Moll, der ihr Ehemann wurde. Ihre ersten Skulpturen gestaltete sie in Paris unter Anleitung von Henri Matisse. Sie blieb seine einzige deutsche Bildhauer-Schülerin. 1911 stellte Marg Moll in der Berliner Secession sowie 1914 u.a. in der Galerie Fritz Gurlitt in Berlin aus. In den Zwanzigerjahren war sie Schülerin von Fernand Léger in Paris. Starke künstlerische Impulse erhielt sie auch von Constantin Brancusi, Alexander Archipenko und Ossip Zadkine, den Wegbereitern der modernen Bildhauerei. 1929 beteiligte sich Marg Moll an der Großen Berliner Kunstausstellung; 1931 stellte sie gemeinsam mit Oskar Schlemmer in der Galerie Flechtheim aus. Während der NS-Zeit erhielt sie Ausstellungsverbot und arbeitete zurückgezogen weiter. 1943 wurde ihr Werk durch einen Bombenangriff auf Berlin zerstört. Nach dem Tod ihres Mannes lebte Marg Moll drei Jahre in Wales und lernte Henry Moore kennen. 1952 kehrte sie nach Deutschland zurück. Sie stellte erfolgreich aus und Museen kauften ihre Arbeiten an. In der Spätphase ihres Schaffens entstanden vorwiegend expressive Arbeiten in Holz.

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Kategorie: Klassische Moderne

Gottfried Graf

Gottfried Graf (1881-1938) gehört als Mitglied der avantgardistischen Kunstszene um Adolf Hölzel zu den Wegbereitern der Moderne im süddeutschen Raum. Zugleich gilt er als Pionier des modernen Holzschnitts.

Graf studierte an der Stuttgarter Kunstakademie bei u.a. Adolf Hölzel. Eine Ausstellung mit Bildern der Kubisten, Futuristen und Brücke-Künstler inspirierte ihn nachhaltig und führte zu einem Wandel seiner bildkünstlerischen Auffassung hin zur Zerlegung der Gegenständlichkeit. 1917 beteiligte er sich an der „Sturm-Gesamtschau“ in Berlin. Im Jahr darauf trat er für eine grundlegende Neuordnung der Stuttgarter Kunstakademie ein. Um die Reformbestrebungen umzusetzen, gründeten Graf, Oskar Schlemmer, Willi Baumeister u.a. 1919 die Üecht-Gruppe in Stuttgart – eine Ortsgruppe der revolutionären Berliner Novembergruppe. An der Kunstakademie Stuttgart leitete er ab 1921 die Holzschnittklasse und erhielt 1925 eine Professur für die Grafikklasse. Mehrfach beteiligte er sich an der Großen Berliner Kunstausstellung. Zu seinem 50. Geburtstag würdigte eine große Werkschau in Ulm und Stuttgart sein Schaffen. Die Nationalsozialisten diffamierten seine Kunst als „entartet“, entfernten viele seiner Werke aus öffentlichen Sammlungen und vernichteten sie zum Teil. 1938 erfolgte Grafs Entlassung aus dem Lehramt. Er starb im selben Jahr.

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Kategorie: Kunst nach 1945

Erich Franke

Erich Franke (1911-2008) studierte u.a. in Karlsruhe bei Karl Hubbuch und Otto Laible. Musik und Theater beeinflussten seine Werke und gaben ihnen räumliche Tiefe und tänzerische Dynamik. Nach 1945 bezog der Künstler Alltagsmaterialien in seine Bilder ein, sodass vielschichtige, oft dreidimensionale Arbeiten entstanden. Auch das politische Weltgeschehen gab ihm wesentliche Impulse: 1972 reiste der Maler nach Zypern, wo er die Teilung der Insel miterlebte. Seine Eindrücke verarbeitete er in einem Zyklus von Zypern-Bildern, darunter die Paracollage „Famagusta“.

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Kategorie: Kunst nach 1945

Margarete Kubicka

Margarete Kubicka (1891-1984), eine Vertreterin des expressiven Kubismus, verstand ihre künstlerische Arbeit immer auch als politisches Wirken. So war sie gemeinsam mit ihrem deutsch-polnischen Ehemann, dem Maler Stanislaw Kubicki, 1918 Mitbegründerin der polnischen Expressionistengruppe BUNT (dt. Revolte) und veröffentlichte in Pfemferts Zeitschrift „Aktion“ Druckgrafiken und Gedichte. 1922 organisierte das Künstlerehepaar in Berlin die „Internationale Ausstellung revolutionärer Künstler“ mit. Nach 1933 beteiligte sich Margarete Kubicka aktiv am Kampf gegen das NS-Regime. Nach dem Krieg fand sie in ihrem künstlerischen Schaffen zu einer neuen Formensprache. Ihre farblich bestechenden Aquarellserien erzählen – häufig mit allegorischen und mythologischen Rückgriffen – von der erlebten Menschheitskrise. Hierfür stehen die großformatigen Bilder aus den Serien „Der Mensch erobert die Erde“ und „Vergangene, umstrittene, werdende Religionen“.

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Über uns

Galerie-Information

Die Salongalerie »Die Möwe« präsentiert Werke der Klassischen Moderne und der Kunst nach 1945. Dabei widmet sie sich vor allem Künstlern, die zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit gerieten. Um die Bedeutsamkeit ihrer Kunst sichtbar und erlebbar zu machen, begibt sich die Salongalerie immer wieder auf Spurensuche und setzt damit einen besonderen Akzent in der Berliner Galerienlandschaft.

Ihrem Galerieprofil entsprechend legt  »Die Möwe« auf der diesjährigen art KARLSRUHE einen besonderen Schwerpunkt auf Wiederentdeckungen der Moderne. Die Künstlerinnen Lotte Laserstein, Katja Meirowsky, Margarete Kubicka, Marg Moll und Louise Stomps reihten sich mit ihrem Schaffen – wie auch mit ihrem Kampf um Gleichberechtigung – in den 1920er und frühen 30er Jahren in den erfolgreichen Aufbruch der Frauen in der Kunst ein. Dieser Emanzipationsprozess und die vielversprechenden Karrieren brachen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten jäh ab. Exil, innere Emigration oder politischer Widerstand im Untergrund bestimmten von nun an den Lebensweg der Künstlerinnen, bevor sie sich nach 1945 in neu gewonnener Freiheit wieder ihrer Kunst widmen konnten. Vergleichbare Schicksale erfuhren der Bauhäusler Fritz Kuhr und Gottfried Graf, der Mitglied der avantgardistischen Kunstszene um Adolf Hölzel war. Deren Werke wie auch Arbeiten des Malers Erich Franke ergänzen die Messepräsentation. Heute zählen diese Künstlerinnen und Künstler zu den jüngsten Wiederentdeckungen.

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