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art karlsruhe
Eine Veranstaltung der

Galerie Dr. Dorothea van der Koelen

Hinter der Kapelle 54, 55128 Mainz
Deutschland
Telefon +49 6131 34664, +49 171 4208280
Fax +49 6131 369076
info@vanderkoelen.de

Standort

  •   Halle 2 / H2/E14

Ansprechpartner

Dr. Dorothea van der Koelen

Telefon
+49 171 4 208 280

E-Mail
dvanderkoelen@chorus-verlag.de

Unsere Künstler

Künstlerdetails

Kategorie: Kunst nach 45

Lore Bert

Lore Bert, geboren am 2. Juli 1936 in Gießen, aufgewachsen in Darmstadt, studierte 1953–57 Malerei in Darmstadt und in Berlin an der HfBK, Hochschule für Bildende Künste, u.a. bei dem Bildhauer Hans Uhlmann, der ihre Liebe zum Räumlichen weckte.

Charakteristisch für ihr künstlerisches Schaffen seit etwa vier Jahrzehnten ist das Arbeiten mit fernöstlichen Papieren aus Japan, Nepal, Korea und China, die oft eine räumliche Dimension einnehmen. Die Collagen, Bildobjekte, Transparente und Skulpturen, die seit Beginn der 80er Jahre entstehen, wenig später auch Installationen bis hin zu ganzen Papierräumen und Environments, belegen das Interesse der Künstlerin an Material und Form, aber zugleich an Raum und Umgebung. Papier ist ihr bevorzugter Werkstoff.

Mit ihren Ausstellungen 1996 in Kairo (Ägypten) kommen weitere Materialien wie der bräunliche Papyrus und das hell leuchtende 23-karätige Blattgold zu ihrem Farben- und Materialkanon hinzu. Spätestens seit Mitte der 90er Jahre gehört auch das Licht zu ihren Gestaltungselementen. Es entstehen Environments mit Neonschrift und Neonröhren, wenig später bereits in Form orientalischer Zahlen und Neon-Kugeln, bis hin zu ganzen Licht-Räumen.

Konstruktive Formen, Geometrie, Architekturelemente, Ornamente, Zahlen und Buchstaben bilden ihr Formenvokabular, Geistes- und Naturwissenschaften, die Weltbilder von Galilei und Kopernikus, philosophische und poetische Schriften (von Kant, Goethe und Rilke, von Goodman und Quine, von Macchiavelli und Dante), Mathemathik (Cantors Mengenlehre) und logische Zusammenhänge (»Wahrheitswerttafeln«), abstrakte Eigenschaften, universelle Relationen und das Absolute in seiner poetischen Schönheit den geistigen Inhalt ihrer Arbeit.

Historische Zusammenhänge oder kulturelle Besonderheiten anderer Länder, die sie aufgrund ihrer Ausstellungen kennenlernt, halten Einzug in ihr Werk, werden bildnerisch formuliert und prägen den globalen Aspekt ihrer Arbeit.

Ab 1985 beginnt mit einer Ausstellung in Montreal (Kanada) eine rege internationale Ausstellungstätigkeit, die sich schnell global ausbreitet und Lore Bert schon 1989 nach Korea führt. Mehr als 300 Ausstellungen in 28 Ländern sind dokumentiert in gut 110 Publikationen, davon mehr als 40 Monographien zu Einzelausstellungen in Museen.

In vielen dieser Ausstellungen konnte Lore Bert speziell dafür konzipierte Environments realisieren. Bis 2019 wurden in Europa, Asien, Afrika, Arabien, in den USA, im vorderen Orient und in Mexiko in Museen und öffentlichen Ausstellungsinstituten mehr als 125 Kunst-Räume realisiert. Oft war die Basis ein ›Meer‹ aus gefalteten Papieren, kombiniert mit verschiedenen Materialien: mit Licht, mit beschrifteten Kugeln, mit Spiegelskulpturen in Form der platonischen Körper wie auf der Biennale in Venedig 2013 oder im Nationalmuseum Busan 2014 oder – wie bei der Biennale 2019 in Venedig – mit Stelen aus dichroitischem Glas.

Mehrfach war Lore Bert auf Biennalen vertreten, 1999 als Ehrenkünstlerin der Biennale in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate), 2011 als Ehrenkünstlerin der Biennale in Izmir (Türkei), und 2013 hat sie an der 55. Kunstbiennale in Venedig im Museum Correr einen ›Evento Collaterale‹ präsentiert, der mehr als 105.000 Besucher anzog und als eines der TOP 10 Kulturereignisse in ganz Italien in diesem Sommer ausgezeichnet wurde. 2019 präsentierte sie zur Biennale in Venedig in der Kirche San Samuele das Gesamtkunstwerk Erleuchtung – Wege der Erkenntnis (Heureka).

Zur Eröffnung ihrer Ausstellung »Im Banne der Kulturen – Fragile Werte« im Muzeum Lubelskie w Lublinie (Polen) wurde Lore Bert 2017 mit der Verleihung der »Medaille der Stadt Lublin« für ihre herausragenden kreativen Leistungen und ihre Verdienste um das »Kulturelle Leben« der Stadt geehrt.

Parallel zur Kunstbiennale in Venedig 2019 zeigte die Künstlerin ihre atemberaubende Installation »Illumination – Ways to Eureka« in der Kirche San Samuele in Venedig. Eine Säule aus dichroitischem Glas ragt aus einem weiß-wogenden Papiermeer und lädt den Betrachter immer wieder neu zum Schauen und Staunen ein.

Lore Bert lebt und arbeitet in Mainz und Venedig.

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Kategorie: Kunst nach 45

Hellmut Bruch

Die zentralen Themen im Werk von Hellmut Bruch sind das Licht und Proportionen, diesich auf das klassische Harmonieprinzip des ›Goldenen Schnitts‹ beziehen. 

Die beiden Werkstoffe – Edelstahl und fluoreszierendes Acrylglas – gehen unterschiedlich mit dem Licht als offenes Medium um. Licht wird vom Metall anders reflektiert als von den farbigen Flächen des Acrylglases. Hochpolierter Stahl steht im Gegensatz zu den Arbeiten aus transparentem oder farbigem fluoreszierenden Acrylglas, die das Licht in der Fläche sammeln und es an den Seiten und eingravierten Schnittkannten mit leuchtender Intensität wieder abgeben.

»Was mich am Licht und an den Naturgesetzen interessiert, ist ihre Immaterialität im Zusammenwirken mit der Materialität des Wahrnehmbaren«, so Hellmut Bruch. Mit einfachsten, reduzierten Elementarformen – Quadraten, Rechtecken, Kreisen, gebündelten Vertikalen –, die oft als Progressionen auftreten, drückt er Wesentliches aus. Das primäre Konstruktionsprinzip seines Schaffens basiert auf der ›Fibonacci-Folge‹ (0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, ...). Diese ist eng mit den Proportions-Verhältnissen des ›Goldenen Schnitts‹ verbunden. Dieses universale und klassische Harmoniegesetz findet sich auch in den verschiedensten Formen der Natur wieder. Hierauf ist die Wahrnehmung von Schönheit und Perfektion in der Kunst Hellmut Bruchs zurückzuführen.

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Kategorie: Kunst nach 45

Heinz Gappmayr

Heinz Gappmayr (1925-2010), gilt als einer der führenden Vertreter der visuellen Poesie, zu welcher er seit Ende der 60er mit zahlreiche Texte und Schriften zur Konkreten Poesie beitrug.

Grundmaterial des Werkes von Heinz Gappmayr ist die Sprache. Er benutzt Buchstaben, Worte, Zahlen, gelegentlich Linien und geometrische Grundformen, die er visuell präsentiert, um die kategorialen Möglichkeiten von Sprache zu untersuchen. Dabei wird die Sprache von ihrer Funktion als Bedeutungsträger befreit und selbst zum Thema des Kunstwerkes.

Unter den Visuellen und Konkreten Poeten nimmt Heinz Gappmayr mit seinen Ein-Wort-Textenu und seinen Zahlen-Texten eine besondere Position ein. Seine Verwendung von Sprache als bildnerisches Mittel ermöglicht Heinz Gappmayr, dem Betrachter Begriffe zur Anschauung zu bringen, die nicht darstellbar sind. Die Art der visuellen Präsentation von Zahlen und Buchstaben, gelegentlich kombiniert mit graphischen Elementen, verdeutlicht, dass es sich bei den Werken nicht um Literatur handelt, sondern vielmehr um visuelle Poesie.

Ein Schwerpunkt des Oeuvres Gappmayrs ist die Darstellung der Kategorialbegriffe ›Zeit‹ und ›Raum‹, die zwar selbst nicht anschaulich sind, aber jeder Anschauung zugrunde liegen. Der Begriff Zeit wird visuell umgesetzt, wobei Zeichen und Bedeutung auf dem ersten Blick voneinander getrennt sind. Die Buchstaben erscheinen nur in Fragmenten, nirgends ist das vollständige Wort zu lesen, doch assoziativ wird in dem Zeitbedarf das Wort zu erfassen das Vergehen von ›Zeit‹ erlebbar gemacht.
Die 10-teilige Arbeit Colours aus dem Jahr 1983, besteht aus 5 Farbtafeln mit den Primär-Farben gelb, rot, blau und den beiden Nicht-Farben schwarz und weiß. Jeweils unterhalb der Farbtafeln, sind Tafeln in gleicher Materialbeschaffenheit und Größe mit den jeweiligen Begriffen der Farben in schwarzer Schrift auf weißem Grund angebracht. Nimmt man beispielsweise das Wort „red“ und die Farbtafel roter Farbe, so zeigt sich deutlich der Unterschied zwischen Wahrnehmung und Vorstellung: Das Farbempfinden, welches die Texttafel beim Betrachter hervorruft ist automatisch an einen bestimmten Gegenstand geknüpft und von Betrachter zu Betrachter sehr unterschiedlich. Durch das Weglassen von Gegenständen sind der Vorstellung keine Grenzen gesetzt, die Arbeiten werden universell. Auf diese Weise visualisiert Heinz Gappmayr die Idealität des Gedachten in seiner ganzen wechselnden Komplexität ohne jemals an die Grenzen der Realität zu stoßen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Mohammed Kazem

Mohammed Kazem *1969 in Dubai geboren, zählt zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Kunst – nicht nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in denen er als Shooting Star gilt. Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Teilnahme an der 55. Biennale von Venedig, wo er mit einem Multimediaraum den Pavillon der UAE gestaltete, ist sein Name weltweit ein Begriff.

Kazem kam in einer Epoche großer Veränderungen zur Welt: Drei Jahre vor seiner Geburt wurde Öl in Dubai gefunden und zwei Jahre später sollten die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) gegründet werden. Diese historische Wende führte zu einer raschen Verwandlung seiner bekannten Umgebung: Dort, wo sich früher der Blick in die unendliche Weite der Wüste verlieren konnte, wuchsen schwindeler- regende Wolkenkratzer in die Höhe.

Bereits mit 14 Jahren kam Kazem in die Klasse von Hassan Sharif, einem der ersten und berühmtesten Konzept- und Performance-Künstler der Arabischen Emirate. Nach seinen frühen Erfahrungen mit Malerei einerseits und Performance andererseits begann Kazem Anfang der 90er Jahre an der Werkgruppe ›Scratches‹ zu arbeiten, bei der sich schon viele Aspekte seiner künstlerischen Persönlichkeit zeigten: Ein Spiel mit der Materie, welches das Werk ins Dreidimensionale erweitert, und der Versuch das Ungreifbare – den Sound, das Licht und den Raum und die Zeit – in einem Moment festzuhalten und zu visualisieren. Dieser Geist prägt auch die neueste Werkserie »Collecting Light«: Der Künstler ‘sammelt’ etwas, was ‘nicht sammelbar’ zu sein scheint: Das Licht und seine Wirkung auf die Materie, den Schatten von Objekten oder Pflanzen in der Umgebung und den Raum in einem spezifischen Augenblick, in dem der Künstler mit seinem Körper und seinen Sinnen präsent ist. 2019 zeigte Dr. Dorothea van der Koelen die neuen Werke des arabischen Spitzenkünstlers in der Einzelausstellung »Mohammed Kazem – Collecting Light« in der ›CADORO – Zentrum für Kunst und Wissenschaft‹ in Mainz. Zu diesem Anlass erschien der Ausstellungskatalog Mohammed Kazem · Collecting Light Dokumente unserer Zeit – Band LIV (2019).

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Kategorie: Kunst nach 45

Wulf Kirschner

Hauptwerkstoff von Wulf Kirschner ist der Stahl. Unter Verwendung verschiedener Stahlsorten (Schiffsbaustahl, Edelstahl, Cortenstahl) und unterschiedlicher Elektroden (Chromnickel-, Universal- oder kalkbasischen Elektroden), die er zeilenweise darauf schweißt, gelingt es dem Bildhauer seinen Reliefs und dreidimensionalen Körpern eine poetische Farbigkeit und malerische Struktur zukommen zu lassen.

Vor allem die Dreidimensionalität spielt im Werk Kirschners eine große Rolle: Aus Flächen-Reliefs werden Körper-Volumina, Quadrate werden zu Würfeln, Dreiecke zu Pyramiden oder Tetraedern. Die dreiteilige Skulptur mit dem Titel Aggregat I (von lat. aggregare ansammeln, beigesellen) besteht aus drei trapezförmigen Stahlkörpern, die - jeweils in einigem Abstand zueinander aufgestellt - zusammen eine Einheit ergeben. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Arbeit Aggregat IV, bei der insgesamt vier gleichgroße Quaderbausteine ein großes Quadrat bilden. Die Skulptur Wave, ebenfalls zwei gleichartige, zueinander gehörende Körper, zeigt den Einfluss der Nordsee auf das Werk des Künstlers.

Kirschner lebte lange Jahre in Cuxhaven an der Nordsee. Die raue Natur, die Weite der Küstenlandschaft mit dem Watt unmittelbar vor der Haustür prägen sein Werk bis heute entscheidend. Kirschner ist fasziniert von dem Einfluss der Natur und Witterung auf seine Werke und der damit einhergehenden Veränderung des Materials. Räumliche werden mit zeitlichen Dimensionen verbunden und die Prozesshaftigkeit seiner Kunst wird offenbar. Neben dem Element Wasser spielt auch das Feuer im Werk Wulf Kirschners eine wichtige Rolle. Während es vom Künstler nur schwer kontrolliert werden kann, ist es existenziell für den Entstehungsprozess seiner Werke. Die frei werdenden Schrumpfspannungen verändern die einst geometrischen Formen der Bleche, die sich nun wellen oder verziehen.

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Kategorie: sculpture:spot, Gegenwartskunst

Carolin Liebl & Nikolas Schmid-Pfähler

Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler arbeiten seit 2012 als Künstlerduo und haben ihr Kunststudium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main mit Auszeichnung abgeschlossen. Bereits dort erlangten sie ihren künstlerischen Ausdruck durch die Wahl ihrer Medien: sie arbeiten mit unterschiedlichen Technologien, die den Inhalt und das ästhetische Material der Werke bilden. Ihre Arbeiten sind häufig skulptural, teils kinetisch oder robotisch, oft auch installativ. Beispielsweise setzen sie Metall, Kunststoff und Drähte durch Elektrizität in Bewegung. Dabei wird die Technik nicht versteckt sondern ästhetisch inszeniert und schafft so eine Symbiose von Funktionalität und dem Inhalt der Technik.

Die jungen Künstler beschäftigen sich mit den Auswirkungen technischer Entwicklungen auf ästhetische und soziale Aspekte des menschlichen und nichtmenschlichen Lebens. Das Medium - die Technologie - ist dabei sowohl Träger gesellschaftlicher Konventionen, als auch bildnerisches Material. Ihre Objekte unterschiedlicher Dimension, Form und energetischer Expression, untersuchen das Potenzial elektrischer Energie, das Wesen dieses Materials und die Selbstwahrnehmung des Menschen in seiner Beziehung zu diesem. Bei all der Schönheit der verwendeten Materialien, der Präzision des Aufbaus und Strenge der Konzeption offenbaren ihre Werke doch zugleich ein großes Maß an Humor und Emotion in ihrer kinetischen Bewegung.

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Kategorie: Kunst nach 45

Christian Megert

Das zentrale künstlerische Gestaltungsmittel und Material bei Christian Megert ist der Spiegel. 1959 setzte Christian Megert in seiner künstlerischen Arbeit erstmals Spiegel als Lichtreflektoren ein. Sein Kunstverständnis war revolutionär: Denn Spiegel in Kunstwerke zu integrieren und dadurch die Arbeiten räumlich zu erweitern, war absolut ungewöhnlich und neu.

Mit seinen Spiegel-Objekten hebt Christian Megert die Hierarchie zwischen dem produzierenden, aktiven Künstler und dem zunächst passiven Betrachter auf – und zwar zugunsten einer Interaktion, die das Kunstwerk herstellt. Denn der Betrachter wird Teil des Werks. Doch noch viel mehr: Durch die Integration von Spiegel-Elementen ist es dem Betrachter nahezu unmöglich, die Werke zu betrachten, ohne dabei zum einen sein eigenes Spiegelbild zu sehen als auch zum anderen den umgebenden Raum wahrzunehmen. Dadurch entsteht eine Synthese aus Kunstwerk, Betrachter und Raum.

Christian Megert verwendet Spiegel als kleinste und großformatige Fragmente, als klare Flächen oder asymmetrische Scherben. Die entstehenden Spiegelreflexionen schaffen immer wieder neue Betrachtungsmöglichkeiten, sie expandieren das Werk, erzeugen neue Räume und erweitern die Realität. Die Arbeiten sind schlichtweg faszinierend!

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Kategorie: Kunst nach 45

François Morellet

Morellet beginnt seine künstlerische Laufbahn Ende der 40er Jahre. Frühzeitig vollzieht er den Schritt von einer noch bildhaft geprägten abstrakten Malerei zur reinen Geometrischen Abstraktion in der Tradition der Konkreten Kunst Max Bills und Theo van Doesburgs sowie der russischen Konstruktivisten. Mit dem richtungweisenden Streben nach einer größtmöglichen Objektivierung kommt Morellet den Entwicklungen in der amerikanischen Kunst zuvor. So enthält etwa bereits die Arbeit Peinture von 1952 Grundelemente, die sich später in Frank Stellas Black Paintings wieder finden. Das 1953 entstandene Bild 16 Quadrate manifestiert die Radikalität seiner Position. Mit einem Minimum an bildnerischen Elementen entstehen mit sechs Linien sechzehn gleich große Quadrate. Um subjektive Entscheidungen zur Bilderfindung weitestgehend zu reduzieren, arbeitet Morellet rigorose Systeme aus. Auf deren Basis werden identische Elemente zu Strukturen gefügt, die eine hierarchische Komposition eliminieren. Die Titel dieser Arbeiten wie 2 trames de tirets -30° -90° dokumentieren präzise ihren Entstehungsprozess. Die Formensprache Morellets ist geometrischer Natur: „Ich habe eine Neigung zu sehr schlichten Sachen, zu ‛beinahe Nichtsen’, die geometrische Formen annehmen“. Die herausragende Leistung Morellets manifestiert sich in seinem originellen Umgang mit der Geometrie. Es gelingt ihm, ihre Strenge aufzubrechen und seinen Arbeiten Leichtigkeit und Subtilität zu verleihen. So entsteht in den 80er Jahren die berühmte Werkgruppe der Géometrees, in der Morellet geometrische Formen mit Baumzweigen zusammenführt und damit die größten Gegensätze, Natur und Geometrie, vereint. Eine weitere Befreiung von der Geometrie betreibt Morellet mit seiner Vorliebe für humorvolle Spielereien, die in zweideutigen Titeln wie π piquant mit der Bezugnahme auf das Urinoirbecken Marcel Duchamps zum Ausdruck kommen.

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Kategorie: Kunst nach 45

Nam Tchun-Mo

Nam, Tchun-Mo (* 1961) lebt seit 2006 wechselweise in Köln und Daegu, Korea. Mit der Verbindung von Farben, Kontrasten und Schattierungen erzielt er einen räumlichen und strukturellen Effekt.

Nam, Tchun-Mo möchte in seinen Arbeiten kochende Düfte ähnlich wie Nebel sichtbar machen. Jede Farbe lässt sich seiner Meinung nach mit einem bestimmten Geruch assoziieren. Für seine farbenfrohen Bilder trägt er klares Kunstharz auf weiche Fasern und bindet sie so zusammen. Nachdem er das Gemisch auf der Leinwand arrangiert hat, bestreicht er die Oberfläche mit Acryl. Dadurch schafft er eine dritte strukturelle Ebene auf der zweidimensionalen Leinwand, auf der er mit Linien, Licht und Schatten spielt.

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Kategorie: Kunst nach 45

Turi Simeti

Turi Simeti, *1929 in Alcamo, Sizilien geboren, ist einer der bekanntesten Vertreter der italienischen Zero-Bewegung aus dem Umkreis um Lucio Fontana und Piero Manzoni. Er gehörte zu jenen etwa 30 Künstlern, welche Lucio Fontana – der bereits in den 50er Jahren mit seinen ›Concetti spaziali‹ (Raumkonzepte) neue Wege einschlug und das Bild zum Relief werden ließ – als »Zero-Avantgarde« 1965 in seinem Atelier vorstellte. Diese Künstler wendeten sich von der traditionalen Malerei sowie herkömmlichen Materialien ab und eroberten mit ihrer Kunst den Raum und das Licht.

Bereits Anfang der 60er Jahre entsteht die für Simeti charakteristische Form des ›Oval‹. Aus ersten geordneten Reliefbildern, in zunächst geometrischer Reihung verselbstständigte sich bald das Grundmodul des Oval in den Luftraum des mit Leinwand überspannten Rahmens. Das Bild wird zum Relief und geht mit dem Raum eine Beziehung ein. Seine monochromen Arbeiten zeigen minimalistische und klare Formen. Dieses Spiel mit Licht und Schatten auf der Oberfläche, welches je nach Intensität und Einfallswinkel des Lichts ganz unterschiedliche Ausprägungen aufweisen kann, entwickelt eine poetische Wirkung und berührt den Betrachter auf besondere Weise.

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Kategorie: Kunst nach 45

Günther Uecker

Günther Uecker zählt zu den international hochgeachteten deutschen Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jh., deren Werke in unzähligen Museen weltweit präsentiert werden. Als er 1957/58, im Umkreis der ›Zero‹-Gruppe, die Transformation seiner malerischen Handlungen zum Bildobjekt durch das Einbringen von Nagelstrukturen vollzog, leistete er einen wegweisenden Beitrag zur Entwicklung der Kunst nach 1945.

1964 nahm er zum erstenmal an der Documenta in Kassel teil und vertrat 1970 Deutschland auf der Biennale in Venedig.

1975-95 lehrte er als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. 1998 gestaltete er den Andachtsraum im Reichtagsgebäude in Berlin. Zu seinen Auszeichnungen gehören u.a. der »Kaiserring der Stadt Goslar« (1983), das »Bundesverdienstkreuz mit Stern« (2001) und die »Konrad-Adenauer-Medaille« (2007). Seit 2000 ist er Mitglied im Orden »pour le mérite« für Wissenschaft und Künste.

2005 zeigte der Martin-Gropius-Bau in Berlin in zwanzig Kapiteln eine umfangreiche Retrospektive seiner Werke. Anlässlich seines 85. Geburtstages (2015) präsentiert nun die Kunstsammlung NRW in der Heimatstadt des Künstlers im Museum K20 eine Retrospektive seiner wichtigsten Nagelarbeiten aus sechs Jahrzehnten zusammen mit dem Terrororchester, den großformatigen Tüchern Brief an Peking, einer Sandspirale und zahlreichen Dokumenten aus der Frühzeit seines Schaffens.

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Galerien-News

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12.01.2026

Lore Bert – Towards the Light

Die Mainzer Papierkünstlerin Lore Bert zeigt in der Kirche San Fantin in Venedig parallel zur Kunstbiennale 2026 eine raumgreifende Installation. Der Fokus liegt dabei auf ihren Lichtarbeiten, die oft ein Schattendasein im Vergleich zu ihren sehr bekannten Papierwerken fristen. Zentral sind dabei zwei wogende Meere aus tausenden Blättchen gekruschelten federleichten Japanpapiers, die von Neonarbeiten – in Form einer Spirale und in Form des für Venedig so typischen Vierpasses – gekrönt werden.
Eingerahmt werden die Papiermeere durch vier großformatige Bildobjekte in 180 x 180 cm – auf hölzernen Staffeleien stehend präsentiert. Im Chor wird schließlich eine Neonarbeit in Form orientalischer Zahlen gezeigt – passend zur Ausrichtung der Kirche nach Osten, der Heimat dieser wissenschaftlichen Leistung.

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12.01.2026

Christian Megert – Spiegelbilder

Anlässlich des 90. Geburtstags des Schweizer Künstlers zeigen wir im 1. OG der Cadoro – Zentrum für Kunst und Wissenschaft in Mainz eine Ausstellung mit faszinierenden Spiegelarbeiten Christian Megerts. Die Vernissage findet am 24. Januar 2025 von 16 bis 18 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt. Die Eröffnungsrede hält der renommierte Kunstkritiker Michael Hübl aus Karlsruhe.

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Über uns

Galerie-Information

Die thematischen Schwerpunkte der Galerie Dr. Dorothea van der Koelen sind: konkret – konzeptuell – konstruktiv.

konkret: Da unsere Kunst nicht auf etwas außerhalb der Kunst verweist. L’art pour l’art. Es werden Denkbilder geliefert, deren Wahrnehmung Vorstellungen evoziert, die über das Wahrnehmbare hinausgehen. Die Vorstellung ist stets größer als die Wahrnehmung.

konzeptuell: Wir präsentieren experimentelle Arbeiten, oft von jungen Künstlern, die künstlerische Strategien jenseits der traditionellen Malerei und Bildhauerei verfolgen und oft mit ungewöhnlichen Materialien arbeiten. Wir gehen neue Wege.

konstruktiv: Unsere Kunst stellt sich gegen Kriege und Zerstörung. Der allgegenwärtigen Dekonstruktion der Verletzung setzen wir die Poesie der Konstruktion entgegen.

Die Galerie zeigt aktuelle Tendenzen und präsentiert internationale Avantgarde in weltweiten Ausstellungsprojekten. Art-in-Architecture-Projekte, Kunst am Bau und im öffentlichen Raum sind eine Spezialität des Hauses. Intensive Zusammenarbeit mit 20 bis 30 Künstlern aus 15 Ländern, u.a. Günther Uecker, Lore Bert, Fabrizio Plessi, Heinz Gappmayr, Daniel Buren, François Morellet, Mohammed Kazem, Nam Tchun-Mo und Christian Megert.

Zu den Tätigkeitsfeldern Dr. Dorothea van der Koelens gehört das kuratorische Wirken: Konzept und Realisation von internationalen Ausstellungen in Kooperation mit Museen und anderen öffentlichen Ausstellungsinstituten, sowie zahlreiche Vorträge,Textbeiträge, die wissenschaftliche Erarbeitung, Herausgabe von Publikationen und Veröffentlichung von Filmen auf dem eigenen Youtubekanal.

Seit 2001 betreibt Dr. Dorothea van der Koelen außerdem eine Galerie in Venedig.

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Unternehmensdaten

Gründungsjahr

1979