ANTONIO MARRA
ANTONIO MARRA
Geboren 1959 in Volturara Irpina (AV), Italien
Antonio Marra ist ein Meister der Täuschung, ein Architekt der Illusionen, ein Schöpfer paralleler Räume, in denen sich Kunst und Wahrnehmung zu einem vielschichtigen Dialog verweben. Mit jedem Schritt, den man auf seine Gemälde zugeht, öffnet sich eine Welt, die sich stetig wandelt – immer wieder anders, immer wieder neu und dennoch seltsam vertraut. Ein Kaleidoskop der Möglichkeiten, das unsere Sehgewohnheiten infrage stellt und uns ein- lädt, die Kunst des Sehens ganz neu zu erlernen.
Antonio Marras Werke sind visuelle Konstruktionen, die in ihrer Mehrdimensionalität den Raum und die Wahrnehmung des Betrachters herausfordern. Im einen Moment treten sie klar und präzise vor Augen, im nächsten lösen sie sich in oszillierende Farbstrukturen auf, die den Blick unruhig wandern lassen.
Marra bedient sich eines Repertoires aus geometrischen Formen, Farben und Linien, das in seiner Strenge an die große Tradition der Op-Art und Kinetischen Kunst erinnert. Doch seine Werke gehen weit über eine bloße Auseinandersetzung mit optischen Effekten hinaus. Sie sind kaleidoskopische Welten, in denen das Auge des Betrachters auf Entdeckungsreise geht, ohne jemals einen festen Standpunkt zu finden. Die Farben wechseln je nach Blickwinkel, und die Formen lösen sich in neue Perspektiven auf, als würden die Werke unter dem Einfluss einer unsichtbaren Kraft vibrieren.
Es ist diese Bewegung, dieses Changieren zwischen den Ebenen, das Marras Werk so einzigartig macht. Seine Kunst ist eine beständige Aufforderung an den Betrachter, sich aktiv am Schaffensprozess zu beteiligen, indem er das Werk umschreitet und es immer wieder neu liest und interpretiert. Nichts ist, wie es scheint, und gerade in dieser Ungewissheit liegt die große Faszination seiner Arbeiten. Marra zwingt uns, innezuhalten und zu verweilen, das Unscheinbare zu erkunden und die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.
Seine Kompositionen sind dabei von einer handwerklichen Präzision und technischen Virtuosität geprägt, die ihresgleichen suchen. Die Linienführung ist akribisch, die Farbgebung exakt berechnet, und dennoch entsteht aus dieser fast mathematischen Strenge eine verblüffende Lebendigkeit. Es ist ein Spiel mit der Perspektive, eine Choreografie des Sehens, die sich nur langsam erschließt und dann umso intensiver wirkt.
Antonio Marra fordert uns heraus, unsere Sehgewohnheiten zu hinterfragen, unsere Sinne zu schärfen und die Welt der Kunst auf eine völlig neue Weise zu erleben. Seine Werke sind Monumente der Mehrdeutigkeit, die uns lehren, dass Kunst nicht nur gesehen, sondern immer wieder neu erlebt werden muss.
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