Katharina Schnitzler – STOFF : IM WIND
In ihrer Arbeit überlagert die Berliner Künstlerin Katharina Schnitzler, * 1963, Düsseldorf, Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin, Texturen, Farbschichten, Zeichnungen und Texte. Es entstehen kraftvolle, spannungsreiche Gemälde und anspielungsreiche Grafiken, deren Tenor mal poetisch-lyrisch, mal abgründig-humorvoll sein kann – dabei geht es der Künstlerin gleichermaßen um den Akt der Malerei wie um die intensiv geführte Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz und relevanten Themen der eigenen Gegenwart.
Der Skulpturenplatz
Stoffe tragen Erinnerungen – an Orte, Berührungen, ihre Geschichte.
Katharina Schnitzler verwebt für ihre Arbeiten „STOFF : IM WIND“ Honanseide, Samt und Nessel mit alten Vorhängen aus Palazzi und Mitgift-Leinen. Sie finden eine neue Bestimmung – im Spiel mit den Naturgewalten. Zwischen Apuliens Bäumen entfalten die Stoffe ihre eigene Sprache. Der Wind reißt an den Fasern, die Sonne bleicht sie, der Boden färbt sie ein. Sie fransen aus, werden zerschlissen – und schöner. Die Künstlerin lässt geschehen und greift ein, setze Akzente, fügt hinzu, hält den Moment fest. Jede Narbe, jede Spur erzählt vom Wirken der Elemente.
Die Stoffbahnen machen die Kraft der Natur sichtbar, ihre Energie spürbar.
In diesem Transformationsprozess entstehen schwebende Wände, fragile Bühnenbilder, die mit Licht und Schatten tanzen. Die Bäume formen Tore, öffnen Räume für die Bewegung der Natur. Nichts bleibt unverändert. Der Wind zeichnet Linien, die Sonne malt mit Licht, die Erde hinterlasst ihre Spuren. Diese atmenden Gebilde ziehen später in den Ausstellungsraum, auf den Skulpturenplatz – mit einer neuen Patina, geprägt von Vergänglichkeit, Wandel und stiller Intervention.
Katharina Schnitzler geht es um Respekt: für Materialien, Natur und Geschichte. Und um das Dazwischen – zwischen Kunst und Umwelt, Bewegung und Stillstand, Vergehen und neuer Schönheit. Eine sinnliche Erfahrung, die Grenzen auflöst.
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