FELIX REHFELD MYTHOS BERG: STILLE RIESEN
Als Vorbilder der grandios gemalten Berge dienten Felix Rehfeld die bedeutendsten Bergmassive unserer Erde. Berge sind für ihn die Skulpturen der Natur, deren vielschichtiger Facettenreichtum sowohl in Form, Licht- und Wetterverhältnissen, bedingt durch Jahreszeiten, einen erhabenen Sinngehalt verkörpern. Dabei geht es Felix Rehfeld nicht um die bloße Abbildung der Natur, sondern um die Untersuchung von Malerei als Medium und um ein Spiel mit der Wahrnehmung. Felix Rehfelds Berge funktionieren wie eine optische Falle. Aus der Ferne wirken sie fotorealistisch und erzeugen eine plastische Tiefe. Tritt man jedoch näher, löst sich das Motiv in seine Bestandteile auf: grobe Pinselstriche, reine Farbmaterie
und reliefartige Strukturen. Der Sinn liegt hier im Aufzeigen der Differenz zwischen dem, was wir zu sehen glauben (einem Berg), und dem, was tatsächlich da ist (Farbe und Form). Das Gebirge dient Felix Rehfeld primär als formaler Anker, um Licht, Schattenund Farbe zu explorieren. Es geht vielmehr um die Variation der Lichtstimmung und die Auslotung der Bildwirklichkeit. Obwohl er sich in die Tradition der klassischen Bergmalerei einreiht, entzieht er den Motiven das Romantische oder Heldenhafte. Seine Bilder sind eine moderne Antwort auf den "Mythos Berg", indem sie die Grenze zwischen Realismus und Abstraktion neu definieren.
Felix Rehfeld (*1981) studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München und war Meisterschüler von einer der bekanntesten
deutschen Künstlerinnen der Gegenwart, Karin Kneffel, die er nach den Studium als Assistent unterstützte.
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