Laura Nieto
Mit spielerischer Leichtigkeit fängt Laura Nieto Stimmungen ein – einst das flirrende Stadtleben, heute vor allem die kraftvolle Energie wuchernder Natur. Wo früher urbane Momentaufnahmen, Straßenszenen und flüchtige Begegnungen dominierten, hat sich in ihren jüngsten Arbeiten ein stiller, aber tiefgreifender Wandel vollzogen. Die architektonischen Räume sind nahezu vollständig zurückgetreten. An ihre Stelle tritt eine wilde, überwuchernde Vegetation, die Gebäude und Spuren menschlicher Präsenz umhüllt, verschluckt oder in neue Zusammenhänge stellt. Entstanden sind Bildwelten von großer Freiheit und poetischer Kraft – vibrierend in Farbe, geheimnisvoll im Licht und voller organischer Bewegung.
Ihr dynamisches Spiel mit Licht, Schatten und farbigen Atmosphären bleibt jedoch unverkennbar. Nietos Naturdarstellungen wirken wie Momentaufnahmen eines lebendigen, eigenwilligen Raums, der uns dazu einlädt, die Szene gedanklich weiterzumalen und in ihr zu verweilen. Die Übergänge zwischen Realem und Imaginärem verschwimmen, und die Natur erscheint zugleich vertraut und rätselhaft.
Laura Nieto studierte von 1996 bis 2001 Kunst an der Universität von Salamanca. Prägende Auslandsaufenthalte in Mexiko und Berlin halfen ihr früh, ihren Blick für Stadt- und Lebensräume zu schärfen – ein Fundament, auf dem sich nun ihre neue, naturbezogene Bildsprache entfaltet. Ihre Werke werden regelmäßig in europäischen Galerien und auf internationalen Kunstmessen präsentiert und zeigen die beeindruckende Entwicklung einer Künstlerin, die den Mut hat, ihr zentrales Motiv neu zu erfinden und immer wieder radikal weiterzudenken.
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