Carl Krasberg
Prof. Carl Krasberg, geboren 1946, ist ein Vertreter der Konkreten Kunst. Von 1966 bis 1971 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel, u.a. bei Prof. Fritz Winter. Von 1972 bis 1976 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität (TH) Karlsruhe im Fachbereich Architektur tätig, wurde er bereits 1977 an die Fachhochschule Düsseldorf berufen. Seine dortige Professur im Fachbereich Architektur (PBSA) hielt er bis 2011 inne. Neben der dortigen Lehrtätigkeit, arbeitete Krasberg als freischaffender Künstler. Die grundsätzliche These Krasbergs ist, dass Form und Farbe immer eine Einheit bilden: Formen tragen Farbe und Farbe wird von der Form begrenzt. Die Grundformen, die in Krasbergs Arbeiten Verwendung finden, sind elementar: das Quadrat oder das Rechteck (gelegentlich bis zur Linie gestreckt). Sie bilden ein Grundraster für den Bildaufbau, in welches die Farbe eingesetzt wird. Zu Stufenreihen geordnet (von Farbe zu Farbe oder von Farbe zu Unfarbe) werden die Farben eingesetzt, wobei zwischen den Farbstufen immer eine Rastereinheit frei bleibt. Die so entstehenden Zwischenräume werden ebenfalls mit Farbreihen gefüllt, meist gegeneinander versetzt, verschoben oder gedreht sodass im Ergebnis die gesamte Bildfläche farbig ist. Jede Farbe, jede Farbnuance erhält den gleichen Flächenanteil der Bildfläche (gleiche Farbquanten). Farben etwa gleicher Helligkeit oder Dunkelheit ziehen sich zu Horizontalen oder Vertikalen zusammen und es entsteht durch die Programmierung von Farben ein Geflecht oder eine Struktur, die kaum vorhersehbar ist. Die Bildfläche beginnt zu pulsieren, optisch vor und zurückzuspringen. Die verwendeten Farben werden vom Künstler selbst gemischt. Diese Arbeitsweise erfordert Zeit, Geduld und vor allem Akribie. Die Bilder sind von hoher Komplexität und technischer Sorgfalt geprägt, jedes für sich ist ein eigenes Forschungsprojekt zum Thema Farbwirkung, ein mathematisch wissenschaftliches Herantasten an die perfektionierte Ästhetik.
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