Standort
Gegenwartskunst
Der in München und am Ammersee arbeitende Künstler verbindet in seinen Werken figürliche und abstrakte Malerei mit Druck- und fotografischen Verfahren. Durch reliefartige Strukturen, komplexe Schichtungen und fein abgestimmte Glasuren entstehen Bilder mit ausgeprägter räumlicher und
haptischer Wirkung. Natur und Mikrokosmos dienen dabei als Ausgangspunkt für Perspektivverschiebungen, die das Vertraute irritierend neu erscheinen lassen.
Vita
2001 – 2002 Architekturstudium
2002 Freies Atelier der Bildenden Kunst, Alecsander Kolenz
2003 Studium bei Prof. Kasseböhmer
Studium bei Prof. Imhof, Lithographie
Aufnahme an der Akademie der Bildenden Künste München
2004 Studium bei Prof. Anke Doberauer
2009 Diplom bei Prof. Förg, Akademie der Bildenden Künste, München
Lebt und arbeitet in München und Schondorf am Ammersee
Dorthe Goedens künstlerische Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Linie, Fläche und Raum. Aus filigranen Zeichnungen auf Papier entwickelt sie dichte Gefüge, in denen Linien sich zu komplexen Strukturen verdichten. Fragmente und Linien verbinden sich zu Netzen, die eine eigene Räumlichkeit entfalten – ein Geflecht, das sich gegenseitig stützt und trägt.
Goedens Werke wirken zugleich konstruiert und organisch. Linien wachsen, überlagern sich, durchdringen Flächen und öffnen Zwischenräume. Mit reduzierten Mitteln entstehen Bildwelten, die das Flüchtige und Prozesshafte sichtbar machen. Ihre Arbeitsweise verbindet Präzision mit
einer Offenheit für das Unvorhersehbare.
Durch Überlagerungen und lineare Verdichtungen entstehen fragile Ordnungen, in denen das Sichtbare immer auch auf das Verborgene verweist. Goedens Werke thematisieren Zyklen, Rhythmus und Wiederholung. Ihr Schatten kann sich ständig verändern. Die Dialektik von Ordnung und Chaos, von Konstruktion und Auflösung, prägt ihr Schaffen.
1997 Studium Kunstgeschichte, Archäologie und Ethnologie, Universität Köln
1998 Studium an der Fachhochschule Aachen, Fachbereich Gestaltung (Diplom 2005)
seit 2018 Lehrauftrag für Zeichnen, Hochschule Osnabrück
seit 2019 Lehrauftrag Künstlerische Grundlehre, Universität Osnabrück
Das Werk von Justine Otto entwirft eine Bildwelt von kompromissloser Intensität, deren Figuren in rätselhaften, ambivalent anmutenden Konstellationen agieren. Sie erscheinen weder als Objekt noch als eindeutig Handelnde, sondern als Wesen, die sich in einem entgrenzten Niemandsland bewegen, in dem Begehren, Macht, Kontrollverlust und Transformation verhandelt werden. Otto thematisiert eine Realität, die nicht einfach surreal ist, sondern den Zustand eines Realitätsverlusts sichtbar macht – eine Welt, in der Identität künstlich erzeugt, projiziert und mit gesellschaftlichen Fantasien aufgeladen wird. Diese Themen bilden auch den Hintergrund der aktuellen Serie Crowds, in der Menschenansammlungen nur noch fragmentarisch erkennbar bleiben, überblendet von abstrakten Schichten, die in der Verschmelzung gleichermaßen destruktiv wie kreativ wirken. Figuration und Abstraktion verweben sich zu einem gleichwertigen Spannungsfeld, in dem Identität, Wahrnehmung und kollektive Erfahrung permanent in Bewegung sind.
1996–2003 Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, Frankfurt am Main, bei Professor Peter Angermann und Professor Michael Krebber
2003 Ernennung zur Meisterschülerin im Fach Freie Malerei
Auf der Suche nach geeigneten Materialien bei der Darstellung von Gegensätzen wie Leichtigkeit und Schwere, Flüchtigkeit und Materialität, Bewegung und Ruhe hat die Bildhauerin Angela Glajcar das Material Papier für sich und ihre künstlerische Arbeit entdeckt. Das Licht, das sich in den weißen Papierskulpturen fängt, lässt sie in verschiedenen Farbtönen von grau über ocker zu rosa changieren; das Spiel von Licht und Schatten verleiht den Arbeiten zusätzliche Tiefe. „Mich interessieren Räume, auf die ich mit meinem Werkstoff Papier direkt reagieren kann, und die ich verändern kann, so umschreibt Angela Glajcar einen wesentlichen Aspekt ihrer künstlerischen Arbeit. […] Dabei macht sie sich die unterschiedlichen Qualitäten ihrer Werkstoffe zu eigen. Sie verbindet das haptische Potential des Papiers mit der immateriellen Eigenschaft des Lichts, konstruiert aus zweidimensionalen Papierbögen imposante dreidimensionale Installationen.“ (Barbara Auer, Kunstverein Ludwigshafen)
1991-1998 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Tim Scott
1996 Meisterschülerin bei Prof. Tim Scott
Lebt und arbeitet in Köln und Sörgenloch bei Mainz
Von Loeper hat über Jahre herausgefunden, was die Eigenschaften des Materials an Nuancen für ihr Werk bedeuten. Sie kann Aussagen über Papier treffen, die man in ihrer Präzision und Verehrung selten hört. Dichter reden über Blätter und Bäume als Bilder in der Gedankenwelt. Von Loeper scheint das weiße Blatt direkt zu besprechen und es aus seiner Starre und Bündigkeit zu lösen durch einen Akt der „Überredung“, der auch eine Überwindung von materialgegebenen Grenzen ist. Was man in der Kunst ein Werk nennt, ist bei von Loeper das Ergebnis langer, körperlich intensiver Arbeit am Blatt. Meist ist es auf den Boden gestreckt und bietet ihrem leichten Körper, der darauf kniet, lehnt, wenn nicht liegt, genug Gegenspiel, biegt sich; knittert oder reißt aber nicht. Mit Ausdauer raut die Künstlerin mithilfe ihrer Buchenkolben große Flächen ihrer Kartons auf. Ungläubige Betrachter sind allzu schnell bei der Beurteilung und sprechen von Prägungen. Das Gegenteil ist der Fall! Die Künstlerin prägt nicht, sie hebt, regt die Oberfläche des 250-Gramm-Kartons an, sich zu wölben, ihrem Griffel noch mehr Fläche zu schenken, die dann in kleiner Geste, die einer Schraffurbewegung gleicht, aufgelöst wird. Diese Auflösung ist immer im Rahmen von Transformation, nicht Destruktion gehalten. Es entstehen keine „Wunden“ im Material. […] Ihre Arbeitsweise erlaubt Erstaunliches: Ein dreidimensionaler Körper scheint sich aus der Fläche zu erheben. Er wird zunehmend ausdifferenziert, bietet dem Auge an der einen Stelle Glätte, an anderer Aufgerautheit. Diese Komplexitäten sind – man muss es wiederholen – nicht wie auf Schaulandkarten und -tafeln aus alten Schulzeiten bekannt durch Prägung, sondern durch eine intensive Reizung oder besser „Lockung“ des Materials selbst entstanden. Was die langen Fasern im Material erlauben in ihrer Festigkeit bei gleichzeitiger Flexibilität, nutzt von Loeper mit Kenntnis und Virtuosität, um kleinere – manchmal auch eingefärbte – und übergroße Arbeiten entstehen zu lassen. (Nora Gomringer)
1997 – 2002 Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
2000 Meisterschülerin von Prof. Christine Colditz
Lebt und arbeitet in Nürnberg
Im weiten Spannungsfeld zwischen Transparenz und Geschlossenheit, Außen und Innen, offenbaren die Holzskulpturen von Joseph Stephan Wurmer eine stille kontemplative Kraft gepaart mit differenziert gesetzten Bewegungsimpulsen. Idee und Werkstoff als so wesenhafte wie genau kalkulierte Einheit bilden die Basis für Raumachsen, Strukturen und damit verbundene Perspektiven, die den Arbeiten innewohnen. Im Dialog mit geometrisch archaischen Ordnungsprinzipien öffnet das Werk Blickachsen und Denkräume, die sich auf universelle Weise mit dem Kreislauf der Natur verbinden. Konstruktives und organisches Wachstum, Bewegung und Licht fügen sich zur umfassenden Einheit. (Birgit Möckel)
1978–84 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
1984–85 Assistent an der AdBK Nürnberg
lebt und arbeitet in Nürnberg