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art karlsruhe
Eine Veranstaltung der

Galerie Leander Rubrecht

Büdingenstraße 4-6, 65183 Wiesbaden
Deutschland

Standort

  •   dm-arena / H4/M05

Ansprechpartner

Leander Rubrecht

Inhaber, Kunsthändler und Kurator

Telefon
0176-81665031

E-Mail
LR@rubrecht-contemporary.com

Besuchen Sie uns!

dm-arena / H4/M05

05.02.2026

Thema

11:30 - 12:30

Einladung zum Artist Talk mit Ewald Janz

Welche Bilder entstehen, wenn persönliche Herkunft und gesellschaftliche Brüche in malerische Energie übersetzt werden?

Am Messestand der Galerie laden wir Sie herzlich zu einem Gespräch mit Ewald Janz ein – einem Künstler, dessen Bildwelten zwischen Analyse und Ekstase oszillieren.

Aufgewachsen in der ehemaligen Grenzregion Sonnebergs, geprägt von politischem Wandel und kultureller Suchbewegung, fand Janz früh seinen Weg in die Kunst. Musik, Literatur und schließlich die Malerei wurden zu offenen Feldern, in denen er seine Wahrnehmungen schärfte und transformierte. An der Bauhaus-Universität Weimar, in der Klasse für Experimentelle Malerei und Zeichnung, entwickelte er jene visuelle Sprache weiter, die weniger darstellt, als dass sie Schichten freilegt.

Janz’ Werk ist ein vibrierendes Gefüge aus Farbe, Fragment und Symbol: Bildräume, in denen Figuren auftauchen und wieder versinken, Oberflächen aufbrechen und Bedeutungen ineinander übergehen. Die Malerei wird bei ihm zu einem Sensorium für Übergänge – zwischen Zeiten, Identitäten, Erzählungen.

Im Artist Talk spricht Ewald Janz über die Dynamik seiner Kompositionen, über das Verhältnis von Figuration und Auflösung und darüber, wie Malerei zu einem Ort werden kann, an dem sich Gegenwart neu verdichtet.

Lernen Sie einen Künstler kennen, dessen Bilder nicht erklären – sondern herausfordern.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

(Stand: dm-arena, H4/M05, Galerie Leander Rubrecht)

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14:00 - 15:00

Einladung zum Artist Talk mit Andreas Rimpel

Wie verwandelt sich technische Präzision in emotionale Form?
Oder: wie wird aus Metall ein Spiegel menschlicher Befindlichkeit?


Am Messestand der Galerie laden wir Sie herzlich zu einem Gespräch mit Andreas Rimpel ein – einem Künstler, dessen Werk zwischen künstlerisch-technischer Raffinesse und Humanität vibriert. Rimpel, ursprünglich technischer Entwickler am bayerischen Untermain, überführt die Logik des Materials in eine kraftvolle Bild- und Formensprache. Vom Bauhaus geprägt, vom Kubismus durchdrungen, entwickelt er Gemälde und Skulpturen, die wie Maschinenmenschen anmuten und zugleich tief in die seelischen Spannungsfelder unserer Zeit greifen.

Im Artist Talk öffnet Rimpel Einblicke in seine Arbeitsprozesse: von den ersten facettenreichen Entwürfen über die skulpturalen Skizzen bis hin zu monumentalen Bronze- und Gusseisenplastiken. Er spricht darüber, warum ihn die menschliche Gefühlswelt zunehmend bewegt – und wie die Dreidimensionalität für ihn zur Bühne für existenzielle Fragen wird.

Kommen Sie vorbei, lernen Sie den Künstler persönlich kennen und entdecken Sie, wie aus künstlerisch-technischer Raffinesse Poesie entstehen kann.

(Stand: dm-arena, H4/M05, Galerie Leander Rubrecht)

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16:00 - 17:00

Einladung zur Buchvorstellung von Deniz Alt mit Artist Talk

Welche Geschichten schlummern in Räumen – und wie formen sie uns?

Am Messestand der Galerie laden wir Sie herzlich zu einem Gespräch mit Deniz Alt ein, dessen Arbeiten den Raum als Speicher kollektiver Erinnerung neu befragen. Besonderes Highlight wird im Anschluss des Artist Talks die Signierstunde seiner umfangreichen Kunstmonografie sein.

Alt, Städelschulabsolvent und sensibler Beobachter geschichtlicher Topografien, richtet seinen Blick derzeit auf die Relikte des Atlantikwalls an den Stränden der Normandie. Diese von Natur, Zeit und Geschichte gezeichneten Bunker werden bei ihm zu Resonanzräumen, in denen sich kollektive Erinnerung und individuelle Wahrnehmung überlagern.

Parallel dazu öffnet Alts Serie Selbstbewusstsein ein weiteres Feld: fiktive Porträts, in denen Identität und Geschlecht in Bewegung geraten. Weiblich gelesene Formen verbinden sich mit maskulinen Zügen, starre Zuschreibungen lösen sich auf, vieles bleibt bewusst unvollendet – als Momentaufnahme einer Identität im Werden.

Im Artist Talk gibt Deniz Alt Einblicke in seine künstlerischen Prozesse, seine Recherchen vor Ort und seine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Normen, die unsere Wahrnehmung prägen.

Kommen Sie vorbei und entdecken Sie, wie Alt mit subtiler gestalterischer Präzision historische Räume und gegenwärtige Identitätsfragen mit dem Medium der Malerei in Öl miteinander verwebt.

(Stand: dm-arena, H4/M05, Galerie Leander Rubrecht)

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06.02.2026

Thema

11:30 - 12:30

Einladung zum Artist Talk mit Delaram Homayouni

Wie sieht ein Ort aus, an dem Harmonie nicht nur gedacht, sondern fühlbar wird?

Am Messestand der Galerie laden wir Sie herzlich zu einem Gespräch mit Delaram Homayouni ein – einer Künstlerin, deren Gemälde stille Zufluchtsorte inmitten einer unruhigen Welt schaffen.

Homayounis Arbeiten entspringen dem tiefen Bedürfnis, Räume des Schönen und Reinen zu erschaffen: visuelle Landschaften, die zwischen Traum und Wirklichkeit schweben. Ihre Szenarien sind keine Abbilder der Welt, sondern Fragmente einer inneren Topografie – Visionen dessen, was möglich sein könnte, wenn man sich für einen Moment dem äußeren Lärm entzieht.

Mit der Werkserie Utopia lädt die Künstlerin dazu ein, jene Freiheit zu erkunden, die im Entwerfen eigener Idealräume liegt. Farbe, Licht und Komposition werden zu Trägern einer Haltung: der Überzeugung, dass Ästhetik ein menschlicher Resonanzraum bleibt, selbst – oder gerade – angesichts einer als unvollkommen empfundenen Realität.

Im Artist Talk spricht Delaram Homayouni über die Sehnsüchte, Denkbewegungen und malerischen Prozesse, die ihre Bildwelten formen – und darüber, warum die Utopie für sie weniger ein Ziel als eine Haltung ist.

Tauchen Sie ein in einen Dialog über Hoffnung, Harmonie und die Kraft innerer Landschaften.

(Stand: dm-arena, H4/M05, Galerie Leander Rubrecht)

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14:00 - 15:00

Einladung zum Artist Talk mit Rainer Thurau

Wie viel Wahrheit bleibt, wenn Bilder lügen?
Und was geschieht, wenn der Mensch im eigenen technologischen Fortschritt zu fallen beginnt?

Am Messestand der Galerie laden wir Sie herzlich zu einem Gespräch mit Rainer Thurau ein – einem Künstler, der die Bruchstellen unserer digitalen Gegenwart sichtbar macht.

Mit Konstruktion der Lüge führt Thurau in ein visuelles Labyrinth, in dem Wirklichkeit zur verhandelbaren Größe wird. Geometrische Konstruktionen, perspektivische Fallen und ein anonymes, alles sehendes Auge verdichten sich zu einem Bild unserer Zeit: einer Epoche, in der Wirklichkeit inszeniert, Identität modelliert und Wahrheit zunehmend zu einem fragilen Konstrukt wird.

In Quantum Falling wiederum verknüpft Thurau physikalische Grundfragen mit der wachsenden Macht künstlicher Intelligenz und der Vision quantenbasierter Technologien. Der Mensch erscheint hier als fallende Figur im Netz seiner eigenen Erfindungen – ein Akteur, der die Bedingungen seiner Existenz verändert und zugleich selbst gefährdet.

Im Artist Talk spricht Rainer Thurau über die philosophischen Spannungen seiner Werke, über visuelle Systeme der Täuschung und die Frage, wie Technologie zum Resonanzraum menschlicher Selbstauflösung werden kann.

Kommen Sie vorbei und werfen Sie einen Blick hinter die kryptische Oberfläche – dorthin, wo Zweifel, Erkenntnis und Zukunft miteinander kollidieren.

(Stand: dm-arena, H4/M05, Galerie Leander Rubrecht)

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16:00 - 17:00

Einladung zum Artist Talk mit RÖMER+RÖMER

Was geschieht mit Realität, wenn Römer+Römer sie aufnehmen, zerlegen, verschieben – und als malerisches Pixelgewebe neu zusammensetzen?

Am Messestand der Galerie laden wir Sie herzlich zu einem Gespräch mit RÖMER+RÖMER ein, dem international renommierten Künstlerduo, das alltägliche Szenen unserer Gegenwart in vibrierende Bildwelten zwischen Dokumentation und Imagination überführt.

Ausgehend von fotografischen Beobachtungen urbaner und freizeitkultureller Räume – von Stränden, Festivals, Städten, Orten kollektiver Inszenierung – erforschen Nina und Torsten Römer die Rituale, Gesten und Selbstentwürfe unserer Zeit. Im Zentrum steht stets das Menschenbild: das Zusammenspiel von Nähe und Distanz, von individueller Selbstdarstellung und gemeinschaftlicher Choreografie.

Die Künstler lösen ihre fotografischen Ausgangsbilder am Computer bewusst aus dem Realraum: sie drehen, schichten, rasterisieren, verfremden. Farbigkeit, Struktur und Komposition entstehen als digitale Vorstufe eines Malprozesses, der bereits im virtuellen Raum beginnt. Auf der Leinwand werden diese Pixel schließlich zu einem atmosphärischen Punktgewitter überführt – in einem Spannungsfeld zwischen präziser Setzung und spontaner malerischer Entscheidung.

So entstehen Werke, in denen die konkrete Wirklichkeit nur noch wie eine ferne Erinnerung durchschimmert. Das dokumentarische Bild wird verrätselt, transformiert und poetisiert – und eröffnet neue Lesarten unserer Gegenwart.

Im Artist Talk geben RÖMER+RÖMER Einblicke in ihre Arbeitsweise, ihr Verständnis von kollektiven Bildwelten und die Frage, wie Realität sich verwandelt, wenn man sie erst durch die Linse, dann durch das Raster und schließlich durch den Pinsel betrachtet.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

(Stand: dm-arena, H4/M05, Galerie Leander Rubrecht)

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Unsere Künstler

Künstlerdetails

Kategorie: Gegenwartskunst

Andreas Rimpel

Andreas Rimpel lebt und arbeitet am bayerischen Untermain. Seine handwerklich-technische Begabung prägte zunächst seinen beruflichen Weg als technischer Entwickler in der Metallbranche – und wurde zugleich zum Fundament seines künstlerischen Schaffens. Beeinflusst vom Bauhaus und Kubismus begann Rimpel zunächst mit Ölmalerei: erst kleinformatig, später in großem Maßstab. Neben technisch anmutenden Sujets rückten zunehmend auch Menschen in extremen Gefühlszuständen in den Fokus. Um die Jahrtausendwende begann er, sich stärker mit Skulpturen zu beschäftigen. Ihre Dreidimensionalität eröffnete ihm neue Möglichkeiten, die menschliche Gefühlswelt auszudrücken – ein Thema, das ihn mit zunehmendem Alter immer stärker beschäftigt. Für ihn hat der Entwicklungsprozess der Kunstwerke einen hohen Stellenwert: vom facettenreichen Entwurf zur harmonischen Reduktion.

Parallel zu Rimpels figurativen Gemälden entstehen Skizzen für Skulpturen, die seit Anfang der 2010er Jahre in dreidimensionale Formen übergehen. Seit 2017 realisiert Rimpel große Skulpturen, die er in Gusseisen und Bronze gießen lässt. Deutlich vom Kubismus inspiriert, spiegeln seine Werke – anmutend wie Maschinenmenschen – die Nöte und Befindlichkeiten des modernen Menschen wider – in einer industrialisierten Welt, deren technischer Fortschritt oft auch tiefgreifende Spuren hinterlässt. In dieser Arbeit mit Metall und Holz kombiniert mit der Sprache der bildenden Kunst hat Andreas Rimpel heute seine künstlerische Ausdrucksform gefunden.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Deniz Alt

Deniz Alt untersucht Räume als Träger kollektiver Erinnerung und ihre Rolle bei der gesellschaftlichen Identitätsbildung. Besonders architektonische Strukturen, die emotional und historisch aufgeladen sind, schaffen Orte, an denen Erinnerungen visuell-räumlich reaktiviert werden können.

In seinen aktuellen Arbeiten richtet Alt den Blick auf Relikte des Atlantikwalls an den Stränden der Normandie. Diese Bunker des Zweiten Weltkriegs, teils von der Natur überformt, teils durch Erosion wieder freigelegt, fungieren als stille Zeugen geschichtlicher Schichtung. Gleichzeitig bieten sie Projektionsflächen für die Reflexion über Erinnerung, Identität und die fortdauernde Wirkung historischer Räume auf die Gegenwart.

Die Serie Selbstbewusstsein erweitert Deniz Alts räumliche Arbeiten um fiktive Porträts, die Identität und Geschlecht in den Fokus rücken. Weiblich gelesene Formen treffen auf maskuline Züge, starre Genderkategorien lösen sich auf und werden neu kombiniert. Viele Porträts bleiben bewusst unvollendet – Momentaufnahmen einer sich formenden Identität. Die Werke laden dazu ein, gängige Geschlechterbilder und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Selbstbewusstsein zeigt Identität als offenen, dynamischen Prozess und verweist auf die Kraft des Überschreitens von Normen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Rainer Thurau

Konstruktion der Lüge
Im Zeitalter der Bilder wird Wahrheit zum flüchtigen Schatten. Fantasievoll erzeugte Videos, algorithmisch geformte Gesichter und montierte Szenen verwandeln Wirklichkeit in ein Spiegelkabinett der Täuschung. Was echt scheint, ist oft nur ein Echo – ein komponiertes Trugbild im Strom unendlicher Daten. „Konstruktion der Lüge“ macht dieses Geflecht sichtbar: In einem Labyrinth geometrischer Formen verstricken sich Linien, Flächen und Perspektiven zu einem Netz ohne Ausgang. Aus seinem Zentrum blickt ein anonymes Auge – Zeuge und Täter zugleich. Es verkörpert ein Bewusstsein unserer Zeit, in der Wirklichkeit manipuliert und Wahrheit zur Konstruktion wird. Die Komposition fordert auf, hinter die glänzende Oberfläche der Bilder zu blicken – dorthin, wo die Architektur der Lüge entsteht.

Quantum Falling
Der Begriff „Quantum Falling“ verweist auf das physikalische Problem des Falls eines Quantenteilchens auf einen Punkt im Zentrum eines Potentials – ein fundamentales Thema der Quantenmechanik.
Das Werk überträgt diese Fragestellung in einen anthropologischen und technikphilosophischen Kontext. Es thematisiert die Ambivalenz menschlicher Schöpfungskraft angesichts künstlicher Intelligenz und aufkommender Quantencomputer. Der Mensch erscheint im konstruktivistischen Netzwerk als fallender Akteur, der durch seine technologischen Fortschritte eine mögliche Selbstauflösung vorbereitet – eine Reduktion seiner Existenz.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Römer+Römer

Es sind Zeugnisse von den kultischen Zusammenkünften der Jetztzeit und ihren Zeremonien, die bei Römer + Römer fruchtbar werden, Beobachtungen im alltäglichen urbanen oder primär freizeitlich erfahrenen Raum, in Städten oder an Stränden. Dabei liegt der Fokus auf dem Menschenbild und dem Zwischenmenschlichen, auf individueller Inszenierung im Rahmen der Bereitschaft des Einzelnen, sich selbst zur Schau zu stellen.

Die Realität im Visier gehen die Künstler – bildlich gesprochen – zwei Schritte zurück. Sie kommen von der Wirklichkeit, die das Medium Fotografie wie kein anderes betrachtet, wieder ab, drehen und wenden die Aufnahmen am Computer zu ihren Zwecken.

Farbigkeit, Rasterung und die weiteren Parameter des späteren Bildes werden zunächst in Entwürfen angelegt, wobei die Arbeit am Computer bereits als Teil des Malprozesses betrachtet wird. Gleichwohl können sich später spontane Änderungen ergeben, wenn die Pixel in Punktgewitter auf der Leinwand übersetzt werden. Im Verlauf dieses Prozesses werden die Entwürfe und damit das fotografische Ur-Bild sukzessive verrätselt, sodass die konkrete Realitätserfahrung nurmehr schemenhaft und wie eine ferne Erinnerung im Bildraum nachwirkt.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Delaram Homayounis

Delaram Homayounis Gemälde sind eine optische Manifestation ihrer Sehnsucht nach einer idealen, harmonischen Existenz. Sie entstehen aus dem Bedürfnis heraus, Räume zu schaffen, in denen das Schöne, das Reine und das Gleichgewicht als erlebbare Realität existieren können – zumindest im Moment des Betrachtens. In einer von Unsicherheit und Spannungen geprägten Zeit wird ihre Malerei zu einem Ort des Rückzugs und der Projektion: ein Gegenentwurf zur Welt, wie sie ist.

Die dargestellten Szenarien bewegen sich zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Vision und Möglichkeit. Sie sind keine Abbilder, sondern visuelle Fragmente einer inneren Landschaft – einer Topografie des Möglich-Gedachten. Farbe, Komposition und Licht werden dabei zu Ausdrucksträgern einer Haltung: der Überzeugung, dass Ästhetik ein Resonanzraum des Menschlichen bleibt, selbst – oder gerade – in einer als defizitär empfundenen Realität.

Mit Utopia lädt Homayouni die Betrachtenden ein, sich von Zwängen und Erwartungen zu lösen und jene Freiheit zu erkunden, die im Erschaffen eigener Vorstellungen einer idealen Welt liegt. Die Utopie erscheint hier nicht als Ziel, sondern als Haltung: das Streben nach Harmonie und Unendlichkeit – ein fortwährender Versuch, Sinn und Schönheit inmitten des Unvollkommenen zu entdecken. In diesem Sinne wird die Malerei für Homayouni zu einem geistigen Erfahrungsraum, in dem Hoffnung, Sehnsucht und Erkenntnis miteinander verschmelzen.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Ewald Janz

Im Werk von Ewald Janz gibt es keinen neutralen Einstieg. Seine Bilder öffnen keinen abgeschlossenen Raum, sondern versetzen den Betrachter in einen Zustand zwischen Verdichtung und Überforderung. Malerei und Collage greifen dabei unmittelbar ineinander: als Schichtung, Überlagerung und bewusste Störung von Lesbarkeit. Janz’ Arbeiten wollen nicht erklären, sondern als Erfahrung wirken.

Seine Bildfindungen entstehen aus einem offenen, prozesshaften Arbeiten. Fragmente, Übermalungen, Schnitte und Brüche bleiben sichtbar und werden zum integralen Bestandteil der Komposition. In den Collagen treffen fotografische Versatzstücke auf malerische Gesten, digitale Anmutungen auf haptische Oberflächen. Collage dient hier nicht als Zitat, sondern als zeitgenössisches Werkzeug, um Gleichzeitigkeit, mediales Rauschen und visuelle Reibung sichtbar zu machen.

In seiner Malerei arbeitet Janz aus der Nähe. Figuren drängen ins Bild, verlieren Konturen, tauchen wieder auf. Massenszenen flimmern wie verdichtete Bildströme, Porträts kippen zwischen Präsenz und Auflösung. Farbe wird zum aktiven Träger von Spannung: sie staut sich, greift über, löst sich wieder. Die Oberfläche bleibt in Bewegung und entzieht sich einer endgültigen Festschreibung.

In dieser Haltung zeigt sich eine deutliche Nähe zur Expressivität der „Jungen Wilden“. Janz greift deren rohe Energie, Direktheit und körperliche Malweise auf, überführt sie jedoch konsequent in die Gegenwart. An die Stelle gestischer Selbstbehauptung tritt eine Bildsprache, die Fragmentierung, Collage und mediale Überlagerung integriert. Die expressive Tradition wird nicht wiederholt, sondern weiterentwickelt.

Wiederkehrende Motive – Kinder, Skelette, Neonflächen, apokalyptische Fragmente – fungieren als bildnerisches Vokabular innerhalb dieses erweiterten Ansatzes. Entscheidend ist nicht das einzelne Motiv, sondern das Spannungsfeld zwischen Figur und Raum, Nähe und Distanz, Kontrolle und Kontrollverlust.

Das Thema der im Januar 2026 eröffneten Einzelausstellung „Kosmos“ in der Galerie RUBRECHTCONTEMPORARY beschreibt diesen Ansatz präzise. Unterschiedliche Bildräume und Wahrnehmungsebenen bündeln sich zu einem dichten Gefüge. Janz schafft keine Ordnung, sondern macht sichtbar, was geschieht, wenn Ordnung instabil wird. Seine Arbeiten sind roh und unmittelbar – und zugleich eine zeitgemäße Fortschreibung expressiver Malerei.

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Kategorie: re:discover

Kevin Clarke

Als junger Kunstabsolvent reiste Clarke 1976 nach Basel, wo er kurzzeitig Joseph Beuys assistierte – ein Schritt, der sein künstlerisches wie privates Leben prägen sollte.

Gegenkatalog zur documenta 6 (1977)
Während der documenta 6 nahm Clarke an der von Beuys geleiteten Freien Universität teil. Gemeinsam mit Hans D. und Ulla Baumann, Lucia Bunse, Horst Wackerbarth und Michael Goos veröffentlichte er den kritisch-reflexiven Gegenkatalog Kunst und Medien. Mit über 21.000 verkauften Exemplaren fand das 291-seitige Werk große Beachtung und gilt als wesentlicher Beitrag zur medienkritischen Debatte der 1970er Jahre.

KAUFHAUSWELT (1978/79)
Ein Jahr später wandte Clarke seine Kritik des Kunst- und Medienkonsums auf die Warenwelt an. Sechs Monate fotografierte er jede Abteilung des frisch renovierten KaDeWe in West-Berlin. Mit Leica und Stativ entstanden 72 Bilder, die Produkte, Verkäuferinnen und Verkaufsflächen präzise und zugleich ironisch beleuchten. Die Serie wurde 1980 unter anderem im Frankfurter Kunstverein gezeigt; ein Essay von Wolfgang Fritz Haug begleitete das Projekt. Die kunsthistorische Bedeutung dieser Arbeit wird derzeit in Deutschland und den USA neu bewertet.

Kunstperformance POOL (1979)
Im Oktober 1979 besuchte Clarke seinen Freund Russel Maltz in New York. Dort entstand die Idee, seine konsumkritische Arbeit performativ weiterzuführen. Zentral war Maltz’ rote Couch. Clarke porträtierte zunächst spontan einen Liftboy – der Beginn der späteren „Roten Couch“.
In Long Island installierte er das Möbelstück im Swimmingpool und führte die Performance POOL durch: Er heftete Produktbilder aus einem Sears-Katalog in dichter Hängung an die Poolwand und dokumentierte sich selbst während der Aktion. Die Couch kehrte danach ins Atelier zurück; Maltz schenkte sie Clarke, nachdem er die Ergebnisse gesehen hatte. Wenig später schlug Horst Wackerbarth vor, die Idee gemeinsam zu entwickeln – Ausgangspunkt für das international bekannte Red Couch Project.

The Red Couch.
A Portrait of America (1980–1984)
Ab 1980 porträtierte Clarke Menschen in den USA auf der roten Couch, die er quer durchs Land transportierte. Das Projekt versteht sich als visuelle Kartografie der amerikanischen Gesellschaft und kritischer Kommentar zu Identität, Repräsentation und Konsumkultur. Rund hundert Farbfotografien zeigen Prominente wie Unbekannte mit derselben formalen Setzung, wodurch eine Spannung zwischen Dokumentation und Inszenierung entsteht. Trotz späterer urheberrechtlicher Differenzen wurde das Projekt international ausgestellt und vielfach publiziert; die rote Couch wurde zu einem ikonischen Motiv.

DNA-Porträt (ab 1988)
1988 begann Clarke mit dem damaligen Start-up Applied Biosystems in Kalifornien zusammenzuarbeiten, das an der wissenschaftlichen Entwicklung des Analyseverfahrens für das menschliche Genom forschte. Ein Jahr später entstand zusammen mit James D. Watson, Cary Mullis, Craig Venter und Kevin Clarkes Blut die erste automatisierte DNA-Sequenzierung mittels PCR – und wurde somit zur ersten Anwendung einer automatisierten DNA-Sequenzierung in der Geschichte.
In diesem Zuge erhielt Clarke seinen eigenen genetischen Code und entwickelte daraus das erste Porträt dieser Art – Beginn einer Werkphase, die Identität, Biologie und Bildlichkeit verbindet. Es folgten Serien wie „Vom Blut des Poeten“ (1992) mit Künstlerfreunden wie Jeff Koons oder John Cage sowie Porträts für das Museum Wiesbaden. 2002 beauftragte die Baden-Württembergische Bank Clarke mit großformatigen DNA-Bildnissen bedeutender Persönlichkeiten, darunter Christiane Nüsslein-Volhard und Friedrich Schiller. Das jüngst öffentlich kommunizierte DNA-Porträt des Kunstsammlers Frank Brabant entstand 2025.

Mikey Flowers 9/11
Clarkes letztes New-York-Projekt setzte sich mit den Anschlägen vom 11. September 2001 auseinander. Ausgehend von den Fotografien des Blumenhändlers Mikey Flowers, der zu den ersten Dokumentierenden am Ereignisort gehörte, verband Clarke diese Bildaufnahmen mit den DNA-Strukturen von Überlebenden – als bewusst hoffnungsvoller Gegenpol zur forensischen Nutzung von DNA bei der Identifizierung der Opfer.

Texte von Leander Rubrecht

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Kategorie: Gegenwartskunst

Manfred Maria Rubrecht / im Kabinett

Schöne Aussichten – MMR verbindet die Tradition der Landschaftsmalerei mit aktuellen Themen wie der globalen Klimakrise. Seine Bilder reflektieren menschliche Gefühle und die Beziehung zur Umwelt und gewinnen dadurch an Dringlichkeit. MMRs Werke fordern dazu auf, neue Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart zu finden und die Natur neu zu betrachten.

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Kategorie: Gegenwartskunst

Christine Straszewski / im Kabinett

Die Malerin und Konzeptkünstlerin Christine Straszewski zeigt in ihren Installationen Aspekte der Malerei und Skulptur. Sie untersucht künstlerische Strategien und Bezugssysteme. Aus einer archaischen als auch zeitgenössischen Haltung heraus spielt sie mit Erhabenem, Profanem, Absurdem und lädt zum Polarisieren ein.

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Galerien-News

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Thema

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30.12.2025

KOSMOS - EWALD JANZ | 30.01. - 28.03.2026

Im Kosmos von Ewald Janz prallen Überfluss und Essenz, Ordnung und Chaos, Haptik und Imagination aufeinander. Seine Kunst ist eine radikale Antirealität, die Fragmente des Alltäglichen – Pornografie, Baupläne, Plakate, Schmutz – aus ihrem Kontext reißt und in neue Beziehungsgeflechte zwingt. Sie riecht nach Material, nach Textur, nach Zeit, die Spuren hinterlässt. Zwischen Traumlogik und Reizüberflutung sucht Janz nach dem Wesentlichen: nach Bildern, die nicht durch uns hindurchfließen, sondern bleiben. Seine Arbeiten sind Feedbackmaschinen, in denen sich Wahrnehmung, Erinnerung und Imagination gegenseitig antreiben. Parallel zeigt die Galerie den Künstler Ewald Janz auch auf der internationalen Kunstmesse ART Karlsruhe 2026.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Kunstmonografie mit Texten u.a. von Norbert Kottmann.

Preview mit anschließender Vernissage
Freitag, 30. Januar 2026 um 18:30 Uhr (mit der Bitte um Anmeldung, Einlass durch Gästeliste)
Einführung durch Tim Cierpiszewski (Künstler und Kunstpodcaster)

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Über uns

Galerie-Information

RUBRECHTCONTEMPORARY – Galerie Leander Rubrecht

Die Galerie präsentiert im Wechsel neue Zyklen der vertretenen Künstlerinnen in One-Artist-Shows oder setzt sie unter anderem durch kuratierte Gruppenausstellungen in einen erweiterten Kontext. In Zusammenarbeit mit befreundeten Galeristinnen und Kurator*innen wird das Programm kontinuierlich um weitere, hochaktuelle Positionen ergänzt.

Seit der Gründung der ersten Galerie 1997/1998 in Frankfurt am Main widmet sich Leander Rubrecht der Gegenwartskunst. Den Schwerpunkt seines Programms bilden figurative und gegenständliche Stilrichtungen. Rubrecht pflegt Verbindungen zu regional verwurzelter, überregional etablierter und zunehmend international anerkannter Kunst.

Um als Kunstinteressierte*r bedenkenlos in junge bzw. aktuelle Kunst investieren zu können, braucht es zwei Dinge: ein gutes Bauchgefühl für das Werk – die sogenannte persönliche Dividende – und die Gewissheit, dass die Galerie die angestrebte künstlerische Position durch Ausstellungen und Messebeteiligungen kontinuierlich im Kunstmarkt vertritt.

Seit August 2013 befindet sich die Galerie in der Büdingenstraße 6 im Bergkirchenviertel, im Zentrum der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

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Unternehmensdaten

Gründungsjahr

1998